Bilderstrecke zum heutigen Tag

Sagi Densbüren
Sagi Densbüren

Sägewerk_2
Sägewerk

Info Sagi Densbüren
Info Sagi Densbüren

Wohnturm Urgiz
Wohnturm Urgiz

Wachtturm Urgiz
Wachtturm Urgiz

Als Aargauer unterwegs
(Spass auf schmalen Reifen)

Sonntag, 06. Dezember 2009

Ruine Urgiz Als ich den Namen "Urgiz" zum ersten Mal las, hatte ich keine Ahnung, wo das wohl sein könnte....

Um die Zeit des Mittagessens fanden sogar ein paar Sonnenstrahlen den Weg in unser Quartier. Doch aus der Ferne näherten sich dennoch schwache Regenschauer. Die Meteorologen andererseits hatten Aufhellungen und nur gerade "einzelne Regentropfen am Nordrand der Schweiz" versprochen.

Die Route für heute Nachmittag war vorbereitet. Eine Fahrt zur Ruine Urgiz und vielleicht ein paar Geocaches wollte ich besuchen. Mal sehen, was daraus wurde.

Da ich mit dem Mountainbike unterwegs war, wählte ich von allem Anfang an, wenn immer möglich ungeteerte Strassen, Feldwege und Spazierwege. Auf diese Weise gelang ich zur Linner Linde, (neben der Passhöhe des Bözbergs) hinauf. Suchte mir dann einen Weg durch das Sagemülitäli hinunter. Dort wollte ich das für heute erste Geocache mit dem Namen "Burg?" aufsuchen und stellte das GPS deshalb auf "Folge Luftlinie" um.

Dabei bog vom eigentlichen Tal ab, fuhr weiter auf Feldwegen, vom Regen und der Feuchtigkeit zwar ziemlich aufgeweicht, aber immer noch fahrbar. Am Waldrand passierte ich einen Jäger. Es ging weiter den Hügel hinauf, wieder hinunter in ein anderes Tal. Mittlerweile hörte man von unten herauf einen Riesenkrach. Tönte vielleicht wie Fastnachtsumzug. Rätschen und Hupen waren dabei. Unten im Tal rannte ein offensichtlich aufgeschrecktes Reh über die Wiese in den Wald hinein. Ich sah einen zweiten Jäger.

Nach dem Gespräch mit dem Jäger war mir klar, dass ich hier mitten in eine Treibjagd gelangt bin, schöner noch: Da wo wir jetzt standen, hier hinauf wollte man das Wild schicken / verjagen, vor die Flinten der Jäger die hier überall herumstanden. Stand ich mitten im Zielgebiet? Und das Reh von vorhin? Der Jäger im Wortlaut: "das lebt noch, weil wir nicht schiessen dürfen, wenn sich andere Personen in der Nähe befinden". Ein merkwürdiges Gefühl beschlich mich. Einerseits habe ich vielleicht dem Reh das Leben gerettet, andererseits wahrscheinlich irgend einem Jäger die Pflicht zur Regulierung des Wildbestandes verdorben und drittes fuhr ich hier ziemlich unbekümmert im Zielgelände herum. Ich verabschiedete mich beim Jäger und machte mich rasch wieder auf den Weg zurück ins Sagemülitäli. Das Geocache "Burg?" werde ich mir wohl bei einer anderen und besseren Gelegenheit holen gehen.

Weiter ging die Fahrt, hinunter nach Zeihen und wieder hinauf Richtung Staffelegg nach Densbüren. Über Densbüren befindet sich die Ruine Urgiz. Eine Holztafel mit der Aufschrift "Burghaldenweg" verleitete mich, den Aufstieg trotz besserem Wissen aus dem Kartenstudium her, doch von dieser Seite zu versuchen. War ja mit dem Mountainbike unterwegs, das geht schon irgendwie. Doch der Weg führte nur gerade am unteren Rande des Hügels zurück zum nächsten Weiler. Die abzweigenden Strässchen verwilderten immer mehr bis sie schlussendlich im Dickicht ganz aufhörten. Musste den Aufstieg eben doch von der anderen Seite des Hügels versuchen.

