Foto zum heutigen Tag:

Lockenten in der Vogelkoje
Ein schwarzes Schaf ist fast immer dabei
Sommerferien Nordfriesland 2004

Als Aargauer unterwegs

Sonntag, 11. Juli 2004

Vogelkoje und Friesenmuesum

Die Vogelkoje ist eine Station zur Entenjagd. Enten, die sich auf dem Vogelzug von Skandinavien oder Russland in Richtung Süden befanden, wurden hier mittels Lockenten angelockt.



Am Nachmittag dann noch einen Besuch im Friesenmuseum. An eindr?cklichen Schautafeln und Modellen wurde uns gezeigt, wie man während Jahrhunderten Torf trocknete, verbrannte und aus der Asche Salz gewann. Ein t?dliches Unterfangen, wie sich später herausstellte. Zerst?rte man doch mit dem Torfabbau den eigenen Schutz vor dem Meer.





Während des Morgenessens ging über unserem Strand ein heftiger Regen nieder. Mit etwas gemischten Gefühlen bezüglichdes Wetters, setzten wir uns anschliessend in den Bus, welcher uns zur nahe gelegenen Vogelkoje brachte.

Die Vogelkoje ist eine Station zur Entenjagd. Enten, die sich auf dem Vogelzug von Skandinavien oder Russland in Richtung Süden befanden, wurden hier mittels Lockenten angelockt. Das grosse Kunstst?ck bestand darin, die eigens für diesen Zweck gehaltenen Lockv?gel gerade im richtigen Moment im schwimmf?higen, aber noch nicht flugf?higen Alter zu haben. Zudem wurden sie für die Lockzeit sehr schmal bei Futter gehalten und waren dadurch gezwungen, auf dem eigens für diesen Zweck angelegten Teich, dauernd herumzuschwimmen und nach dem Futter zu suchen. Das Futter befand sich selbstverst?ndlich nicht auf dem offenen Teich, sondern in eigens für den Fang hergerichteten K?figen, sogenannten Reussen. Schwammen nun die Lockv?gel schnatternd auf dem Teich herum, signalisierten sie dem vorbeifliegenden Entenschwarm, dass sich hier unten irgendwo Futter befand. Der Rest ergibt sich von selbst.

In Rekordjahren wurden hier auf der Insel 60 bis 70'000 Enten pro Jahr gefangen und zu Delikatessen verarbeitet. Es wurde sogar eigens für die Verarbeitung der Enten eine Fabrik erstellt. Für die damaligen Einwohner eine willkommene Nebeneinnahme. Einzelnen Lesern ist vielleicht die Konservendose mit der Aufschrift "Krick-Ente" noch ein Begriff.

Die Entenjagd ist heute auf 600 (sechshundert) St?ck pro Jahr beschr?nkt.

Anschliessend kehrten wir zu Fuss über den Deich zur alten Mohle von Wyk auf Föhr zurück. Einmal mehr mitten durch unz?hlige Schafe. Das Mittagessen genossen wir in einem kleinen Kaffee. Ich genehmigte mir heute ein St?ck Friesentorte (Blätterteig, Rahm und Pflaumenmuss), zusammen mit einem Tee, genannt "Friesenfeuer".

Am Nachmittag dann noch einen Besuch im Friesenmuseum. An eindr?cklichen Schautafeln und Modellen wurde uns gezeigt, wie man während Jahrhunderten Torf trocknete, verbrannte und aus der Asche Salz gewann. Ein t?dliches Unterfangen, wie sich später herausstellte. Zerst?rte man doch mit dem Torfabbau den eigenen Schutz vor dem Meer. Diesen Fehler musst dann die Bevölkerung ja auch bei den riesigen Fluten im 12. und 13. Jahrhundert teuer bezahlen. Die Folgen der ungeheuren Fluten sind ja auch heute noch bestens sichtbar.

Ein anderes Kapitel, ebenfalls dargestellt in diesem Museum ist die Zeit der Auswanderung. Weil die Lebensgrundlage in Nord- und Ostfriesland mehr als ?rmlich war, suchten viele Einheimische ihr Glück in Amerika und wanderten aus. Einige fanden den Weg zum grossen Reichtum, was im Museum auch schön dokumentiert ist. Sicher ist auch, dass zeitweise mehr Insulaner in Amerika lebten als auf den Inseln zu Hause.

Ebenfalls schön dokumentiert ist die schwere Zeit des Walfischfangs. Viele M?nner begaben sich zu den Holl?ndern oder Engl?nder auf die grossen Schiffe für den Wahlfang.

Am Abend dann noch ein letztes Buffet im Hotel und anschliessend einen letzten Strandspaziergang.

Wetter: Der Tag begann mit einem kräftigen Regenguss. Auch tagsÜber eher abwechselnd, kaum Sonne, viel Wind.





Ergänzungen nach dem ersten Posting:
19.03.2011: Feldinhalte an EE2.x angepasst



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von Urs, am 11.07.04 um 06:59
in Wandern

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Entenjagd, Museum