Als Abschluss meiner Mallorca-Ferien, hier noch ein Verzeichnis aller meiner Fahrten. Wir bewegten uns ausschliesslich im nordwestlichen Teil der Insel.
Alles hat ein Ende. So auch meine Veloferien auf Mallorca.
Da ich meinen R?ckflug erst gegen Abend gebucht bekommen hatte, stand mir noch fast der ganze Tage zur Verf?gung. Einpacken und Zimmerabgabe waren bald erledigt, f?r Eink?ufe in der Boutique von Philipp's Bike Team hatte ich keine Lust mehr. Zufälligerweise traf ich hier aber noch einen weiteren Schweizer, der sich ebenfalls fast den ganzen Tag noch zu besch?ftigen suchte. Gemeinsam zogen wir los.
Zuerst einfach mal in Richtung Hafen, Ende der Bucht. Schlenderten über Strandwege, eingeklemmt zwischen Wohnh?usern, Hotels und dem meist felsigen Strand. Bei den Häusern war nicht immer sicher, was da wirklich bewohnt ist, was allenfalls Ferienappartements sein könnten, oder was einfach renovationsbed?rftig und leer herumsteht.
Am Strand stossen wir schon bald einmal auf grosse Scharen von freilebenden Papageien. In den Bäumen ein unÜberh?rbares Gezwitscher, zwischen den Bäumen ziemlich viel Flugbetrieb. Auch einzelne Tauben fliegen dazwischen mit. Offensichtlich sind die Papageien einigermassen zutraulich und lassen sich mit Futter recht nahe heranlocken.
Wir konnten sie am letzten Dienstag wegen des Wetters nicht durchf?hren. Die Küstenfahrt, entlang eines Teils der nordwestlichen K?ste von Mallorca. So entschlossen wir uns deshalb schon gestern, auch diesen K?stenabschnitt noch zu besuchen.
Nach der Abfahrt vom Hotel in n?rdlicher Richtung treffen wir gegen Mittag an der selben Stelle wie gestern f?r den Radmarathon auf die K?stenstrasse. Aber statt ostw?rts, so wie gestern, fahren wir heute westw?rts. Die Strasse auch hier, hoch oben über der K?ste, meist durch Wälder, entlang von Felsen, sogar zwei kleine Tunnels sind zu durchqueren. Die erste gr?ssere Ortschaft ist Banyalbufar. Sie wurde damals von den Mauren gebaut. Die ganze Bucht ist terrassiert und wird heute noch k?nstlich bew?ssert. Einige der Speicherbecken sind von der Strasse aus gut sichtbar und auch mit Wasser ziemlich gef?llt.
Etwas weiter vorne, auf einem Felsvorsprung, haben wir einen guten Ausblick auf einen schönen Teil der K?ste. Jedenfalls sehen wir wieder die kleine vorgelagerte Insel Sa Dragonera. Entlang der K?ste stehen immer wieder Türme, oder wenigstens Reste davon. Auch sie wurden von den Mauren gebaut und gehörten zu einem Bewachungs- und Alarmsystem.
Wie sich am Morgen schon abzeichnete, würden wir unseren Radmarathon, also einfach die längste Fahrt in dieser Woche, etwa auf der gleichen Strecke abfahren, wie ich gestern meine Soller-Tour, abgeradelt bin. Nur r?ckw?rts. Das war vielleicht auch besser so, denn dann hatten wir zuerst die Hügel zu bew?ltigen und erst dann die relativ flache Strecke f?r die Heimfahrt. Diese wurde lediglich durch das Hausp?sschen unterbrochen.
Natürlich kennen unsere Guides ein paar Abkürzungen oder sinnvolle Verl?ngerungen, welche auf der Karte so nicht erkennbar sind. Auch der eine oder andere kulturelle Hinweise fehlte heute nicht. So sind wir unter anderem nach Valdemossa hinein gefahren und haben uns dort vor dem Haus von Chopin aufgestellt. Jawohl, der Musiker Chopin. Er wohnte mal wegen seiner Tuberkulose auf der Insel, hoffte wegen des milden Klimas auf Heilung. Nur hat er den denkbar schlechtesten Winter, mit anhaltendem Regen, unwirtlicher Kälte usw. erwischt. Zudem muss er sich kurz vor dem Krieg in Valdemossa aufgehalten haben und da traute man erst recht keinem Ausl?nder, schon gar nicht einem Kranken. Es soll dies die Zeit gewesen sein, wo er sich durch die steten Regentropfen auf das Hausdach zu einem bestimmten Musikst?ck inspirieren liess. Im darauf folgenden Frühling verliess er die Insel wieder.
