Freitag, 05. Dezember 2008
Der Körbchenfahrer
Vermutlich die letzte Möglichkeit, diese Woche einmal mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren zu können. Das Thermometer zeigte etwas über vier Grad an, die Strassen waren allerdings grüsstenteils nass, aber nicht "spritznass". Mit Glatteis war kaum zu rechnen. Dennoch mied ich es wenn immer möglich über Schachtdeckel und Fussg?ngerstreifen zu fahren.Schon bei der Durchfahrt durch Dietikon war die Grenze zur Föhnlage gut erkennbar. Während das untere Limmattal unter einer Wolkendecke lag, h?rte diese plötzlich wie abgeschnitten in der Gegend von Zürich auf. Allerdings musste ich dann die letzten paar Kilometer zwar unter einem wolkenlosen Himmel, aber daf?r gegen den Wind fahren.
Auf dem Heimweg hatte ich wetterm?ssig ziemlich viel Glück. Etwa die Hälfte der Strecke war trocken. Ebenfalls ab Dietikon war dann plötzlich alles ziemlich nass. Es spritzte und stellenweise regnete es auch. Ich unterliess es aber, einen Regenschutz überzuziehen.
In Baden dann, traf ich den Körbchenfahrer wieder einmal. Das scheint mir ein ?lterer Herr zu sein, der aber sportlich total auf der Höhe ist. Er f?hrt ein scheinbar normales Strassenvelo mit einem Gep?cktr?ger. Darauf hat er ein K?rbchen mit irgendwelchem Zeugs drin. Selbst wenn ich mit dem Renner unterwegs bin, ist es eine echte Herausforderung, ihn bleibend zu überholen. Heute war ich mit dem Mountainbike unterwegs.
Immer wieder schaut er zurück, es sieht fast so aus, als ob er mich nach vorne lassen m?chte, nur um anschliessend im Windschatten anh?ngen zu können. Lange z?gere ich, denn als "Verfolger" habe ich zwar den Vorteil des Windschattens, werde aber dauernd vom Wasserstrahl an seinem Hinterrad bespritzt. Den "Angriff" reite ich kurz nach dem letzten Lichtsignal ausserhalb Baden. Dort wo es lange geradeaus geht und nach mehreren Kilometern sogar noch leicht ansteigt. Ich kann ihn nicht absch?tteln. Beharrlich kurbelt er jetzt in meinem Wasserstrahl nach. Den Lichtkegel seiner Lampe habe ich dauernd wenig vor meinem eigenen Vorderrad. Auch den Hügel hinauf. Meine Hoffnung liegt jetzt auf der Abfahrt von diesem Hügel. Die Hauptstrasse dort ist n?mlich sehr holprig. Mit dem Renner r?ttelt und sch?ttelt das immer sehr heftig. Doch heute mit dem Mountainbike und der Federung hinten und vorne?
Ich h?re sein Keuchen und sehe immer noch den Lichtkegel direkt vor meinem Vorderrad. Das Lichtsignal auf dem Hügel ist grün. Wir brettern durch. Ich gebe noch eins drauf, fliege fast über die vielen Flickstellen auf der Strasse. Dann noch ein weiterer kurzer Hügel, oben ein Kreisel, dann einem dunklen Waldrand entlang: der Lichtkegel vor meinem Rad ist weg. Gebenstorf, das Lichtsignal ist grün, hinunter an die Reuss und in einer langen Rechtskurve wieder hinauf nach Windisch. Ich wage einen Blick zurück. Kein Verfolger mehr weit und breit. Ist er abgebogen? Muss er gar nicht hier durch?
Plötzlich sind meine Beine wie lahm, abgebrannt, nichts mehr da, übers?uert. Die letzten paar Kilometer nach Hause nehme ich es dann wirklich gem?tlich.
| Details zur heutigen Velofahrt | ||||
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am fr?hen Morgen |
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am sp?ten Abend | ![]() |
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70.3 Kilometer 44.7 km/h Maximale Geschwindigkeit 434 Höhenmeter 2:48 Stunden unterwegs 25.1 KM/h Durchschnitt am Morgen etwas ?ber 4 Grad, am Abend kaum w?rmer |
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gefahren in:
in Training oder Ausflüge •
(2) Kommentare erhalten / weiteren Kommentar schreiben • Permalink • grosse Darstellung
erhaltene Kommentare:
Urs, wie definierst Du genau ‘?lterer Herr’? Da ich weiss, dass Du auch nicht mehr der j?ngste bist, macht mir die Geschichte etwas Angst. Ich sehe vor dem geistigen Auge ein greiser Opa auf seinem Stadtvelo, locker Dir hinterherfahrend. Angesichts Deines Fitnessstandes muss der irgendwie ?bernat?rliche Kr?fte haben sein.
eingetragen von Spoony, am 05.12.2008 um 03:04
Ich weiss schon, die Grenze zum ?lteren Herrn r?ckt unaufhaltsam n?her. Ich gebe ihm f?nf Jahre bei den Jahrg?ngen dazu, plus noch f?nf f?r seinen verbissenen und angriffigen Blick. Da ich ihn nicht zum erstenmal in so einer Randzeit gesehen habe, f?hrt er vermutlich auch einigermassen regelm?ssig seinen Arbeitsweg. Also arbeitet er noch.
Somit ist meine Grenze zum ?lteren Herrn vielleicht identisch mit der Pensionierung.
eingetragen von .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen), am 06.12.2008 um 00:06
nächster Eintrag: zwei bis drei Minuten pro Erdnüsschen
vorhergehender Eintrag: Update zu meinem GTD
meine letzten Trainings, eingesendet an Sportstracklive:
Meine letzten Fahrten, eingesendet bei Strava:
Meine Fahrten über Pässe (seit März 2012), registriert bei Quäldich:
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