Heute konnten wir wieder einen Tag unter strahlend blauem Himmel verbringen. Der Preis dafür war allerdings eine beissende Kälte, die uns die Bise von Osten her brachte. Fast schneeweiss waren anfänglich die Wiesen und Quartiergärten mit einem dicken Frost belegt. Doch nach der Mittagszeit hatte die Sonne schon einiges aufgetaut, das Thermometer kletterte bis gegen 2 Grad. Frostig weiss war es nur noch an den Schattenhängen. Zeit, um ein paar Winterpokal-Punkte zu holen.
Nach einer Aufwärmrunde über Villnachern und zurück nach Umiken, entschloss ich mich wieder für den Aufstieg auf den Bözberg. Von der Linner Linde, einem Aussichtspunkt über das Aaretal, genoss ich einen kurzen Blick auch auf unseren Alpenkamm. Der Dunst und die Beleuchtung verhinderten allerdings, dass meine Pixelkiste daraus etwas schlaues hätte machen können.
Rundfahrt über Bözberg, Kaisterberg und Bürensteig
Die Sonnenstrahlen hatten es schon fast geschafft, den Nebel zu durchbohren. Nur kam für einmal kein blauer Himmel zum Vorschein, sondern ein bewölkter Himmel, der nur sehr beschränkt die Sonnenstrahlen bis zum Boden hinunter durchliess. Egal, für eine kleine Rundfahrt über unsere Hausberge wird es schon reichen.
Um nicht ganz auf dem direkten Weg auf den Bözberg hinaufzuradeln, fuhr ich zuerst eine kleine Aufwärmrunde nach Villnachern und anschliessend zurück nach Umiken, an den Fuss des Bözberges. Der Aufstieg machte schön warm. Das war auch für die folgende, schnelle Abfahrt nach Effingen und etwas weiter nach Bözen hinunter, notwendig.
Als heutigen Besuch einer Aargauer Gemeinde hatte ich mir Bözen ausgelesen. Das Gemeindehaus steht direkt neben der Hauptstrasse, für die Kirche, welche auf einem Hügel steht, musste ich mich zuerst nach einer halbwegs brauchbaren Position für das Foto umschauen. Das Restaurant Bären, mit dem Bär auf dem Parkplatz, war eine gute Attraktion und der Brunnen stand gleich neben an.
Die nächste Woche soll ja der Winter wieder zurückkehren, haben uns die Meteorologen prophezeit. Wahrscheinlich trocken, aber mit Nordwind und Bise daf?r ziemlich kalt. So wollte ich heute nochmals raus, bei immerhin noch knapp positiven Temperaturen und sogar Sonnenschein. Der Blick auf das Regenradar zeigte zwar zwei oder drei kleinere Regenwolken, die sich unserem Gebiet von Norden her nähern. Doch das ging bis jetzt schon den ganzen Tag immer ohne nennenswerten Niederschlag...
Eine paar Höhenmeter wollte ich auch noch "abholen". So f?hrte denn mein Weg zuerst um den Bruggerberg herum auf das Villigerfeld. Dort wurde ich von einem z?gigen und kalten Wind empfangen. ähnlich der gestrigen Situation, lag der Rotberg noch in der Sonne, doch dahinter b?umten sich die schwarzen Wolken wieder auf. Ich w?hlte dennoch die Strasse von Villigen auf den Rotberg hinauf. Die Sonne war verschwunden, erste Graupel fielen zu Boden. Noch war die Strasse nur feucht.
Mit zunehmender Höhe allerdings, intensivierte sich auch der Schneeregen. Auf dem Rotberg kam ich schliesslich im dichten Schneetreiben und begleitet von einem z?gigen Gegenwind an. Ich glaubte immer noch daran, dass es auch diesmal, sicherlich nur ein kurzer Schauer sein werde. Deshalb fuhr ich vom Rotberg nach Huttwil hinunter und von dort dann auf die Bürersteig.
Eigentlich war es eine Fahrt f?r die Statistik. Es fehlten mir noch 24 KM um diesen Monat auf 1'000 Kilometer zu kommen. Zudem fehlten mir noch etwa 500 Höhenmeter um das einmal gesetzte Ziel f?r den Oktober von etwas über 8'000 Höhenmeter zu erreichen. Beides zusammen, eigentlich keine besondere Herausforderung, eher eine Fahrt f?r den Genuss.
Ich versuchte deshalb nach einer kleinen Aufwärmrunde über Villnachern und Umiken, vielleicht vom Bözberg einen schönen Blick in die Alpen zu bekommen. Bei Föhnlagen, so wie ich sie heute vermutete, kann man da ganz schöne Situationen vor die Linse bekommen. Mit dem farbigen Vordergrund wollte es aber schon nicht mehr so richtig klappen. Der Herbst ist doch schon zu weit fortgeschritten. Die Farben an den Bäumen sind grüsstenteils schon weg. Vielleicht hat auch der Föhn schon einiges weggeblasen, denn auf den Hügeln wehte es heute teilweise recht kräftig. Zudem hatte sich der Himmel seit meiner Wegfahrt laufend immer mehr mit Wolken überzogen.
