Man kennt das ja: man sollte die Tätigkeiten, in unserem Falle die Ferien, immer dann beenden, wenn es am schönsten ist. So war denn auch für uns heute der Tag der Abreise gekommen. Bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel verabschiedeten wir uns aus dem Engadin.
Auf dem Julierpass hielten wir noch einmal kurz für einen Blick zurück an und entdeckten, wie ist es anders zu erwarten: das MoCache, ganz nahe an der Passstrasse. (Natürlich hatte ich das bereits vorher abgeklärt, aber diesmal hielt "Aargauerin" das GPS in der Hand, ich musste ja fahren.)
Wen es interessiert, hier mal das Fotoalbum kombiniert mit einer GoogleMap, damit ersichtlich ist, von welchem Standort aus, man was sehen könnte.
Wie üblich, gibt es auch noch den Link zur Diashow.
von Urs, am 04.10.09 um 21:44
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• Engadin
Es gibt Tage, von denen man erwarten möchte, dass es nie Abend würde. Vielleicht weil es heute der letzte Ferientag war, vielleicht weil wir nun eine ganze Reihe schöner und schönster Tage erleben durften. Vielleicht aber auch, weil es uns einfach nur darum ging, einen richtig erholsamen und ruhigen Tag zu erleben. Als einziges heutiges Geocache, hatten wir uns dasjenige von der Stazer Alp ausgesucht. Wie mehrere Besucher bestätigten, soll es sich in einer idyllischen und ruhigen Gegend befinden. Mal sehen.
Wir liessen uns Zeit. Es war schon fast Mittag, als wir mit dem Aufstieg vom Bahnhof Pontresina auf die Stazer Alp begannen. Der Waldweg war grösstenteils immer noch im Schatten. Trotz der Kälte, kamen wir aber dennoch arg ins Schwitzen. Das Wanderweglein führte in einigen Spitzkehren ziemlich senkrecht den Hügel hinauf. Nach etwas mehr als einer halben Stunde wurde es plötzlich flach. Der Wanderweg mündete in einen Karrenweg. Die Gräser, mittlerweile schon ganz braun, waren nicht nur dürr, sondern trugen sogar Frost. Kleine Wasserlachen waren gefroren. Die Stazer Alp, eine Art schiefe Hochebene.
Ich weiss zwar nicht, ob es diese Bezeichnung für den Wanderweg von der Bergstation von Muottas Muragl bis zur Alp Languard auch tatsächlich gibt. Er hätte mindestens diesen Namen verdient.
Am Anfang geht es zwar ein paar Meter hinunter, doch dann bleibt der Weg immer etwa auf der gleichen Höhe, so um die Waldgrenze herum. Beim Start, in Muottas Muragl hat man einen schönen Überblick über das obere Ende des Engadins. Zu vorderst der kleine Stazersee, dann St. Moritz und anschliessend die drei anderen Seen. Der Blick reicht beinahe bis zum Malojapass. <
Der Wanderweg zieht sich dann zu allererst in ein Tal zurück. Der Blick talauswärts ist stark eingeschränkt, bis er sich dann nach nur wenigen Metern wieder weit öffnet. Nach rechts hinunter liegt Samedan und links, je nach dem wie weit die Wanderung schon fortgeschritten ist, bieten sich wunderbare Blicke zuerst ins Rosegtal und später auf den Piz Palü. Unten im Tal liegt Pontresina.
Nur wenig neben dem Tal mit dem Morteratsch-Gletscher liegt das mindestens so berühmte Rosegtal. Heute haben wir im Gegensatz zu anderen Jahren, einmal die Tour umgekehrt und sind zu Fuss das Tal hinauf marschiert. Der Weg führt lange Zeit von Pontresina her gesehen auf der linken Talseite in die Höhe. Jetzt im Herbst, mag die Sonne noch bei weitem nicht mehr überall auf den Talboden scheinen, selbst um die Mittagszeit noch nicht. So kamen wir unverhofft zu einer Art Morgenstimmung.
Der Waldboden von der nächtlichen Kälte und Feuchtigkeit noch etwas nass, am Anfang des Weges nie, dann immer häufiger einzelne Sonnenstrahlen, die die vereinzelt dastehenden, gelben Lärchen oder die ebenfalls gelben Birkenbäume anleuchteten. Zwischendurch mal einen Blick auf die hell leuchtenden Gletscher am Ende des Tales.
Oben auf der Ebene dann noch ein letzter Rest von sommerlicher Wärme, wenigstens an der Sonne. Hie und da liess uns aber trotzdem ein kalter Windstoss erahnen, dass der Herbst, oder hier vielleicht sogar schon der Winter, nicht mehr weit sein kann.
Heute hat das mit dem Nebel bestens funktioniert. Die Sonne stieg hinter den Bergen direkt in einen blauen, fast wolkenlosen Himmel. Die letzten paar Wolken verdampften auch bald, so dass wir unsere Wanderung, zwar in einer kühlen Luft, aber unter einem strahlend blauen Himmel beginnen konnten. Beim Marsch vom Hotel zum Konzertplatz im Wald, beobachteten wir sogar noch drei Rehe dabei, wie sie vorsichtig die Bahngleise überschritten und auf der anderen Seite sofort die steile Böschung hinauf im Wald wieder verschwanden. Keine Hektik, doch "gezieltes", rasches Handeln.
