Dienstag, 12. Oktober 2010
SBB Knigge
Wenn es im Flugzug eng wird.Fr?h Morgens, der Zug kommt von Basel und f?hrt bis zum Flughafen Zürich-Kloten. Bekannt ist er allgemein unter dem Namen "Flugzug". Ein Interregio, der ein paar Mal mehr anh?lt als andere Z?ge. Daf?r ist er gut besetzt, vor allem mit Ferien-Reisenden und viel Gep?ck. Schon bei uns, auf der Zürcherseite des Bözbergs. Dabei zieht es die arbeitende Bevölkerung diesseits des Bözbergs ohnehin eher nach Zürich als nach Basel. Nebst einigen Baslern, die sich auch noch nach Zürich, beziehungsweise wenigstens nach Altstetten, verirrt haben. Um es klarer zu sagen: eigentlich kommt der Zug schon fast voll hier an und hat noch die grossen Agglomerationen wie Baden und Dietikon vor sich.
Diese Ausgangslage hat heute wohl den begleitenden Zugchef veranlasst, pers?nlich zum Mikrofon im Zug zu greifen.
"Hier spricht der Zugchef" waren seine ersten Worte. Normalerweise folgen nach einem solchen Auftakt keine angenehmen Meldungen. Verspätungen, technische Defekte, Anschlussprobleme von oder auf andere Z?ge werden da mitgeteilt, durch die Lautsprecher geknattert. Meist und mindestens in Deutsch, Franz?sisch und Englisch, vielleicht auch mal in Italienisch, jedenfalls kann dann für längere Zeit die Zeitung beiseite gelegt werden.
Doch heute war das anders. Es folgte der Hinweis, dass das Gep?ck in die Gep?ckablage geh?re. Gr?ssere St?cke können auch zwischen den R?cklehnen der Sitzb?nke verstaut werden oder auch auf den Knien der Passagiere habe es noch Platz. Die neuen G?ste der nächsten Stationen w?ren auch froh um einen Sitzplatz. Es folgten noch ein paar motivierende Ergänzungen. Nach der deutschen Durchsage war Schluss mit Belehrung. Schluss bis zum nächsten Bahnhof jedenfalls.
Alles verst?ndlich und nachvollziehbar. Doch die ausl?ndischen Ferieng?ste, die vielleicht in noch d?sender oder wenigstens vorget?uschter Schlafstellung auf die englische, französische oder italienische Durchsage warteten, liessen sich jedenfalls mal sicherheitshalber nichts anmerken. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Durchsage rein gar nichts bewirkt hatte, jedenfalls nicht in meiner näheren Umgebung. Das Platzproblem lösen die Passagiere ohnehin unter sich.
in Zwischen Brugg und Zürich •
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