Blick ins Muotathal
Blick ins Muotathal

Herbst am Pragelpass (1)
Herbst am Pragelpass (1)

Herbst am Pragelpass (2)
Herbst am Pragelpass (2)

Pragelpass
Pragelpass

Herbst im Kl?ntal (1)
Herbst im Kl?ntal (1)

Herbst im Kl?ntal (2)
Herbst im Kl?ntal (2)

Als Aargauer unterwegs

Sonntag, 12. Oktober 2008

Über den Nebel an die Sonne

... das war mein heutiges Ziel. Als Route hatte ich mir zurechtgelegt, von Arth-Goldau mit dem Renner nach Schwyz, dann das Muotathal, den Pragelpass und später dann von der Linthebene oder dem oberen Zürichsee-Ende wieder zurück an den Zugersee zu fahren. Doch es sollte leicht anders kommen.

Den Wecker am fr?hen Morgen h?rte ich noch, doch der Blick aus dem Schlafzimmerfenster war ein Abl?scher. Die Nebeldecke schien undurchdringbar zu sein. So entschied ich mich f?r einen späteren Zug.

Vielleicht hat es sich schlussendlich doch gelohnt, die eine Stunde länger im Bett liegen zu bleiben. Als der Zug dem Zugersee entlang fuhr, lichtete sich der Nebel laufend. Sogar der Blick auf die Rigi wurde frei. In Schwyz angekommen schien die Sonne vollends und unverh?llt vom Himmel herunter.

So klickte ich erst in Schwyz und nicht wie vorgesehen in Arth-Goldau in meine Pedalen und fuhr in Richtung Muotathal davon. Doch schon im Dorfkern von Schwyz musste ich eine erste Umleitung wegen eines Marktes in Kauf nehmen, die gewonnen Höhenmeter vernichten und nach Ibach hinunterfahren. Ab dann klappte dann aber die Einfahrt ins Muotathal.

Ab und zu war die Strasse noch feucht, vermutlich die Feuchtigkeit aus den n?chtlichen Nebeln. Das Tal selber pr?sentierte sich heute in den schönsten bunten herbstlichen Farben. Es schien genau der richtige Tag zu sein für ein paar herbstliche Bilder. Muotathal und weiter hinten Hinterthal war bald erreicht. Da begann er, der von den Velofahrern gef?rchtete Pragelpass.

Auf der Br?cke, gerade beim Beginn der Steigung, steht die Tafel für die Radfahrer: "steigt 885 Meter auf 11 KM" steht da. Ich denke noch bei mir, dass ich ihn eigentlich steiler erwartet habe. 885 HM auf 11KM gibt ja nur gerade mal 8% im Schnitt. Aber eben Durchschnitt. Kein Wort davon, dass der gr?ssere Teil der Höhenmeter in einer wesentlich k?rzeren Strecke erklettert werden muss. Dann sieht das Verh?ltnis schon ganz anders aus: 600 Höhenmeter auf vielleicht 5 Kilometer gibt einen Schnitt von immerhin 12% und der Anfang der Kletterpartie ist deutlich steiler als der Rest. Ich fahre nicht allzuschnell in die Steigung, überhole ganz unten noch ein paar Mountainbiker. Auch hier ist die Strasse noch feucht. Auf der Strasse liegen ein paar zerplatschte Kuhdrecke. Ich umfahre die zwar, doch das Hinterrad dreht trotzdem durch. In der ersten Spitzkehre ist bereits Schluss. Das entgegenkommende Auto verunm?glichte ein Ausweichen auf die andere Seite und die Kehre in der Innenseite nehmen schaffe ich nicht. So marschiere ich ein paar hundert Meter, bis zur nächsten Spitzkehre hinauf.

Als es wieder etwas flacher wird steige ich nochmals auf. Die Passstrasse ist unheimlich steil. Ich glaube während meiner ganzen Savoyenrundfahrt habe ich keinen einzigen solchen Höhenmeter bew?ltigen müssen. Vor mir kommen zwei weitere Mountainbiker in Sichtweite. Die schaffe ich noch, halte dann aber etwas später für erste Fotos an. Die beiden überholen mich wieder. Wenig später gelingt es mir, die beiden nochmals zu überholen, diesmal allerdings für immer, beziehungsweise wenigstens bis zur Passhöhe. Etwa ab der Hälfte der Strecke, wird die Strasse sp?rbar flacher und gegen den Schluss dann schon fast eben. Das Gel?nde auf dem Pass ist irgendwie merkw?rdig. Kein durchgehender Boden. Es scheint, also ob viele eingebrochene Stellen die Oberfl?che bilden, oder als ob die ganze Landschaft auf einzelnen Felsbl?cken steht. Es hat aber dennoch ziemlich viel Wald, wenigstens auf der Seite des Muotathales. Die Passfoto ist bald gemacht. Während der ganzen Zeit der Auffahrt auf die Passhöhe, wurde ich nicht von einem einzigen Velorennfahrer überholt. Hingegen kamen sie mir alle entgegen. Der Pass scheint ein kleines Mekka für die Radfahrer zu sein. Sind wir alles kleine und grosse Masochisten? Wir wissen zwar, oder haben schon davon gehört, dass einzelne Pässe furchtbar sind. Und dennoch wollen wir es selber immer wieder erleben.

Die kr?ftezehrende Auffahrt wird dann allerdings mit wunderbaren Ausblicken während der Abfahrt ins Kl?ntal entlohnt. Der Kl?ntalersee liegt heute absolut ruhig da. Man könnte die farbigen Blätter der Bäume an der Uferzone alle einzeln im Spiegelbild erkennen. Doch er strahlt auch eine furchtbare Kälte ab. Heute nach der Mittagszeit war keine Sonne auf dem See. Ich frage mich, wann der See zum letzten Mal einen Sonnenstrahl zu sp?ren bekam. Schon möglich, dass er mit seiner West-?stlichen Ausrichtung in dem schmalen Tal und zwischen den hohen Bergen noch bis in den nächsten Frühling auf den nächsten Sonnenstrahlen warten muss.

Nach der Abfahrt nach Netstal hinunter geht es dann durch den Rest des Glarnerlandes in die Linthebene hinaus und an den Zürichsee. Langsam beginne ich zu realisieren, dass mich der Pragelpass doch mehr Kr?fte gekostet hat, als ich mir das vorerst eingestehen wollte. Auch das Mittagessen auszulassen war vermutlich keine gute Entscheidung. So pl?ndere ich den mitgef?hrten Notvorrat und entschliesse mich, heute mal wieder dem Zürichsee entlang zu fahren, und in Zürich dann den Zug zu besteigen.

Schöne und herbstliche Farben habe ich auch so, entlang dem See noch sehen können.




Details zur heutigen Velofahrt
schoenster_Sonnenschein Vormittag
mit dem Renner
Nachmittag schoenster_Sonnenschein
 
112.6 Kilometer
60 km/h Maximale Geschwindigkeit
1382 Höhenmeter
5:13 Stunden unterwegs
21.6 KM/h Durchschnitt
Am Morgen bei 15 Grad, auf der Passh?he k?hl aber windstill, am Nachmittag sp?tsommerlich warm

Profil im PDF-Format Höhenprofil dieser Fahrt
Übersicht der Fahrt Kartenansicht dieser Fahrt
die getrackte FahrtTracklog der heutigen Fahrt
Die Strecke zum Nachfahren in Google-Earth Die Strecke zum Nachfahren in Google-Earth
 



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von Urs, am 12.10.08 um 00:01

gefahren in: GlarusSchwyzZürich

in Ausflüge • in Pragel

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