Oder Deia. Das D?rfchen liegt in einer Bucht, relativ hoch über dem Meer. Es sollen sich dort immer wieder K?nstler aller Richtungen niedergelassen haben.
Einen längeren Aufenthalt mit Zwischenverpflegung genehmigten wir uns im Hafen von Soller. Gleich beim Bahnhof der Soller Bahn.
Eigentlich w?re heute ja Ruhetag gewesen. Shoppen in Palma zum Beispiel wurde organisiert. Aber nachdem heute Morgen die Sonne von einem wolkenlosen Himmel auf den Balkon vor meinem Zimmer schien, interessierte mich nur noch die Velofahrerei. Daf?r bin ich ja auch da Aber wohin?
Soller, ein Pass hier in der N?he, ?bte schon immer, wenn ich auf Mallorca war, eine grosse Anziehungskraft auf mich aus. Und so nahe hatte ich ihn noch nie vor der T?re. Deshalb war bald einmal klar, auf k?rzestem Weg hin, ein St?ck der K?ste nach zurück, und dann wieder auf möglichst direktem Weg ins Hotel. Natürlich unter weitgehender Vermeidung von gr?sseren Strassen.
So fuhr ich dann nach einem kräftigen Morgenessen (wir haben hier wirklich alles am Buffet, was einen Radfahrer begeistern könnte), in Richtung Calvia und Hausp?sschen davon. Kurz vor dem Hausp?sschen musste ich noch einen kleinen Schwenker zum Palma-Blick machen, weil sich auf dem Weg dorthin ein gr?sseres Feld, voll von blühenden Mandelb?umen befindet.
Der Tag begann heute wider Erwarten mit schwarzen Wolken am Himmel und einzelnen Regentropfen auf der Strasse. Die Temperatur zwar wieder kühler als gestern, aber noch lange genug um Rad zu fahren. So trafen wir uns dann auch heute wieder auf dem Kirchplatz. Die meisten hatten schon mal vorsorglich die Regenjacke übergezogen. Angesichts des Wetters, wurde dann auch das Programm ge?ndert. Statt des erwarteten Küstenritts, bekamen die Guides den Auftrag, uns möglichst am Regen vorbeizuf?hren, den Küstenritt k?nne man dann ja vielleicht am Freitag noch nachholen.
So müsste man denn die heutige Fahrt vielleicht treffender mit "Suche nach Sonne", "stetiges auf und nieder" oder so ähnlich betiteln. Aber eben, die Etikette ist ja nur das Eine, der Inhalt das Andere.
So kam es dann, dass unsere Fahrt anf?nglich vor allem abh?ngig von den blauen Flecken am Himmel war. Irgendwie auch noch interessant, sich mal so f?hren zu lassen. Die eine oder andere Ecke kennen wir nun schon von den beiden fr?heren Tagen. So zum Beispiel die G?rtnerei, oder vielleicht ein botanischer Garten, mit den scheinbar uralten Olivenb?umen. Mindestens sind die St?mme der Bäume total verkorkst.
Der heutige Tag begann sportlich gesehen viel fr?her. Bereits um 9:45 standen wir abfahrbereit wiederum auf dem Gemeindeplatz vor der Kirche bereit. Noch kleine Änderungen an der Gruppeneinteilung auf Grund des gestrigen ersten Ausfluges und wir fuhren schon bald unter blauem Himmel, mit einer angenehmen Temperatur und leichtem L?ftchen in Richtung Hausp?sschen davon.