Um nach St. Moritz zu gelangen wählten wir heute den Weg über die Ebene mit dem Stazersee. Dort wollte ich noch ein Geocache suchen, auf das ich im letzten Jahr verzichten musste, weil dort in der Gegend die Waldarbeiter am Räumen waren. Das Geocache fanden wir überraschend schnell, so dass wir noch eine Weile die Spiegelbilder der Berge im See beobachten konnten. Sogar einen Fliegenpilz (glaube ich wenigstens) haben wir entdeckt.
Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir hier in Pontresina ein paar Tage Ferien geniessen. Eines meiner Highlights ist dabei die Wanderung von der Bahnstation Morteratsch entlang dem Gletscherlehrpfad bis hinauf zur Gletscherzunge des Morteratschgletschers. Einerseits ist das ein sehr schön angelegter Weg und andererseits lässt sich hier der Rückzug des Gletschers hautnah verfolgen. Alle vielleicht 20 Jahre sind markiert mit einer Tafel seiner damaligen Endposition. An einem so schönen Tag wie heute, mit fast wolkenlosem Himmel und schon leicht herbstlich farbenen Bäumen, da kann ich mich an dieser Bergwelt fast nicht mehr sattsehen.
Letztes Jahr, in der selben Woche, lag hier mindestens 15 Zentimeter Schnee. Damit blieb uns das Geocache, das fast zwangsläufig in einem solch schönen Tal liegen muss, verborgen. Heute haben wir uns dieses mühelos geschnappt. Wir mussten sogar mit dem Zugreifen noch einen Moment warten, bis der vorherige Finder wieder alles schön versteckt hatte.
In den nächsten paar Tagen werde ich meine Fotos im Engadin schiessen. Zwar soll es auf dieser Höhe deutlich weniger, oder sogar keinen Nebel mehr haben. Nur; über dem Nebel hat es manchmal auch Wolken. So wie heute. Aus irgend einem der Täler grollte auch ein Gewitter. Ein paar Regentropfen bekamen wir auch ab.
Das hielt uns allerdings nicht davon ab, im Kräutergarten von Ricola, ganz in der Nähe der Bahnstation in Pontresina, am Wettbewerb mitzumachen und die 16 Kräuter zu identifizieren.
Wandern ist angesagt. Die Ferien sollen fast ganz der Familie gehören. "Fast" deshalb, weil auch das Rennrad wieder dabei ist. Vielleicht kann ich ja tatsächlich, wie kürzlich beschrieben, dem Mortirolo einen Besuch abstatten.
von Urs, am 27.09.09 um 21:56
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• Engadin
Wir erlebten in den letzten Tagen einige schöne Herbsttage im Engadin. Gerade als sich die herbstlichen Farben auszubreiten begannen, deckte in einer einzigen Nacht eine dicke Schneedecke alles zu. Schneepflüge kratzten durch die Strassen, Autos blieben stecken, und Wanderwege, soweit sie überhaupt noch erkennbar waren, wurden zu eisigen Pfaden.
Verkehrsverein, Strassendienste und Räumungsequippen haben ganze Arbeit geleistet. Innert Stunden waren wieder normale Verhältnisse hergestellt. Sogar die grösseren Wanderwege wurden gepflügt und waren wenigstens mit normalen Wanderschuhen wieder begehbar.
Als wir heute über den schwarzgeräumten Julierpass wieder in tiefere und damit auch schneefreie Regionen kamen, war ich doch irgendwie erleichtert, dass wir dem Winter entkommen sind. Nicht, dass ich den Schnee und die Wintersaison nicht mögen würde. Aber den Herbst mit seinen (hoffentlich) letzten warmen Tagen, den vielen bunten Farben würde mir fehlen.
Himmel und Sonne waren uns heute freundlich gestimmt. Zwar hingen an den Berghängen immer noch Nebelschwaden und Resten von Wolken herum, zwischendurch wurde es auch mal bedenklich dunkel und es fielen auch nochmals einzelne Schneeflocken zu Boden. Trotzdem zeigte sich zwischendurch auch mal die Sonne, und der Wind blieb fast vollständig aus. Sogar die Temperatur musste knapp über Null sein.
Mit der Berninabahn fuhren wir denn nach Morteratsch, einer Haltestelle vor dem gleichnamigen Tal. Von dort unternahmen wir eine Wanderung bis zur Gletscherzunge, eben des Morteratschgletschers. Wegen des Schnees sahen wir uns dann allerdings gezwungen, den selben Weg durch das Tal wieder zurück nach Morteratsch zu marschieren. Um doch noch ein paar Tausend Schritte machen zu können, marschierten wir anschliessend durch Wälder, mehr oder weniger der Bahnlinie entlang nach Pontresina zurück.