Wie f?r die Gegend prognostiziert, weckte mich auch heute Morgen die Sonne ein weiteres Mal lachend von einem klaren, blauen Himmel. Vielleicht war es noch etwas kühl, doch mit der Auffahrt auf unseren heutigen ersten Pass, das Grödnerjoch, den Passo di Gardena, kam die Wärme von selbst.
Heute fuhren wir in der Gruppe und hatten auch ein Begleitfahrzeug dabei. Dieses stellte dann jeweils an den kritischen Punkten, eben zum Beispiel auf der Passhöhe, ein kleines Tischchen mit allerlei Gaumenfreuden f?r den ausgepumpten Velofahrer auf.
Anschliessend ging es in zügigerFahrt das Gr?dnertal hinunter, weit hinunter. Vieles kam mir vom Sonntag her wieder bekannt vor. Diesmal aber gl?cklicherweise ohne Regen und Schnee. Allerdings mit viel mehr Verkehr. Vor den D?rfern staute sich jeweils der bergw?rts fahrende Verkehr.
Wegen der kühlen Witterung nehmen wir uns am Morgen etwas mehr Zeit als ?blich. Die kurze Tour der Sella-Runde erfordert auch nicht, dass wir sehr fr?h aufbrechen müssen. Um 11:00 bin ich bereit vor dem Hotel und warte auf meinen Guide. Tats?chlich: der Guide und ich, nur wir zwei, fahren heute die Runde, keine weiteren G?ste. Wir entscheiden uns, die Sella-Runde im Uhrzeigersinn zu fahren.
Von La Villa geht es zuerst leicht bergauf nach Corvara und dann auf den Passo Campolongo. Für den Anfang, eine Strecke zum Aufw?rmen. Der Passo Campolongo ist heute der einzige der unter 2000 Meter bleibt. Die Strecke, die wir fahren, entspricht Übrigens der kleinen Runde des Dolomiten-Marathons der demn?chst hier stattfinden wird.
Nach der Abfahrt nach Arabba hinunter geht es dann auf den Passo Pordoi. Eine lange regelm?ssige Steigung auf 2239 M?M. Ich erfahre viel von meinem Guide. Vermutlich kennt er jeden Hügel hier in der Gegend. Aber das wichtigste d?rfte sein, dass wir heute mit dieser Rundfahrt rund um die Sellagruppe mit dem Piz Bo?, fahren. Erstaunlich, wie rasch die Sicht auf diesen Berg ?ndert, und wie er auch immer wieder anders aussieht. Für mich als Touristen, sind das immer wieder neue Berge.
Tats?chlich nochmals einen Tag im Dauerregen. Wobei er nicht ganz pausenlos durchhielt, doch f?r ein Umziehen des Tenus reichte es dann eben doch nicht. Weil es heute nochmals ziemlich in die Höhe ging (Passo Gardena: 2121 M?M) kam ich sogar in den zweifelhaften Genuss von Schnee im Sommer. Doch alles schön der Reihe nach.
Die Wegfahrt von Bozen gestaltete sich ein bisschen schwieriger. Mein GPS lockte mich immer wieder auf die Autobahn. Schliesslich fand ich dann aber doch ?nur? eine Schnellstrasse. Beim Tunnel mit Velofahrverbot schaute ich weg. Die Automobilisten schauen bei 50er-Tafeln in Italien ja auch weg. Zudem war Sonntag und im Tunnel regnete es nicht. Für die Tunneldurchfahrt sprach Übrigens auch, dass sofort nach dem Tunnel ein Radweg begann(!?).
Das Tal zum Brennerpass hinauf ist unten ziemlich schmal. Eisenbahn, Autobahn und eben meine Strasse, sowie ein Bach teilen sich den engen Platz. Über gr?ssere Strecken ist ein schöner Radweg eingerichtet. L?ngere Zeit wunderte ich mich, wie er regelm?ssig, fast ohne gr?ssere Bodenwelle, immer leicht an Höhe gewann. Solange, bis der Weg über eine alte Eisenbahnbr?cke f?hrte. War da vielleicht fr?her ein Bahntrasse? Einiges würde jedenfalls daf?r sprechen.
In Ponte Gardena verliess ich das Tal mit der Brennerstrasse und bog in das Val Gardena ein. Nach einem längeren Tunnel geht dann auch gleich die Steigung los. Ich nehme es gem?tlich, denn ich will ja nicht ?gekocht? werden in meinen Regenkleidern. Im Tal hat es kaum Verkehr. Mancher Kilometer, wenigstens bis zu den Skiorten hinauf, f?hrt oft durch Wälder, über Wiesen, irgendwie idyllisch. Wenigstens bis zur 14%-Tafel, da f?ngt der Krampf an. Mit meinem Anhänger habe ich da heute keine Chance, Fussmarsch ist angesagt.