Donnerstag, 26. Februar 2009
Soller, Tag 4
Eigentlich w?re heute ja Ruhetag gewesen. Shoppen in Palma zum Beispiel wurde organisiert. Aber nachdem heute Morgen die Sonne von einem wolkenlosen Himmel auf den Balkon vor meinem Zimmer schien, interessierte mich nur noch die Velofahrerei. Daf?r bin ich ja auch daSoller, ein Pass hier in der N?he, ?bte schon immer, wenn ich auf Mallorca war, eine grosse Anziehungskraft auf mich aus. Und so nahe hatte ich ihn noch nie vor der T?re. Deshalb war bald einmal klar, auf k?rzestem Weg hin, ein St?ck der K?ste nach zurück, und dann wieder auf möglichst direktem Weg ins Hotel. Natürlich unter weitgehender Vermeidung von gr?sseren Strassen.
So fuhr ich dann nach einem kräftigen Morgenessen (wir haben hier wirklich alles am Buffet, was einen Radfahrer begeistern könnte), in Richtung Calvia und Hausp?sschen davon. Kurz vor dem Hausp?sschen musste ich noch einen kleinen Schwenker zum Palma-Blick machen, weil sich auf dem Weg dorthin ein gr?sseres Feld, voll von blühenden Mandelb?umen befindet.
Nach dem Hausp?sschen dann hinunter, über Establiments, Esporles, S'Eglaieta und Palmanyola. Vorbei durch einige D?rfer und Weiler, vorbei an vielen Zitronenb?umen, ab und zu auch mal ein Orangenbaum. Viele Olivenb?ume s?umten die Wege. Schafherden bimmelten meist zwischen den Olivenb?umen herum und suchten sich ihre Nahrung auf den meist recht grünen Wiesen zusammen. Bis an den Fuss des Soller.
Der Verkehr wird durch einen Tunnel geleitet, so dass man als Velofahrer fast ganz alleine die alte Strasse ben?tzen kann. A propos "fast ganz alleine". Die Passstrasse ist ein Mekka, offensichtlich ein Muss für jeden radfahrbegeisterten Inselbesucher. Rennvelofahrer lieferten sich gegenseitig Rennen, genauso wie Mountainbiker untereinander. Ich selber habe noch selten so viele Spitzkehren gefahren, für so wenig Höhenmeter. Die Passstrasse wird angegeben mit 5,1 Km und 5.2% Gef?lle. Auch in diesem Tal: überall Olivenb?ume.
Die Passhöhe ist bald erreicht. Für die Abfahrt ziehe ich mir nun doch den Windschutz an. Einige Stellen auf der Strasse sind nass. Auf der Nordseite der Hügelkette ist es auch deutlich kühler als auf der Südseite, während des Aufstieges. Die Nordseite, also meine Abfahrt, scheint mir deutlich steiler zu sein, hat aber kaum weniger Spitzkehren.
Irgendwo kommt dann der Verkehr vom Tunnel wieder dazu. Auf einer gut ausgebauten Strasse geht es nun noch die letzten paar Kilometer, sehr z?gig bis in die Ortschaft Soller hinunter. Da habe ich mit dem Weg einen Moment lang etwas Mühe, meine Richtung wieder zu finden, und gelange deshalb mitten in die Stadt. Das schadet aber überhaupt nichts, ist aber für den vorbeifahrenden Touristen, wenigstens in dieser Jahreszeit nicht erstrebenswert. Viele Baustellen, Schlagl?cher, schmale Strassen und vor allem von Frühling keine Spur. Kaum ein grünes Blatt, jedenfalls nicht an den Bäumen.
Den Wege finde ich dann doch noch und fahre nun der K?ste entlang wieder westw?rts, in Richtung Deia, vorbei an der Abzweigung nach Valdemossa, und nehme dann die Abzweigung kurz vor Banyalbufar wieder zurück über die Berge auf die Südseite der Hügelkette.
