Freitag, 09. März 2007
will ich das wirklich?
Jetzt, wo ich den Weg vom GPS-Signal vom Velo bis in die Homepage gefunden habe (glaube ich jedenfalls), geht es noch um den Entscheid, welches Ger?t ich dazu kaufen soll. Eines dieser Allesk?nner oder doch nur ein vergleichsweise einfacher "Koordinaten-Sender"?Nach dem die technische Herausforderung im Griff zu sein scheint, wird mir in den letzten Tagen auch wieder eher bewusst, welchem öffentlichen Druck oder vielleicht auch Erwartungen ich mich da aussetze. Verliert da meine Velofahrerei nicht ein grosses St?ck an Freiheit? Auch an Vergnügen?
Ausser an ein paar wenigen Milit?rradrennen in meiner Jugendzeit, nahm ich nie an irgenwelchen Radrennen teil. Dies wird h?chstwahrscheinlich auch in Zukunft so bleiben. Wenn ich die beiden letzten Jahre beim Alpenbrevet mitgefahren bin, so war das eher im Sinne eines Ausfluges über mehrere Pässe in einem organisierten, gesch?tzten (und verpflegten!) Rahmen, aber sicherlich nicht, weil ich mir da irgendwelche grossen Loorbeeren abholen wollte. Für solche Übungen bin ich bei allem Training zu wenig fit, vielleicht auch schon zu alt. Auf jeden Fall habe ich keine Übung bezüglichtaktischer Überlegungen und Angriffsstrategien.
Mir liegt vielleicht das lange Fahren, das lange Sitzen auf dem Sattel, das meist lockere Rollen über nicht allzustark befahrene Strassen. Natürlich teste ich auch ab und zu meine Grenzen, meist auf der Strecke zum Arbeitsplatz und wieder nach Hause. Der 30er-Durchschnitt über diese 70 Kilometer liegt ja so nahe, und trotzdem habe ich ihn noch nie erreicht (es fehlen noch etwa sechs Minuten). Aber auf den meisten anderen Strecken, schaue ich schon mal sehr gerne auch neben die Strasse und halte auch mal für eine Foto an.
Mit den Passstrassen habe ich ein gespaltenes Verh?ltnis. Der schöne Teil ist unbestritten, das "Obenankommen". Die Aussicht auf die Bergwelt, vielfach auch die Ruhe auf dem Pass selber. Der Weg dorthin, weit unten vom Tal hinauf, vielleicht während 20 Kilometern und mehr 1000 oder 2000 Höhenmeter zu überwinden, vielleicht sogar das zweite oder dritte Mal am selben Tag ist gegen den Schluss schon fast eine Qual. Die brennenden Oberschenkel werden nur noch durch die erwartete Ankunft, das Gefühl des Obenankommens, motiviert, weiter zu kurbeln. Adrenalinsch?be unterdr?cken die Schmerzen in den Oberschenkeln, manchmal auch in den Oberarmen und dem R?cken, sie unterdr?cken auch eine zeitlang den nahenden Hungerast. Das gefahrene Tempo sinkt auf Fussg?ngergeschwindigkeit zusammen. Und dennoch: die Versuchung für den nächsten Pass lockt schon bereits während der Abfahrt von der letzten Eroberung.
Dazu soll nun noch die ?ffentliche Zurschaustellung kommen, wie die gefahrene Geschwindkeit mit zunehmender L?nge der Fahrt, der Eroberung des nächsten Passes, immer mehr absinkt? Der mentale Druck, Erwartungen nicht erf?llen zu können, wie gross wird der wohl sein?
In was für eine Situation habe ich mich da mit meinem fast grenzenlosen Vertrauen auf die Technik hineinman?vriert.
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