Pourtalet

Schmuckes D?rfchen f?r den Mittagshalt

Als Aargauer unterwegs

Donnerstag, 25. August 2005

7. Etappe: Eaux Bonnes nach Ainsa; der letzte grosse Pyrenäenpass

Als westlichsten und letzten grossen Pyrenäenpass überquerten wir heute bei schönstem Wetter den Portalet.



Eaux Bonnes, eine Ortschaft mehr mit Thermalquellen, verliessen wir heute morgen um neun. Eine absch?ssige Fahrt durch einen kühlen Wald bis zur Abzweigung auf den Portalet erforderte vorerst noch eine windsch?tzende oder wenigstens wärmende Bekleidung. Doch bereits beim Einstieg in das Tal des Gave d'Osseau entledigten wir uns dieser Kleider und übergaben diese den Begleitfahrzeugen. Die leicht ansteigende Fahrt durch den Taleinschnitt war zwar sehr kühl, aber optisch wunderbar. Sicher weniger stotzig als unsere Via Mala, aber vom Eindruck her ganz ähnlich. Auch hier wieder Ortschaften die an Thermalkurorte erinnerten, wie zum Beispiel Eaux Chaudes. Nur, die Zeit dieser Ortschaften ist abgelaufen. Halbverfallene Häuser, fast alle Hotels sind geschlossen und machen mindestens ?usserlich einen renovierungsbed?rftigen Eindruck. Viel Durchgangsverkehr im ganzen Tal. Doch kurz vor dem Elektrizit?tswerk tauchten wir in das wärmende Sonnenlicht ein. Noch eine 11%-Rampe war zu bew?ltigen und wir erreichen die Staumauer. Das Tal ?ffnet sich weit und gibt die Sicht auf eine fruchtbare Bewaldung und Vegetation frei. Mancherorts wieder die ausgestorbenen Ortschaften, einzelne Wohnmobile die offensichtlich in der freien Natur übernachtet haben und viel Vieh. Auch hier wieder "Animaux en Libert?" mit allen Begleiterscheinungen. Die Strasse steigt sehr regelm?ssig mit bis zu 8% Gef?lle in die Höhe, bevor dann am Schluss doch noch ein paar Spitzkehren auch die Sicht zurück, aus dem Tal heraus, freigeben. Gerne hätte ich in dieser Morgenstimmung die eine oder andere Foto geschossen, aber wenn so in der Gruppe f?hrt, liegt dies eben fast nicht drin. Auf dem Portalet (1794 Meter über Meer) erreichen wir nun wieder Spanien. Mit dieser überfahrt haben wir auch den letzten, der einigermassen bekannten Pyrenäenp?sse überquert.

Nach einer Ruhepause fahren wir dann das Tal des Gallego auf der spanischen Seite hinunter und wechseln in Biescas und über den Contefablo (1423 Meter über Meer) in das Tal der Ara hinÜber. Bei der Abfahrt vom Portalet kommen wir auch hier an mindestens einem Stausee vorbei. Mir ist allerdings nicht ganz klar, was Stauseen sind und wo Kies abgebaut wird. Einerseits hat es in den Seen kaum Wasser, andererseits scheint das ganze Tal eine einzige Steinw?ste zu sein. Im einen Stausee sollte man noch die Spuren eines untergangenen Dorfes sehen können. Einzelne Gruppenmitglieder konnten eine Br?cke sehen, andere verfallene Häuser. Ich habe wahrscheinlich im falschen Moment hingeschaut und konnte nichts von alledem entdecken. Zu sagen ist auch, dass die Strasse über weite Strecken in schlechtem Zustand ist und ziemlich viel Konzentration erfordert, wenn wir da hinunter fahren.

Der Aufstieg zum Contefablo unternehmen wir so ziemlich in der grüssten Hitze nach dem Mittagessen. Die Sonne brennt, von den Felsw?nden reflektiert die Hitze und die Bäume stehen irgendwie zu weit weg von der Strasse um Schatten spenden zu können. Die Vegetation hat sich gegenÜber Frankreich stark ver?ndert. Alles kahl, kaum Grünzeug, die Wälder wirken irgendwie ausgetrocknet. Auf der Abfahrt im Tal der Ara denn auch das, was kommen musste. Gl?hend heisser Gegenwind. Darunter wirklich zu leiden haben nur die beiden Gruppenf?hrer an der Spitze der Gruppe, doch auch wir bekommen eine Menge davon mit. Denn die beiden legen während der ganzen Fahrt, über mehr als 50 Kilometer ein horrendes Tempo vor. Dieses wird nur gerade durch zwei oder drei Gegensteigungen gebremst. Velofahrerisch für uns ein Genuss, doch landschaftlich lässt sich nur noch erkennen, dass das Bachbett der Ara eine einzige Steinw?ste ist.

Kurz nach fünf fahren wir in unserem Hotel in Ainsa zum wohlverdienten Bier ein. (Das Wasser im Bidon kocht in der Zwischenzeit beinahe und schmeckt eher nach heissem Plastik als nach sonst irgendwas.)

Details zur heutigen Fahrt:
134.23 KM
69.0 KM/h Maximale Geschwindigkeit
2100 Höhenmeter
5:42 Stunden Fahrzeit
23.5 KM/h Durchschnitt
Kartenausschnitt 7. Etappe:Pyrenäenrundfahrt 2005
Fotoalbum: Foto/Fotoalbum




Ergänzungen nach dem ersten Posting:
19.03.2011: Feldinhalte an EE2.x angepasst



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von Urs, am 25.08.05 um 21:17
in 2005 Pyrenäenrundfahrt • in Portalet • in Cotefablo

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