 Der Himmel zeigte sich heute Morgen leicht bew?lkt. Es blies allerdings ein heftiger Wind vom Meer her. So heftig, dass sogar die rote Fahne (=Badeverbot) gehisst wurde. Für mich hiess das: Zeit f?r eine Ausfahrt mit dem Fahrrad. Ich hatte mir vorgenommen, die beiden GeoCaches zu holen. So mietete ich mir heute ein Mountainbike.
Mountainbikestrecken sind hier nicht so wirklich funny zu befahren. Viel Steine, oftmals auch viel Sand und heute eben auch noch der teils heftige Wind dazu. So entschloss ich mich auf normalen Strassen etwas ins Landesinnere zu fahren und bei der richtigen Verzweigung dann an die Südspitze von Mallorca abzuzweigen. Das GPS war keine wirklich grosse Hilfe, denn es reklamierte schon bald "keine Strassen in Ihrer N?he". Aber dafür hatte ich ja bei der Ankunft hier auf der Insel eine Velokarte gekauft. Als Richtungszeiger und als Angabe der Restdistanz in Luftlinie bis zum GeoCache würde es dennoch auf jeden Fall reichen.
Die Fahrt zur Südspitze führte anf?nglich an grossen, kahlen Feldern vorbei. Teilweise ums?unt von den fast überall pr?senten Steinm?uerchen. Auf den Feldern selbst war in den wenigstens F?llen auszumachen, was da mal angepflanzt war. Alles kahle D?rre. Einzelne Anwesen, meist umgeben von Palmen, blühenden Oleandern, oder Kaktusse in allen Gr?ssen und Formen.
Nach Ses Salinas, eine der gr?sseren Ortschaften hier, dann die riesige Anlage eines botanischen Gartens. Wir haben den vor ein paar Jahren schon mal besucht und waren damals beeindruckt von der Vielfalt von Kaktussen. Der Garten hat in der Zwischenzeit noch einen kleinen k?nstlichen See erhalten.
Schon bald kam die Abzweigung in Richtung Süden. Vorbei an grossen Plantagen von Mandelb?umen. Auch diese Plantagen schön eingemauert mit den Steinm?uerchen. Mallorca ist Übrigens ein Hauptanbaugebiet für Mandeln. Laut Reisevorschl?gen muss es hier wunderbar aussehen, wenn im Frühling die Mandelb?ume in voller Bl?te stehen. Ab und zu ein paar Olivenb?ume. Sogar ein Zitronenbaum zeigte seine gelben Früchte.
An der Südspitze angekommen, tobte das Meer h?rbar und sichtbar an die Felsw?nde. Ein paar Fotos von der sch?umenden Gischt im Vordergrund und dem unruhigen Meer im Hintergrund konnte ich schiessen und genoss hier mal vorerst dieses Naturspiel bevor ich mich an die Suche des GeoCaches machte.
Das Cache war ein sogenanntes MultiCache. An der ersten Koordinate findet man nicht das Versteck, sondern nur den Hinweis, wie es weitergeht. Heute galt es zuerst die richtige Tafel zu suchen (Hinweis zum Leuchtturm) darauf die geforderten roten Zahlen und Buchstaben z?hlen, dann rechnen nach Vorgabe des Versteckers und die so ermittelten neuen Koordinaten in das GPS eingeben, und ... weitersuchen, beziehungsweise über Stock und Stein nochmals etwa 1,5 Kilometer der K?ste entlang stolpern, (nat?rlich mit dem Bike in der Hand.)
Der Cache war schön platziert. In sicherer Distanz vom sch?umenden Meer und mit guter Aussicht auf die nächsten Klippen. In dieser Umgebung genoss ich nun noch eine kurze Verpflegung aus dem Rucksack.
Anschliessend wieder zurückstolpern auf die Strasse, zurück zwischen den Mandelplantagen, vorbei am Zitronenbaum, zurück auf die Hauptstrasse und ein paar Kilometer weiter in Richtung Lombards. Auch in Cala Lombards handelte es sich um einen MultiCache. An der Anfangskooridnate stand ein "quadratischer" Hinweis, woraus irgendwie die Zielkoordinate hätte abgeleitet werden können. Ich suchte, ich überlegte, gr?belte unter Felsen, suchte weiter, versuchte mich an der ausgedruckten Beschreibung zu orieniteren. Es gelang mir nicht, irgend etwas zu finden, was mich weiter gebracht hätte. Da ich diese Bucht von früher her schon kannte und in der Cache-Beschreibung der Blick auf die Bucht von der Zielstelle aus vorhanden war, versuchte ich es halt so.
Auch wenn ich dieses Cache schlussendlich doch nicht gefunden habe, so tr?stete ich mich damit, zwei wundervolle Buchten gefunden zu haben. Die eine, worin der "quadratische" Hinweis zu finden gewesen w?re und die andere, die eigentliche Zielbucht. Erstere eher eine felsige Bucht, mit vielen H?hlen und treppenf?rmigen, kleinen Terrassen. Die zweite, auch eher eine felsige, aber mit einem schmalen, offensichtlich ganz flachen Sandstrand. Ich verweilte eine ganze Weile zwischen den beiden Buchten, genoss das Farbenspiel im Meer, verpflegte mich nochmals und fuhr dann zurück ins Hotel.
Der teils heftige Wind vom Morgen hatte sich grüsstenteils gelegt, so dass mir nun sogar eine Fahrt gegen den Wind über weite Strecken erspart blieb. Trotz der fast flachen Gegend kamen bis zum Schluss der Fahrt doch etwas über 600 Höhenmeter zusammen, was mich eigentlich überraschte. Das dauernde und wellige auf und ab z?hlt sich halt auch zusammen.
Alles in allem: ein weiterer gelungener Ferientag. Sieht man vom Wind ab, sogar bei schönstem Wetter und sommerlicher Hitze. |