Freitag, 21. August 2009
Cassis-de-Dijon
Gedanke aus Sicht eines Velofahrers, der es schon mal gewagt hat, ein elektrisches Gerät im Ausland einzukaufen.Normalerweise ist man ja versucht, neue oder wenigstens unbekannte Begriffe, mit irgend etwas Bekanntem zu verbinden. Das ist im Falle von "Cassis-de-Dijon" relativ schnell passiert.
Ein paar Str?ucher der schwarzen Johannisbeere, der Grundlage f?r den Cassis-Sirup, haben wir selber im Garten stehen. Jahr f?r Jahr pfl?cken wir schliesslich davon ein paar Kilo. Aus den meisten Beeren gibt es Konfit?re ein paar landen im Bircherm?esli, im Fruchtsalat oder auf der Fruchtw?he. Dijon ist eine Ortschaft in Frankreich, irgendwo zwischen Paris und Basel. Zusammen ergibt das dann mindestens einen Sirup aus Frankreich, vielleicht sogar einen Lik?r aus Frankreich.
Aber warum k?mmert sich plötzlich scheinbar die halbe Politik, wenigstens die, die sich nicht mit den USA und der UBS streiten müssen, um diesen Sirup oder Lik?r?
Da wurde wieder einmal für einen relativ komplexen Sachverhalt ein einfacher und einpr?gsamer Begriff gefunden. Wenigstens für die, die ihn damals geprägt haben. Es war vermutlich um das Jahr 1979 als ein Bauer aus Dijon versuchte, seinen Lik?r im Ausland abzusetzen. Das hat wohl nicht funktioniert, denn das Ausland hat ja selber Lik?r, wohl den besseren, vielleicht aber auch nur den teureren. Jedenfalls musste nach vermutlich viel Streitereien, sogar der Europ?ische Gerichtshof entscheiden. Was dabei herauskam, kann in Wikipedia nachgelesen werden. In der Kurzfassung etwa: "Was im Ausland ordnungsgem?ss hergestellt wurde, soll auch im Inland verkauft werden können". Dies sollte aus damaliger Sicht, wenigstens innerhalb der EU G?ltigkeit haben.
Falls nun die Schweiz ebenfalls dieses Cassis-de-Dijon-Prinzip übernehmen sollte, heisst das dann auch, dass wir, um bei meiner mir bekannten Umgebung zu bleiben, EDV-Ger?te mit deutschen Steckern importieren würden? Die mit den zwei Beinchen statt deren drei? Zur Zeit sind bei uns in der Wohnung bei etwa der Hälfte der Steckdosen, die L?cher versenkt. Also bei der anderen Hälfte der Steckdosen w?ren ja die deutschen Stecker kein Problem. Und auf meinen Velofahrten im Ausland müsste ich auch nicht dauernd ein S?ckchen voll Adapter mitnehmen, um unsere dreibeinigen Stecker doch in die Steckdosen stecken zu können.
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