Bilderstrecke zum heutigen Tag

Finestre offen
Finestre offen

Ausblick
Ausblick

die gef?rchtete Piste
die gef?rchtete Piste

Spitzkehren
Spitzkehren

Passh?he Finestre
Passh?he Finestre

Danilo di Luca
Danilo di Luca

Sestriere
Sestriere

Sestriere-H?he
Sestriere-H?he
Als Aargauer unterwegs
(Spass auf schmalen Reifen)

Montag, 03. August 2009

3. Tag: Susa - Cesana

Die erste richtige Bergetappe auf dieser Ferienreise. Als ersten der Pässe habe ich heute gleich mal den Colle delle Finestre erkämpft. Anschliessend war der viel leichtere Sestriere dennoch eine richige Qual.

Ein überraschend reichhaltiges Buffet (wenigstens f?r italienische Verh?ltnisse) begr?sste zum Morgenessen. Weniger freundlich gab sich das Wetter. Überall dr?ckten sich Nebel- und Wolkenfetzen herum. Ich hielt es jedenfalls nicht f?r n?tig, mich mit Sonnencr?me einzuschmieren.

Die Abzweigung und den Beginn der Auffahrt auf den Colle delle Finestre, zeigte mir mein GPS. Schon bald nach dieser Abzweigung fing die Steigung an. Gerade von Anfang an mindestens 10% und so sollte es auch bleiben bis am Schluss. Selbst in den unz?hlig vielen Spitzkehren, kaum eine Verschnaufpause. Hie und da vielleicht mal ein paar Meter weniger steil. Viel f?hrt durch den Wald. In den Spitzkehren kann man ab und zu ins Tal oder an die anderen Bergh?nge hinÜberschauen. Leider fing der Nebel schon bald eine graue Front am Talausgang zu bilden, so dass von dieser viel gepriesenen Pracht nicht mehr viel ?brig blieb. Lange wird man im Wald vom Pl?tschern eines Baches begleitet. Die Strasse ist zwar schmal, aber tatsächlichfast makellos. Kaum ein Flicken. An der Strasse selber, aber auch im Wald sind immer wieder St?tzmauern sichtbar.

Etwa auf 1600 Metern Höhe wechselt die Strasse vom Teerbelag plötzlich, wie vorhergesehen, auf Schotterpiste. Wobei, heute wenigstens Schotterpiste, masslos übertrieben ist. Klar, am Anfang lagen ein paar dicke Brocken (f?r de Touristen und die die es gern m?gen?) im Weg, und das Regenwasser hatte die Strasse ausgesp?hlt. Doch nach ein oder zwei Kilometern wurde offensichtlich mit viel Sand und Kies versucht, die gr?bsten Unebenheiten glatt zu stellen. Jeder Feldweg bei uns sieht etwa so aus.

Im Tal selber ist nicht viel los. Unten durch ein paar Wasserfassungen, dann ein Schopf, vielleicht auch eine alte Alp, viel später ein Bauernhaus mit drei oder vier kl?ffenden K?tern, kurz vor der Passhöhe zwei abgestellte Wohnwagen. Zu meinem Erstaunen wurde die Strasse immer besser. Da gibt es neue St?tzmauern, die Piste ist mit Sand gefällt, kaum mehr ein unangenehm grosser Brocken. Nach der letzten Spitzkehre, dann der befreiende Blick zur Passhöhe hinauf.

Heute hatte ich zwar etwas Pech mit der Aussicht, dafür vielleicht Glück mit der Wärme. Zusammen mit mir kam auch der Nebel auf der Passhöhe an. Es reichte gerade noch für ein paar Fotos, bevor er alles mit seinem grauen Schleier in Beschlag nahm. Ich fuhr auf der High-Speed-Strecke, eben die andere Seite des Passes etwas hinunter und wollte dort Mittagshalt machen. Doch als die ersten Regentropfen zu Boden fielen, packte ich meine Sachen wieder ein und fuhr weiter hinunter ins Tal.

Für das GPS war diese Seite Niemandsland. Aus dem Kartenstudium aber wusste ich, dass es eine Strasse geben musste, die oberhalb Depot, vielleicht auch oberhalb Finestre ins Tal gelangt. Das war mir deshalb wichtig, weil ich mir so etwa 300 Höhenmeter einsparen konnte. Ich hielt mich also nach Möglichkeit bei Verzweigungen immer an die obere Möglichkeit, sofern die geteert war. Ich landete oberhalb Usseaux im Tal, geschafft!

Ab dann ging es "nur" noch etwa sechshundert Höhenmeter bis nach Sestriere hinauf. Aber die waren trotz der geplanten Maximalsteigung von 6.8%, sehr hart.

Von Sestriere weiss man, dass die Passhöhe eigentlich mitten im Dorf ist. Doch die haben dort keine Passtafel oder so etwas montiert. So benutzte ich sicherheitshalber mal die Ortstafel zu diesem Zweck. Später dann, fast an der höchsten Stelle in Sestriere steht ein Denkmal wegen der damaligen Olympiade.

