Mittwoch, 12. August 2009
12. Tag: Chamonix - Bulle
Der Tag begann sehr kalt, aber auch sehr schön. Leider empfing mich im Wallis nebst dem erwarteten Wind auch sehr viel Dunst und somit eine ganz schlechte Fernsicht. Beim Aufstieg von Montreux ins Mittelland habe ich mich einmal mehr der Phantasie meines GPS hingegeben und somit vermutlich viel zu viele steile und beschwerliche Höhenmeter eingehandelt. Gefallen hat es mir aber dennoch.Das Morgenessen ist heute erst um 7:30 möglich. Das gibt mir Gelegenheit, bereits vorher alles einzupacken und sogar schon die Sonnencr?me einzuschmieren. Denn es sieht wieder nach einem wolkenlosen, aber vorerst noch sehr kalten Tag aus.
Es gelingt mir, wieder einiges vor neun Uhr abzufahren. Chamonix scheint erst zu erwachen. Ausser einer Gruppe Pseudo(?)-Bergsteiger ist noch niemand unterwegs. Es ist kalt, so kalt dass der Fluss Arve, den ich wenige Meter vom Hotel entfernt, überquere, dampft. Die Strasse beginnt bald einmal zu steigen, schleicht den schattigen Felsw?nden entlang, verkriecht sich im Wald und macht dann endlich eine Spitzkehre auf die andere, die sonnige Seite des Tales hinÜber.
Die paar hundert Höhenmeter lassen sich gut durchkurbeln. Dazu geniesse ich eine wunderbare Aussicht auf Teile des Mont-Blanc-Massivs. Die Passhöhe des Col des Montets liegt wieder im Schatten. Sie bietet auch keinerlei Aussicht irgendwohin. Es ist einfach ein grüner Sattel im Wald. Die Passfoto ist schnell geknipst und ich st?rze mich in die Tiefe.
Durch ein enges, schattiges Tal, ein paar Ortschaften, GrenzÜbergang zur Schweiz, um eine Felswand herum. Dann kommt die erste Steigung für den Col de la Forclaz. Höchste Zeit, denn mittleriweile habe ich von der Kälte ziemlich erstarrte Füsse. Die haben nun Zeit, während dem steilen Anstieg auf die Forclaz, teils an der Sonne, teils im Wald, sich wieder aufzuw?rmen. Die Forclaz ist sp?rbar steiler und auch etwas länger als der Montets.
Oben angekommen ist heute nicht viel los mit dieser grandiosen Aussicht, denn die Wolken oder der Nebel hat so ziemlich alle Berggipfel in Beschlag genommen. Ich fahre etwas in die Tiefe und versuche dort nochmals eine Foto vom Unterwallis zu machen. Aber es ist heute ziemlich dunstig, oder ich bin noch zu hoch, vielleicht sogar noch über dem Dunst?
(Ab wieviel Gegenwindst?rke kann man eigentlich Höhenmeter rechnen?) Dennoch fressen meine Beine die Kilometer weg. Bex, Aigle, Villeneuve, Montreux, geschafft. Der Wind ist nun deutlich schw?cher. Daf?r gibt es ein paar schöne Ausblicke auf das Chateau Chillon.
In Montreux leitet mich mein GPS gut durch und m?chte dann in Richtung Bahnhof abzweigen. Irgend einmal muss ich ja in die Höhe, also folge ich ihm: immer weiter, immer steiler, die wadtl?nder Rebberge hinauf. Spitzkehren und Kurven, kaum Verkehr. Ganz selten mal eine Verkehrstafel nach Bulle oder Fribourg. (Schön, wenn auch andere Leute das Gefühl haben, das könnte der richtige Weg sein.) Chalets, Quartierstrassen, Brunnenen mit frischem Wasser, Hügel, Dellen, Bauernh?fe, Waldr?nder. Kein Mensch auf der Strasse. Irgendeinmal bekommt die Strasse wieder eine vern?nftige Bemalung, Mittelstreifen, sogar am Rand wenigstens die Andeutung einer Markierung. Chatel St. Denis.
Ich g?nne mir einen kurzen Blick auf das Schloss oder die riesige Kirche im Zentrum. Da mein Blick aber auf den Wegweiser nach Bulle fällt, fahre ich auch rasch wieder weiter. Für Kultur und Geschichte will ich mir jetzt gerade keine Zeit mehr nehmen. Es ist Übrigens br?tend heiss. Die Sonne brennt von hinten regelrecht auf den R?cken und in den Hals.
Die h?gelige Gegend geht noch eine Weile weiter, aber wengistens mit sinkender Tendenz. Schon möglich, dass da mein GPS wieder einmal den kürzesten Weg von Montreux nach Bulle gefunden hat. Aber dass der k?rzeste Weg auch immer der beschwerlichste sein muss!?
In Bulle irre ich noch etwas umher, bis ich mich für ein Hotel entscheiden kann. Als ich das GPS abstelle, meint es, dass der restliche Weg bis nach Hause noch etwa 160 Kilometer seien. Jedenfalls genug für einen Tag, aber zuwenig für zwei Tage. Hier im Hotel, gibt es morgens bereits ab 6:30 Morgenessen. Das könnte ja eine Chance sein, den Tag früh zu beginnen.
PS nach dem Nachtessen: wenn das Morgenessen gleich ?ppig wie das heutige Nachtessen sein sollte, dann schaffe ich es ja morgen bis weit über Bern hinaus. Mal sehen.
| Details zur heutigen Velofahrt | ||||
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Vormittag |
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Nachmittag | ![]() |
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125.0 Kilometer 60.7 km/h Maximale Geschwindigkeit 1896 Höhenmeter 7:03 Stunden unterwegs 17.7 KM/h Durchschnitt am Morgen sehr k?hl, ab MIittag sehr heiss |
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gefahren in:
in 2009 Hautes-Alpes • in Ausflüge •
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Meine Fahrten über Pässe (seit März 2012), registriert bei Quäldich:
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