Foto zum heutigen Tag:

Strasse in Schopfheim
Heuschrecke in Effingen

Als Aargauer unterwegs

Freitag, 15. Juli 2005

Erlebnis Schwarzwald

Erlebnisreiche Rundfahrt über den Feldberg.



Am frühen Morgen nach einem ausgiebigen Morgenessen fuhr ich in Richtung Koblenz, Waldshut. Es sollte eine Rundfahrt über den Feldberg geben. Meist w?hle ich den Anfahrtsweg ab der deutschen Grenze rechts weg nach Lauchringen und fahre dann das Tal der Steina bis Bonndorf hinauf. So auch heute, nur war der Weg zwischen Waldshut und Lauchringen wegen Bauarbeiten und aufgerissenen Strassen alles andere als einfach. Kein gutes Omen, wie sich später herausstellte.

Das Steina-Tal ist stark bewaldet und fast verkehrsfrei. Die Strasse f?hrt in einer gem?chlichen Steigung, meist im Wald, anf?nglich viel Laubb?ume, später dann die bekannten Rottannen des Schwarzwaldes bis nach Bonndorf hinauf. Kurz vor Bonndorf eine mittelm?ssige Steigung (ca 4 % nach Cyclomaster). Wenige, schon fast idyllisch anmutende D?rfer s?umen den Weg.

Kurz nach Bonndorf, bevor die Strasse in die Tiefe in Richtung Titisee geht, nehme ich jeweils den Linksabbieger nach Schluchsee. Heute stand dort eine riesengrosse, nicht zu übersehende Fahrverbotstafel. Ich wartete einen Moment. Doch als zwei grosse Lastwagen trotzdem durchfuhren, dachte ich: so ernst kann das nicht gemeint sein und fuhr ebenfalls durch. Schon nach wenigen Kilometern, begannen sich Zahlen und Bemerkungen in grüner und roter Schrift auf der Strasse zu h?ufen. Die Vorboten der Bauarbeiten. Wenig später dann aufgerissene Strassen, Teermaschinen, Brandheisse und neue Bel?ge überstreut mit haufenweise Sand bis fast hinÜber nach Schluchsee.

Von Schluchsee bis über Aha hinaus, mehrere Kilometer das selbe Schicksal. Kam dazu, dass mein linkes Knie, erstmals in meiner Velokarriere zu schmerzen begann. Keine Ahnung warum, die Tour heute war bis jetzt nicht besonders anstrengend. Wars die R?ttlerei auf den aufgerissenen Strassen?

Die Auffahrt von Bärental auf den Feldberg hat unten einen gewaltigen Knick (ca 7 %) flacht dann aber wieder auf ein vern?nftiges Mass ab. Zum Schluss, nach vielleicht 5 Km, noch ein letzter Kraftakt bis 12% und dann leichtes Ausrollen über die Passhöhe. Mein Knie hielt sich wieder gut.

Mittagessen auf dem Feldberg bei 22 Grad und einem schon fast st?rmischen Wind. Im Restaurant gabs keine Spaghetti, aber der Wurstsalat mit K?se, eingekauft beim Bauern aus dem Hochschwarzwald (so stand es auf der Menukarte) war auch nicht schlecht. Mein Knie schien sich wieder beruhigt zu haben.

Nach dem Essen noch einen kurzen überblick über Feldberg verschafft und dann in einer rasanten Fahrt das Wiesental hinunter bis Schopfheim. Denkste! Gegenwind, aufgerissene Strassen, Belagsmaschinen und so weiter. Das Tal selber erinnert irgendwie an Hochalpine T?ler in unseren Alpen. Nur stehen merkw?rdigerweise auf dieser Seite des Feldberges fast ausschliesslich Laubb?ume Das Knie begann wieder zu schmerzen, viel heftiger als vor dem Essen. Jeder Druck auf das Pedal war mittlerweile eine Qual.

So beschr?nkte ich mich damit "einbeinig" zu treten, bis ich das richtige Mass von Tretgeschwindigkeit und Kraft auf dem Pedal herausgefunden hatte. Irgendwo hatte ich mal gehört, dass auch das Verstellen des Sattels in solchen F?llen etwas bringen könnte. Auch das habe ich natürlichausprobiert. Ich glaube die Schmerzen haben danach tatsächlichetwas nachgelassen.

Die etwas langsamere Fahrweise ?ffnete dann aber auch die Augen für das eine oder andere Detail, so zum Beispiel den witzigen Einfang von Zell, oder die "besondere" Strassenbezeichnung in Schopfheim. Später dann, wieder zurück in der Schweiz, h?pfte mir in Effingen auch noch diese Heuschrecke vor die Linse.

Den Bözberg schaffte ich mit dem l?dierten Knie mit einer Geschwindigkeit kurz vor dem Umfallen. Jeder Mountainbiker hätte mich wahrscheinlich überholt. In der Abfahrt vom Bözberg nach Hause dann die letzte Überraschung: Plattfuss, und zwar gerade so, dass auch der kürzlich montierte neue Mantel zu Müll wurde. Ein richtiger Querschnitt.

Fazit: Die Strecke an und für sich ist optisch und velofahrerisch ein Genuss. Mache ich sicherlich wieder einmal wenn die Strassen alle geflickt sind. Und mit dem Knie: Treppengehen über mehrere Etagen, Kniebeugen, DehnungsÜbungen: alles funktioniert ohne Schmerzen. Nicht einmal ger?tet oder geschwollen. Mal sehen wie das weiter geht.

Details zur heutigen Fahrt:
(alle Angaben nur bis zum Plattfuss, praktisch vor der Haust?re)
159.55 KM
60.4 KM Maximale Geschwindigkeit
1533 Höhenmeter
6:59 Fahrzeit
22.7 KM/h Durchschnitt




Ergänzungen nach dem ersten Posting:
19.03.2011: Feldinhalte an EE2.x angepasst



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von Urs, am 15.07.05 um 20:42
in Training oder Ausflüge • in Feldberg

(1) Kommentar erhalten / weiteren Kommentar schreibenPermalinkgrosse Darstellung


erhaltene Kommentare:

  1. Hi Urs, bin irgendwie auf Deiner Seite gelandet, diese mit Genuss gelesen. Bin zwar kein G?mmeler wie Du, bike etwa 7’500 im Jahr. Deinen Schluchsee-Trip werde ich auch mal abfahren, fahre mit meinem MTB gerne lange Distanzen (habe keine radikalen Stollenpneus montiert). Gedenke, am kommenden Sonntag das Rosenlaui im BeoLand zu fahren, vorausgesetzt es regnet nicht. So, w?nsche Dir weiterhin gute Fahrt und pass immer auf, ein St?ck Strasse unter den Reifen vorzufinden.
    Mit Bikergruss
    Bruno
    cool smile

    eingetragen von .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen), am  15.08.2005  um  00:05


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