Die anschliessende Abfahrt nach Cesana hinunter verlief problemlos und langweilig. Ich war gezwungen hinter einem Schwertransporter die kurvige Strecke hinunterzufahren. Andere Velofahrer haben den mit kräftigen Pedaltritten überholt, doch mir blieb diese Möglichkeit mit dem Anhänger am Haken leider verwehrt. H?tte ja auf den Durchschnitt von heute auch wohl kaum mehr etwas gebracht.

Gestern, an einer Ampel, hielt mich ein braungebrannter, ?lterer Italiener an. Studierte das Plakat am Anhänger und fragte nach meinem Alter. Wir kamen auf den Colle delle Finestre zu sprechen. Sein Blick auf meine übersetzung am Renner, verriet den Kenner. Er als ehemaliger begeisterter Velofahrer liebte die Berge. Fuhr deshalb auch mehrmals über den Finestre. Ich meinte, das gäbe für mich morgen einen strengen Tag. Er meinte "non e duro, ma bella, bella." Heute, am Tage danach, nehme ich ihm das doppelte "bella" ab, aber mein "duro" lasse ich trotzdem stehen.




Details zur heutigen Velofahrt
bewoelkt_mit_einzelnen_Sonnenabschnitten Vormittag
mit Roubaix und Monoporter unterwegs
Nachmittag stark_bewoelkt
 
58.1 Kilometer
48.6 km/h Maximale Geschwindigkeit
2337 Höhenmeter
6:35 Stunden unterwegs
8.8 KM/h Durchschnitt
eher k?hle, aber noch nicht kalte, Temperatur w?hrend des ganzen Tages

Profil im PDF-Format Höhenprofil dieser Fahrt
Übersicht der Fahrt Kartenansicht dieser Fahrt
die getrackte FahrtTracklog der heutigen Fahrt
Die Strecke zum Nachfahren in Google-Earth Die Strecke zum Nachfahren in Google-Earth
 



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von Urs, am 03.08.09 um 23:04

gefahren in: ItalienPiemonte

in 2009 Hautes-Alpes • in Ausflüge • in Colle delle Finestre • in Sestriere

(3) Kommentare erhalten / weiteren Kommentar schreibenPermalinkgrosse Darstellung

erhaltene Kommentare:

  1. Du lernst noch Italienisch. Ich w?nsche Dir alles Gute Mami

    eingetragen von Mami  am  04.08.2009  um  09:36
  2. H?henmeter, Berge und gar Schotterstrassen! Langsam gef?llt es dem Mountainbiker…
    Weiterhin alles Gute auf Deiner Reise und nat?rlich lese ich hier jeden Abend mit.

    eingetragen von Spoony  am  04.08.2009  um  09:44
  3. Danke f?r das Interesse. Es ist schon fast unglaublich, wie ein solches Plakat und die paar F?hnchen Kontakte zu kn?pfen verm?gen.

    Vielleicht gibt es nochmals eine Schlaufe Schotter.

    eingetragen von .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)  am  05.08.2009  um  00:47

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Aussicht f?r Morgen:

Gleich dreimal wird es heute bergauf gehen. Montgen?vre, der kleinste der dreien zuerst.
Montgenevre, Ostseite
Dann nach Briancon hinunter, wo als n?chstes auch gleich der Anstieg zum Izoard beginnt. Durch die enorme Schlucht der Cerveyrette gelangt man in eine stark erodierte Berggegend. Riesige Ger?llfelder und bizarre Felsen beherrschen das Landschaftsbild. Dazu passen auch die steilen Spitzkehren mit engen Radien und Gef?lle bis 12%.
Izoard, Nordseite
Nach der Passh?he geht es bis zur Abzweigung auf den Col d?Agnel auf 1300 Meter ?ber Meer hinunter. Als letzter wartet noch der Agnel oder f?r die Italiener der Agnello mit einer vorerst m?ssigen Steigung und 25 Kilometern. Die Strasse f?hrt durch das Tal der Guil hinauf. Erst die etwa letzten 8 Kilometer werden deutlich h?rter. Steigungen von mehrmals ?ber 10% sind zu ?berwinden. Erst ganz am Schluss ?berwindet die Strasse mit Spitzkehren die H?hendifferenz.
Agnel, Nordseite
Die Passh?he mit 2746 Metern ?ber Meer ist zugleich der h?chste Punkt meiner Fahrt und der vierth?chste Pass in Europa. (Bonette, Iseran, Stilfserjoch die drei anderen). Nach Sampeyre hinunter, dem heutigen Ort f?r die ?bernachtung, wird es landschaftlich sehr sch?n sein. Ob ich davon viel sehen werde? Es ist n?mlich auch sehr steil und sehr kurvenreich.