Vom Bözberg fuhr ich dann weiter nach Oberbözberg und hinunter nach Mönthal. Unterwegs hatte ich schon mal im Frühling eine ganze Reihe von pr?chtig blühenden Obstbäumen fotographiert. Doch die waren jetzt abgeholzt und durch eine neue Reihe, noch kleiner, junger Bäume ersetzt worden. Also wieder nichts mit Farbenpracht im Herbst.
Am Morgen kam ich in den Genuss einer Matin?e der Vindonissa Singers Windisch, ein gemischter Chor mit abwechslungsreichem Programm und grossen Zukunftspl?nen. Passend zur Mittagszeit wurde dazu auch ein gr?sserer Apéro serviert. So musste ich dann, wieder zu Hause angekommen, nur noch die "fehlenden Kalorien" nachf?ttern und war dann schon bald einmal bereit f?r einen Ausflug mit dem Renner.
Ein Blick auf das Niederschlagsradar verhiess nichts Gutes. Bereits versammelten sich im Aaretal und auf der anderen Seite des Rheins, die ersten farbigen Punkte, vermutlich Gewitter mit meist regenintensivem Zentrum. Ich beschloss mal vorerst auf die Staffelegg zu fahren, und dann oben über den weiteren Weg zu entscheiden. Schon bei der Hinfahrt konnte ich aus der Ferne beobachten, wie ein kleiner Regenschauer gerade das Aaretal überquerte.
Auch wenn wir den ganzen Tag unter einer dicken Nebeldecke ausharren mussten, so habe ich heute auch daran etwas positives, vielleicht sogar etwas schönes entdeckt.
Geht oder f?hrt man ein bisschen in die Höhe, dort wo der Schnee noch weiss ist, so entdeckt man bald jede Menge schwarz / weiss - Motive f?r den Fotoapparat. Die Obstbäume stehen ganz leer da. Vielleicht bleibt mal eine Kr?he oder ein M?usebussard darauf sitzen. Manche Bäume sehen aus der Ferne aus wie Scherenschnitte, ausgeschnitten von einer zarten Hand. Kommt man dann in die N?he, ?hneln sie schon viel eher dreidimensionalen Skeletten. Manchmal schön symmetrisch, manchmal merkw?rdig einseitig, verdreht, vielleicht auch verkr?ppelt.
Die Landschaft ist im Winterschlaf. Alle Geräusche kommen sehr ged?mpft ans Ohr. Es scheint die totale Ruhe zu herrschen. Und doch, raschelt es hin und wieder im Unterholz, im d?rren Laub unter einer der vielen, ordentlich und fast millimetergenau hingetragenen, hingelegten, zugedeckten, Holzbeigen. Im Schnee dem Strassenrand entlang, sind hin und wieder Spuren von Wild, vielleicht auch von Hasen und F?chsen zu erkennen. Manchmal zwitschert ein Vogel.
Als auch nach dem Mittagessen immer noch keine Sonne am Himmel sichtbar wurde, stellte ich meinen Renner eben doch auf die Strasse. Mittlerweile waren die Quartierstrassen halbwegs abgetrocknet und temperaturm?ssig gab es auch nicht viel zu jammern. Etwas ratlos fuhr ich erstmal ostw?rts aus der Stadt hinaus. Rotberg, das könnte ja ein erstes Ziel sein.
Ein kurzes St?ck der Aare entlang, dann aufs Villigerfeld hinauf. Bis an den Fuss des Rotberges hatte ich langsam die Betriebstemperatur erreicht. Den Hügel hinauf, ein paar Kehren, viel durch den Wald, war auch bald geschafft. Oben angekommen stellte ich fest, dass sich zwar der Nebel mittlerweile aufgel?st hatte, doch darÜber hatte sich eine Wolkendecke gezogen, also weiterhin vermutlich keine Sonne.
Vom Rotberg die Spitzkehren nach Hottwil hinunter und dann gleich links weg auf die Bürersteig. Oben dr?ckten dann tatsächlichein paar wenige Sonnenstrahlen durch die graue Decke. Ich vermutete weitere Sonnenstrahlen eher gegen den Rhein hinunter. Fuhr deshalb von der Bürersteig über Gansingen und bis nach Mettau hinunter. Rechterhand, Richtung Wil, da schien die Sonne. Also bog ich sofort rechts weg. Ich fuhr tatsächlichüber knisterndes, trockenes Laub, entlang eines schönen gelben und von der Sonne angeschienenen Hanges. Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich jetzt einen grossen Kreis gefahren bin, und auf dem besten Weg dazu, gerade nochmals den Rotberg, diesmal von der Seite von Hottwil her, hinauf zu fahren. Aber was soll's: Hauptsache Höhenmeter, die brauche ich sowieso noch f?r mein Jahresziel.