Beim Wechsel auf die andere, südliche Seite des Hügels, kam ich noch an der alten Sagi von Densbüren vorbei. Ein Sägerei, erbaut um 1800, in Betrieb bis 1940, betrieben mit einem Wasserrad, zu Demonstrationszwecken im Jahre 1992 wieder hergestellt, dies die Visitenkarte dieses Zeugen aus dem Industriezeitalter des 19. Jahrhunderts im Kanton Aargau.

Etwas später, aber nach einem mühsamen und steilen Aufstieg, stand ich dann doch endlich auf den letzten Resten der Burg Urgiz. Die Burg diente mal als Verwaltungszentrum der Herrschaft Urgiz, die die Dörfer Asp und Densbüren umfasste (nördlich der Staffelegg). Burg und Herrschaft befanden sich damals im Besitz der Bischöfe von Strassburg. Aus dem Ertrag der Herrschaft hatten um 1300 herum die Ritter von Uriol zu leben. Später kamen sie an die Effinger von Brugg. Ein ziemlich bewegtes hin und her folgte, teils politisch motiviert, teils in Zusammenhang mit Freikäufen, Schuldbriefen usw. bis die Herrschaft Urgiz 1502, mit samt der inzwischen verfallenen Burganlage von den Bernern gekauft wurde. Heute sind nebst ein paar Mauerresten, Burgwegen und Gruben, noch die Überreste des Wohnturms sichtbar. Eine später, im 17. Jahrhundert, eingerichtete Hochwacht, lässt sich ebenfalls noch erahnen.

Mittlerweile war es wieder einmal ziemlich spät geworden und ich wollte mich auf den Heimweg machen. Da war jetzt nur noch die Staffelegg zu überqueren. Doch man hat hier eine neue Schickane eingebaut. Nach Asp, gross und unübersehbar, steht da auf der Hauptstrasse eine Fahrverbot für Velofahrer. Der Umweg führt durch Asp und über den Herzberg. Ziemlich steile Sache. Dafür hatte ich anschliessend warm genug, um zuerst zügig von der Staffelegg ins Schenkerbergertal fahren zu können und anschliessend ebenso zügig noch die letzten Kilometer nach Hause. Zu Hause angekommen, waren auch die ganzen Pneuprofile des Mountainbikes von dem vielen Dreck wieder befreit.

Ein Ausflug mit ziemlich viel, heimatkundlichem, Hintergrund.






Details zur heutigen Velofahrt
mit dem MTBike
Nachmittag bewoelkt
 
46.2 Kilometer
65.2 km/h Maximale Geschwindigkeit
996 Höhenmeter
3:18 Stunden unterwegs
14.0 KM/h Durchschnitt
um 4 Grad

Profil im PDF-Format Höhenprofil dieser Fahrt
 


 
 
etwas Statistik zu meinen Velofahrten
Dezember
2009
Jahr
2009
gefahrene Kilometer
477.5 KM
5143.2 KM
Höhenmeter
1767 HM
55554 HM
längste Fahrt
48.5 KM
am 30.12.09
160.3 KM
am 29.08.09
Fahrt mit den meisten Höhenmetern
996 HM
am 05.12.09
3260 HM
am 30.09.09







von Urs, am 06.12.09 um 00:59

gefahren in: Aargau

in Ausfluege • in Staffelegg

(2) Kommentare erhalten / weiteren Kommentar schreiben • (0) TrackbacksPermalinkgrosse DarstellungGoogleMapGrosse Darstellung der GoogleMap

erhaltene Kommentare:

  1. So ein schöner historischer Beitrag gibt von mir als Burgenfreak ein grosses DANKE!

    eingetragen von Spoony  am  08.12.2009  um  02:58
  2. Danke, wir haben noch ein paar in der Gegend. Bin jeweils selber gespannt, wie das wohl draussen, ausserhalb von Wikipedia, aussieht. Vor allem aber, gibt es Höhenmeter für meine Statistik und Punkte für den Winterpokal. cool smile

    eingetragen von .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)  am  09.12.2009  um  00:00

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