Dieser kurze K?stenabschnitt, knapp 30 Kilometer, erforderte vermutlich die meisten K?rner. Stetiges auf und ab, kaum ein Meter geradeaus. Es liess sich auch kaum absch?tzen, wie es wohl hinter der nächsten Kurve weitergehen könnte. Daf?r wurde ich entsch?digt mit dem Blick auf ein ganz anderes Mallorca. Wohl waren da noch die Olivenb?ume, aber dahinter das Meer und dazwischen eine steile, steinige K?ste. Ab und zu Wegweiser zu Kl?ster. Manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass sogar die Bauweise der Häuser anders ist als auf der Südseite. Und plötzlich, ohne Vorwarnung, geht es auf der Südseite der Hügelkette mit einigen Spitzkehren wieder hinunter, zu meiner gesuchten Abzweigung in Richtung La Grania und weiter vorne dann Puigpunyent.
Dazwischen wieder einmal ein P?sschen mit Passtafel, der "Coll des Grau". Ich habe ihn von der harmloseren Seite her erwischt. Die Strasse f?hrt wieder einmal zwischen den für Mallorca charakteristischen M?uerchen hindurch. Wobei sie hier zeitweise eine Höhe erreichen, dass man weder links noch rechts etwas sehen konnte. Kam mir vor wie eine Maus im Labyrinth. Für die letzten paar Höhenmeter muss ich dann doch noch kurz aus dem Sattel. Daf?r geht es dann anschliessend durch viele Spitzkehren, aber auch einigen Schussfahrten nach Puigpunyent hinunter.
Weiter folgen Galilea, doch davor nochmals ein namenloser Hügel. Auch der erforderte einiges an Kraft, weil er doch ziemlich langgezogen ist. Doch dann geht es zwar auf einer schlechten Strasse, aber immerhin eine ganze Weile hinunter nach Es Capdella. Die kleinen Nebenstrassen, vor allem wenn sie durch waldiges Gebiet f?hren, haben oftmals Wurzeln unter der Teerdecke, die den Belag nicht nur w?lben, sondern manchmal sogar richtig aufbrechen. Kommen dann noch abgerutschte Kieselsteine oder Sand vom Strassenbord dazu, kann es vor allem in Kurven schon ziemlich heikel werden. Zumal die Strassen ja auch nicht wirklich breit sind. Zwei Personenwagen können sich jedenfalls nicht überall einfach so kreuzen.
Nach Es Capdella fahre ich nun wieder auf Strassen, die ich von Ausfl?gen mit dem Team kenne. Schafherden grasen wieder entlang der Strasse, Olivenb?ume sind wieder da. Und die Windm?hle konnte ich nun auch endlich fotografieren, die am Eingang von Santa Ponca steht.
Alles in Allem eine unerwartet strenge Fahrt. Aber dafür habe ich einen schönen Eindruck von den verschiedenen Ecken in Mallorca gewonnen. Die Unterschiede von Süd- und Nordseite, eher die l?ndlichen Gegend gegenÜber den Ortschaften mit einiges an Industrie. Ich beginnen mit zu fragen, ob auf Mallorca mehr Olivenb?ume oder mehr Schafe gibt.
| Details zur heutigen Velofahrt | ||||
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Vormittag |
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Nachmittag | ![]() |
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119.6 Kilometer 57.9 km/h Maximale Geschwindigkeit 2147 Höhenmeter 5:40 Stunden unterwegs 21.1 KM/h Durchschnitt angenehme Temperatus, im Schatten und bergab noch etwas gar k?hl |
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Ergänzungen nach dem ersten Posting:
07.03.09: mit zus?tzlichen Fotos aus der Fahrt erg?nzt
gefahren in:
in 2009 Mallorca • in Ausflüge • in Coll de Soller • in Coll es Grau •
(2) Kommentare erhalten / weiteren Kommentar schreiben • Permalink • grosse Darstellung • Fotoalbum mit GoogleMap
erhaltene Kommentare:
Wehe wenn er alleine gelassen…
...am Ruhetag…
Noch viel Spass!eingetragen von Spoony am 26.02.2009 um 10:08Leider ist es schon bald wieder vorbei. Hoffe, dass ich das sch?ne Wetter, oder wenigstens die Sonne davon, mit ?ber die Alpen nach Hause nehmen kann.
eingetragen von .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen) am 26.02.2009 um 23:41
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und als Einzelfahrer
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