Freitag, 17. April 2009
Dazugelernt
Zufällig aufgeschnappt: das Velo reist als Handgepäck mit.Eigentlich wollte ich heute Abend nach der Arbeit eine weitere Feierabendrunde abradeln. Aber ausgerechnet um diese Zeit wanderte eine ganze Kette von Regenzellen, schön eine nach der anderen, entlang des Jura-Südfusses durch das Aaretal hinunter. Die Sonne schien und es regnete. Halt wie im April. So zog ich es vor, den in der Morgenzeitung aufgeschnappten Artikel über Reisen mit dem Velo als Handgepäck etwas genauer zu lesen.
Offensichtlich schon seit längerem, jetzt aber in einer verbesserten Version, gibt es den TranZBag. Eine Tragetasche, welche es erlaubt, unter anderem auch Renner, im Zug oder den anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, als Handgepäck, mitzubef?rdern. Der Clou dabei ist, dass dies auch noch kostenlos geschehen kann, sofern mit der Tasche nicht ein zweiter Sitzplatz belegt wird. Am Renner, geht Übrigens auch f?r Mountainbikes und weitere Zweir?der, muss lediglich das Vorderrad entfernt und in die Seitentasche gesteckt werden. Die Gabelenden werden mit einem Distanzst?ck vor Besch?digung gesch?tzt und der Lenker muss um 90 Grad abgewinkelt werden. Reissverschl?sse zuziehen, Schultergurt auf die individuelle L?nge anpassen, fertig und einsteigen. Platz f?r solche "Handgepäckst?cke" soll es in fast jedem Wagen beim Eingangsbereich haben. Nur nicht an den markierten Stellen f?r Fahrr?der. Denn der ist ja reserviert f?r die, die bezahlen f?r den Transport ihres Drahtesels.
Eigentlich verlockend. Wenn ich allerdings an gewisse Zugfahrten im letzten Herbst denke, kommen mir da gewisse Zweifel, ob das mit dem Platz im Eingangsbereich so einfach ist. Andererseits sind aber genau an diesen Tagen auch die markierten Aufh?ngevorrichtungen, manchmal sogar auch der mitgef?hrte Gep?ckwagen, komplett überf?llt. Ein weiterer Vorteil ist auch noch der Sichtschutz. Nicht, dass ich ein wahnsinnig teueres Rennrad hätte, aber ich habe mich letzthin, dabei ertappt, eben doch auf ein Sandwich und den Kaffee zu verzichten, nur weil ich den Renner im Get?mmel von Leuten vor dem Kiosk hätte ein paar Minuten stehen lassen müssen. Als "Handgepäck" hätte ich ihn natürlicheher in die N?he genommen. (Das war in Bellinzona, nach der Fahrt um den Lago Maggiore.)
Auch während einer langen Fahrt, eben zum Beispiel von Bellinzona nach Zürich, wenn der Renner weit weg im Gep?ckwagen zwischen andern Rennern und Mountainbikes, h?ngt, beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Weniger wegen des Diebstahls, sondern wegen der R?ttlerei und den Fliehkr?ften um Kurven und während Bremsman?vern. Noch nie hing er nach mehreren Kurven schön gerade unter dem Haken. Immer ist er irgenwie verdreht. Die Felge am Vorderrad muss da schon einiges aushalten können.
Als weiteres Argument kommen die Kosten. Ich besitze ein Generalabonnement für das schweizerische Streckennetz und muss damit nur eine halbe Tageskarte für den Renner lösen. Also 10.-- CHF pro Tag. Im Einzelfall sicher nicht so viel. Doch seit längerem habe ich auch den Wunsch, nicht immer nur Rundfahrten vom Ferienort oder von zu Hause aus zu unternehmen. Sondern eben auch mal irgendwo hinzufahren und anschliessend mit dem ÖV wieder zurück. Was ja dann eigentlich bedeutet, dass ich am Abend für die Heimfahrt noch eine Tageskarte für vielleicht zwei Stunden Zugfahrt lösen muss.
Mit so einem TranZBag könnte ich also gleich mehrere Vorteile auf einmal einhandeln:
- Kostenloser Transport. Je nach Preis, ab etwa der 15. Fahrt d?rfte die Tragtasche amortisiert sein.
- Neue Gegenden, weitere Fahrten: wenn ich schon eine gr?ssere Ausfahrt mache, den Rucksack dabei habe, spielen die zus?tzlichen 800 Gramm für den TranZBag auch keine Rolle mehr.
- Mehr Mobilit?t: bis jetzt musste ich am Bahnhof immer hoffen, dass der nächste Zug auch den Velotransport zul?sst. Bei einzelnen Z?gen ist das n?mlich nicht ohne weiteres möglich, weil nicht alle einen Gep?ckwagen für Selbstverlad oder entsprechende Aufh?ngungen in den Personenwagen haben. (Zum Beispiel die Neigez?ge, die meisten internationalen Z?ge)
- Keine Karrenschmiere im Auto: so ganz nebenbei könnte der Sack natürlichauch für einen Transport im Auto ben?tzt werden, ohne dass dabei Polster oder Feriengep?ck mit Kettenschmiere verziert würden.
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