Montag, 08. Juni 2009
Ritter Blaubart im Sommerzelt
... oder Kultur am Sonntagabend, ... oder was vielleicht auch noch passieren könnte, wenn man nach Mitternacht nach Hause kommt.Der Reihe nach: Das Sommerzelt ist ein Ort f?r Kultur und Begegnung im Kurtheater Baden. Eine Zeltplache, welche gegen den st?rksten Regen und den ?rgsten Wind ein bisschen sch?tzt, aufgespannt im Garten des Kurtheaters Baden, zwischen Bäumen, einem kleinen Weiher und dem Theatergeb?ude, über einer kleinen Arena.
Der Ritter Blaubart: ein nicht mehr ganz junger Ritter, der aber unbedingt heiraten m?chte. Sechs Mal hat er schon geheiratet, aber so richtig funktioniert hat es nie. Wie sich später dann herausstellt, war es immer wieder die Neugier der Frauen, die die Ehe manchmal schon nach wenigen Tagen auseinanderbrachte. Beim siebten Mal nun, da verliebt er sich in eine feurige Spanierin, die auf dem Weg nach Spreitenbach im Blocherland, kurz bei ihm, eben dem Ritter Blaubart, vorbeischaute.
Das Märchen wird mit viel schwarzem Humor, viel Witz, aber auch einigen groben Spr?chen über Frauen und M?nnlichkeit, dargeboten. Verst?ndlich, dass es bei den Br?dern Grimm nur in der ersten Auflage enthalten gewesen sein soll.
Das Märchen, das Theater gewann noch einiges an Schaurigkeit dazu, da es ja fast unter freiem Himmel vorgetragen wurde. An die Glaswand des Kurtheaters wurden mit einem Beamer die Umrisse eines Schlosses projziert. Die herumwallenden Wolken auf dem Bild, gingen fast nahtlos in die echten, ebenfalls ziemlich rasch vorbeiziehenden Wolken am richtigen Himmel über. Wenigstens so lange es noch nicht stock dunkel war. Zeitweise war die Szenerie auch noch mit einem leichten Abendrot beleuchtet, was ja auch irgendwie zum feurig-roten Thema passte.
Später dann, gegen Mitternacht, als wir uns auf dem Heimweg befanden, leuchtete der Mond sein, von Nebel und Feuchtigkeit, diffus gewordenes Licht durch unser Quartier. Er schaute gerade so knapp über die Hausd?cher hinweg.
Wahrscheinlich haben ihn nicht alle gesehen. Der Vampir, wie er sich ähnlich einer Fledermaus von einem der D?cher erhob, und in Richtung des Mondes davonflog.
Also: ich habe ihn glaubs auch nicht gesehen, aber er hätte gerade noch so in die Phantasie dieses Abends und diese Nachtstimmung hineingepasst.
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