Sonntag, 10. April 2005
Dirigent bei der Arbeit
Schon mal einem Dirigenten bei der Arbeit zugeschaut? Einem richtigen Musikanten, welcher mit Leib und Seele dabei ist und versucht, seine um ihn im Halbkreis versammelten 40 Musikanten, zur H?chstleistung zu bringen?Schon mal einem Dirigenten bei der Arbeit zugeschaut? Einem richtigen Musikanten, welcher mit Leib und Seele dabei ist und versucht, seine um ihn im Halbkreis versammelten 40 Musikanten, zur H?chstleistung zu bringen? Gespielt wurden spanische, russische und amerikanische Melodien. Meist ziemlich schnell, manche mit Rhythmuswechseln darin, über alles gesehen, wahrscheinlich eher etwas Anspruchsvolles. Klar, dass da die Konzentration sowohl von den Musikern wie auch vom Dirigenten stark gefordert ist. Während die meisten Musikanten auf ihren St?hlen sitzen können, ab und zu den Augenkontakt suchend mit dem Dirigenten, muss dieser mit allen Mitteln versuchen, die Aufmerksamkeit im richtigen Moment auf sich zu ziehen: mal senkrecht dastehend, mit spitzem Dirigentenstab in der Hand, um sogleich mit einem kleinen Zwick von den Knien bis zu den ?ussersten Fingerspitzen das Orchester in Gang zu bringen, mal vornÜbergebeugt mit ausladenden Armbewegungen, als sollte eine ganze Meeresbrandung beiseite geschoben werden, dann wieder t?nzelnd, beinahe h?pfend besonders markante Stellen im Musikst?ck hervorzuheben. Später, beim Querfl?tensolo fast auf den Knien bittend um den letzten Finisch, um gleich darauf vor dem ganzen Orchester wiederum einzelne Instrumente, einzelne spitze T?ne mit Dirigentenstab und dem blossen Finger herauszuzupfen. Dazwischen immer wieder Notenbl?tter kehren um dann doch nicht darauf zu schauen. Mit der linken Hand eher Tempo drosseln, vielleicht auch eine leisere Stelle für die Oboen ank?ndigen, w?hrend die rechte Hand eher auf Tempo zu machen scheint und die Trompeten anspornt.
Und zum Schluss, wenn alle den letzten Ton erwischt haben, keiner in eine abrupte Pause gestolpert ist, zwei oder drei Verbeugungen vor dem Publikum und aus dem Blickfeld verschwinden bis zum nächsten St?ck.
Heute Abend so beobachtet, während des gemeinsamen Konzertes von Stadtmusik Baden verst?rkt mit der Stadtmusik Brugg in der reformierten Kirche in Baden. Mir hat es, und vor allem auch der Dirigent, einmal mehr gefallen.
Ergänzungen nach dem ersten Posting:
19.03.2011: Feldinhalte an EE2.x angepasst
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