Freitag, 15. Dezember 2006
365 Tage im Jahr geöffnet
Fr?hmorgens, bereits um 7.00 Uhr, liege ich auf einem weichen Stuhl, leicht nach hinten gekippt, Serviette um den Hals gebunden, über mir die starke Lampe, während die Zahn?rztin mit der Spritze in den Mund einf?hrt. Oben rechts, ganz hinten, ist heute dran. "Es könnte einen kleinen Stich geben" t?nt es hinter dem Mundschutz hervor. Ich frage mich, ob es wohl richtig war, den Zahnarzt zu wechseln. Zu spät, bereits scheinen die Gefühle um den Zahn nachzulassen.Auf dem R?ntgenbild hat man es schon gesehen. Unter der F?llung ein Schatten, unklar, wie weit sich die Karies da schon vorgearbeitet hat. Es soll die F?llung entfernt werden und dann gibt es einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen.
Während einer guten halben Stunde, schauen zwei dunkelbraune Augenpaare konzentriert in meinen Mund. Bohrer, Feilen, grazile Instrumente und Pinzetten werden in den Mund geschoben, wieder rausgenommen. Das charakteristische Bohrger?usch von ganz feinen Bohreren wechselt ab mit eher h?rteren und grÜberen Modellen.
Einige Worte werden zwischen der Zahn?rztin und ihrer Gehilfin gewechselt. Der Gesichtsausdruck, soweit man den überhaupt hinter dem Mundschutz noch interpretieren kann, wechselt von konzentriert auf fragend, vielleicht auch ratlos. "Ich komme da nicht weiter" t?nt es hinter dem Mundschutz hervor. Ich ahne nichts Gutes, beobachte weiter die beiden Augenpaare.
Ein etwas grÜberes Modell von Bohrer hat jetzt seinen Auftritt, das feine, nadelf?rmige Instrument wird jetzt auch etwas länger. Die Gehilfin bereitet irgendeine Paste zu. Bald wird diese in den aufgebohrten Zahn gedr?ckt, ein st?pselartiger Stift verl?sst meinen Mund, ein letztes Mal wird Speichel abgesaugt, irgendwelche Klammern werden gelöst, die blaue Gummiplache in meinem Mund wird entfernt. "Jetzt fest zubeissen", h?re ich. Der Stuhl wird wieder senkrecht gestellt.
Um es kurz zu machen: Die Karies war gr?sser als erwartet, der Zahn ist provisorisch wieder geflickt, das geschilderte weitere Vorgehen kann ich übersetzt in Franken und Rappen, also in Form eines Kostenvoranschlages in den nächsten Tagen in meinem Briefkasten finden. Der nächste Termin ist jedenfalls schon mal gebucht. Falls der Zahn in der Zwischenzeit Probleme mache, k?nne ich mich jederzeit melden, schliesslich habe man ja 365 Tage im Jahr geöffnet.
in Aus dem Leben gegriffen •
(3) Kommentare erhalten / weiteren Kommentar schreiben • Permalink • grosse Darstellung
erhaltene Kommentare:
..auch wenn sie 365 Tage im Jahr offen haben, m?gen tue ich die Zahn?rzte nicht *grins*
Hoffe Dir bzw. Deinem Zahn geht’s besser
und gr?sse Dich herzlich
Christaeingetragen von Christa, am 15.12.2006 um 11:06
Danke, ist vorl?ufig geflickt. Wird ja wohl ?ber die Festtage halten.
eingetragen von .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen), am 16.12.2006 um 02:45
..das hoffe ich doch sehr! W?re gemein wenn Du grad ?ber die Festtage auf Guetzli & Co. verzichten m?sstest

Sch?nes Wochenende
und gute Beisserle ..oder so
eingetragen von Christa, am 16.12.2006 um 21:28
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