Die Rahmenbedingung, ein halbwegs vern?nftiges Wetter, schien gegeben. Die Meteorologen meinten, dass sich die Bew?lkung in unserer Region gegen die MIttagszeit aufhellen würde. Doch schon fr?h am Morgen schaffte es der ersten Sonnenstrahl, durch einen Spalt im Laden, genau auf mein Auge zu fallen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Der Himmel war tatsächlichmakellos blau. Die gef?hlte Temperatur aber noch fast eisig kalt.
Ich liess mir Zeit. Morgenessen, ab und zu ein Blick auf das Aussentermometer. So etwa gegen zehn Uhr, mittlerweile war es draussen gut 12 Grad, f?hlte ich mich bereit. Knielinge übergezogen, Windschutz ebenfalls zugemacht. Vielleicht zwei Stunden fr?her als geplant, stand nun mein Renner auf der Strasse. Leider schob der Wind nun doch ab und zu mindestens eine Nebelbank vor die Sonne. Die Fahrt begann in westlicher Richtung, also dorthin, wo unsere Wetterprofis das schöne Wetter vermuteten.
Die Gartenarbeit war mittlerweile erledigt. Auf dem Wetterradar noch keine Anzeichen von Niederschl?gen wegen der angekündigten Gewittern. So fiel es mir gar nicht schwer, den Renner f?r eine kleine Schussfahrt auf die Strasse zu stellen.
Ein kurzes St?ck zwecks Aufw?rmen der Aare entlang, auf der andern Seite wieder retour und dann von Umiken in Richtung Bözberg hinauf. Doch ich bog schon bald rechts weg nach Riniken, über das grosse Feld bis nach Remigen und dann auf die Bürersteig. Das Thermometer zeigte zu Hause zwar noch gut 20 Grad an, doch der Wind schien heute Abend recht kühl zu sein. Vielleicht wegen der nahen Gewitterherde. Von der B?hrersteig dann hinunter an den Rhein. Doch schon bald merkte ich, dass dort unten nicht mehr ganz alles in Ordnung sein könnte. Einzelne Tropfen fielen schon, und über dem Rhein am Talausgang, zogen sich die dunklen Wolken zusammen. Kurz vor Mettau, bog ich deshalb schon wieder rechts weg, über einen Hügel nach Hottwil.
Dort war es denn auch, wo ich nochmals richtig viele Obstbäume in voller Bl?te sah. Da musste ich doch noch rasch anhalten und vielleicht schon bald das letzte derartig frühlingshafte Foto schiessen. Die Regentropfen fielen derweil bereits h?ufiger. Von der Strasse stieg dieser charakteristische Duft, von verdampftem Wasser und feuchter Erde auf. Doch ich verzichtete noch immer auf den Regenschutz. Von Hottwil geht es über den Rotberg. Nicht besonders steil, aber vermutlich hätte ich unter der Regenjacke mehr Schweiss produziert, als dass ich von den Regentropfen nass geworden bin.
Eigentlich w?re heute ein schöner Tag f?r einen Arbeitsweg mit dem Renner gewesen. Doch weil noch ein paar Dinge mit Velokeller, Garderoben usw an meinem neuen Arbeitsort nicht klar sind, verzichtete ich vorerst nocheinmal auf diese Fahrt. Als kleinen Ersatz wollte ich daf?r eine weitere Feierabendrunde fahren.
Ich w?hlte eine ewas h?geligere Variante. Aus der Stadt hinaus, ein St?ck dem Aaretal entlang hinunter. Bald kam der erste kräftige Anstieg nach Villigen auf Böttstein hinauf, kurze Verschnaufpause, dann gleich über Mandach und von der n?rdlichen Seite auf den Rotberg hnauf. Die Spitzkehren hinunter nach Hottwil, links weg und gleich wieder hinauf auf die Bürersteig. Es war auch dort, wo ich weitere Boten des Frühlings gesehen habe. Am Strassenbord zu einem kleinen B?chlein hinunter, standen bereits die ersten Schl?sselblumen. Als kleiner Zusatz fuhr ich dann quer über die Bürersteig noch bis nach Mönthal hinÜber und von dort dann auf dem Radweg, immer leicht hinunter bis nach Remigen.
Auch dieser Radweg f?hrt einem kleinen B?chlein entlang, Es ist zwar eher eine Entw?sserungsrinne des Berghanges als ein richtiges B?chlein. Doch auch hier zeigte der Frühling seine Ankunft: immer wieder musste ich kleinen M?ckenschw?rmen ausweichen. Und doch schaffen es immer wieder einzelne in den Helm oder hinter die Brillengl?ser zu gelangen.