Samstag, 22. Oktober 2005
Der letzte grosse Pass in diesem Jahr?
Die Meteorologen versprachen uns f?r heute ja einen warmen, wenn auch f?hnigen Tag, mit Sonne in den Alpen und wieder wärmeren Temperaturen, auch in den Alpen. Diese Gelegenheit, so kurz vor dem Ende der Sommerzeit, konnte ich mir nicht entgehen lassen und stand bereits um neun Uhr fahrbereit mit meinem Renner in Fl?elen.Schon die Hinfahrt mit dem Zug nach Fl?elen war ein Erlebnis. Über dem Zürichsee eines der schönsten Morgenrote (wenigstens für mich als Aargauer), später dann gl?nzte die Rigi in ihrem Herbstgewand, welches von der aufgehenden Sonne noch zus?tzlich regelrecht vergoldet wurde. Dazu fiel ein ganz feiner Regen und brach das Sonnenlicht zu einem Regenbogen, ähnlich dem Sternenkreis der "Paramount Pictures Studios". Eine Foto davon zu machen, w?re auf jeden Fall kitschig geworden.
So stand ich dann um neun Uhr in Fl?elen und stellte erst mal mit Schrecken fest, dass ich meine Trinkflaschen zu Hause vergessen hatte. Da ich in der Regel sowieso nur Wasser ohne isotonische Zus?tze trinke, musste ich mir erst noch Fl?ssigkeit beschaffen. Aber dann wurde gestartet: Altdorf und dann links weg ins Sch?chental, Richtung Klausenpass. An der Strasse kann man stellenweise noch gut die Sch?den von den Unwettern von Ende August erkennen. Das Tal selber liegt im Herbst bis gegen Mittag im Schatten. Es war denn auch entsprechend kühl. So etwa nach Urigen, dort wo die Strasse nach dem zweiten Taucher ins Tal hinab sich endg?ltig für lange Zeit in Richtung Passhöhe dem Hang entlang schl?ngelt, dort fuhr ich in die Sonne. Das Termometer stieg nun laufend weiter und erreichte auf der Passhöhe sagenhafte 18 Grad.
Passfahren im Herbst ist ein besonderes Erlebnis: Einerseits ist die Strasse leer, fast kein Auto und auch fast keine Motorr?der. Hie und da ein Velofahrer, der bereits von der Passhöhe herunter kommt. Anderseits kommt die ganze Farbenpracht des Herbstes dazu. Auch das Spiel von Licht und Schatten hat in diesen engen T?lern mit den steilen Hängen seinen besonderen Reiz. Die Bauern scheinen so ziemlich alle Wiesen mit Mist oder G?lle bespr?ht zu haben. Dazwischen jede Menge Schafe, manchmal Ziegen und etwas weniges an Kühen.
Auch auf der Passhöhe fast absolute Stille. Das Hotel Klausenpass ist geschlossen. Als einziges hat der Kiosk direkt auf der Passhöhe noch offen und verkauft den paar verirrten Touristen noch ein paar Kleinigkeiten.
Um die Mittagszeit fahre ich dann in Richtung Glarus, das Linthtal hinunter. Auch hier: fast kein Mensch auf der Strasse, eine wundervolle Farbenpracht in den Wäldern und einzelne Velofahrer in sommerlicher Bekleidung, die den Pass noch vor sich haben. Es kommt mir vor, als ob der Herbst in der Talebene schon weiter fortgeschritten ist. Die Bäume sind hier nicht mehr so farbig, sondern eher eint?nig braun. Das ganze Tal ist hingegen voll vom Glockenklang der K?he, welche draussen weiden und bekanntlich von den Alpen heruntergeholt worden sind.
Nach Glarus kommt dann ein leichter Gegenwind auf. Der Himmel beginnt sich mit Wolken zu überziehen. Die Temperaturschwankungen werden dann ziemlich gross. Unter der Sonne habe ich zu warm, unter den Wolken habe ich zu kalt und umziehen will ich mich nicht alle paar Kilometer. So entschliesse ich mich den "hunderter" noch voll zu machen und steige dann in Pf?ffikon (SZ) wieder in den Zug.
Details zur heutigen Fahrt:
101.31 KM
62.1 KM Maximale Geschwindigkeit
1805 Höhenmeter
5:07 Fahrzeit
19.7 KM/h Durchschnitt
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