Ich bin ja nicht zum ersten Mal mit Philipp's Bike Team unterwegs. Pyrenäen-Rundfahrt, Paris-Rom waren auch von Philipp's Bike Team organisiert. Unter den regelm?ssigen G?sten auf Mallorca ist eben dieses Hausp?sschen immer ein Thema. Die schaurigsten Geschichten h?rt man davon. Wie der eine oder andere an diesem P?sschen gescheitert ist oder sonst irgendwie f?rchterliche Qualen(!?) ausgestanden haben muss. Heute hatten wir gleich zwei Mal, von beiden Seiten her, das Vergnügen diese Bekanntschaft zu pflegen.
Morgenessen ist hier bereits ab 7:45 möglich, sogar auch am Sonntag. Weil ich meinen Renner nicht schon gestern Abend abholen konnte, wollte ich dies heute Morgen so fr?h wie möglich erledigen. Wer weiss schon, wie lange die Warteschlange an diesem ersten Tag sein wird. So stand ich denn schon bald in der Werkstatt. Glück gehabt: nur zwei Personen vor mir. Der Renner war bald ausgeh?ndigt, kleines Depot f?r den Velocomputer, und weiss ich noch was f?r alles, hingelegt. Erledigt.
Wenig später, es war jetzt gerade mal 10:00 Uhr, holte ich mir den Renner, diesmal in voller Velokleidung, aus dem Velokeller, f?r eine kleine Spritztour entlang der K?ste. Sattelh?he einstellen, GPS montieren und weitere Kleinigkeiten wollte ich noch erledigen. Zufällig fuhr ich auf die "Cala Panoramica" oder so ähnlich. Das stimmt, die Aussicht auf die Bucht war schön, wenigstens dann, wenn es nicht gerade steil hinauf oder hinunter ging. Ich fuhr durch ein Durcheinander von Einbahnstrassen, in einem langgezogenen Bogen, wieder zurück zum Hotel. Dabei stellte ich zweierlei fest: Zu warm angezogen. Die Temperatur vielleicht etwa 10 Grad. An der Sonne und in den Steigungen hatte ich immer zu heiss, Bergab und dem Wind ausgesetzt war es dann meist zu kühl. Wieder im Hotel zurück entledigte ich mich einer Schicht Kleider. Die zweite Feststellung: Das GPS lässt sich wieder nicht am Lenker oder sonstwo montieren und muss auch diesmal wieder in der Satteltasche mitreisen und dort den Platz mit dem Webtracker teilen.
Der heutige Morgen stand schon ganz im Zeichen des Ferienbeginns. Einen Wetterlink zur aktuellen Wettersituation von Palma de Mallorca im Weblog anbringen und quasi als "Beweismittel" zur Prognose auch noch einen Link der Webcam vom Ferienhotel. Zusammensuchen der letzten Verbindungskabel, Adapters und Netzger?te f?r das ganze Elektronikzeugs musste auch noch erledigt werden. Doch nach dem Mittagessen ging es dann los.
Zuerst mit dem Zug zum Flughafen Kloten. Dort habe ich zum ersten mal das "self check in" ausprobiert. Das ist sehr praktisch, da die Ger?te von den meisten Flugpassagieren offensichtlich noch gemieden werden, gibt es dort keine Warteschlangen. Viel komplizierter als ein Zugsbillet lösen ist es auch nicht. Zum Schluss muss man dann allerdings den Koffer doch noch an einem Schalter abgeben. Aber auch das geht ohne Warten ab.
Der Flug startete im Terminal A, Dock 73, also ziemlich weit hinten. Passkontrolle, das ganze Durchleuchtezeugs ging heute alles ohne Anstehen, so dass noch viel Zeit blieb, die mitgebrachte Zeitung in aller Ruhe zu lesen. Der Abfug erfolgte dann fast pünktlich kurz nach 17:00 Uhr.
Jetzt ist es bestätigt. Die letzte Woche im Februar werde ich in wärmeren Gegenden und ohne Schnee (hoffentlich) über die Strassen kurven. Eine Woche auf Mallorca, eine Woche unter Mandelblüten, eine Woche Ferien. Für dieses Mal ist alles von Philipp's Bike Team organisiert. Ich habe nichts weiter zu tun, als hingehen, rumfahren, heimkommen.
Die Bl?te stammt Übrigens aus dem neuesten Newsletter des Veranstalters.