Dienstag, 22. Juli 2008
Aosta - St. Maurice
Langsam gew?hne ich mich an die Kaltstarts. Wobei es heute noch extremer war. Da das Velo mitsamt dem Monoporter ja in meinem Zimmer schliefen. Also direkt weg vom Bett in den Pass. Gem?ss den Höhenprofilen die ich bei mir hatte, erwartete ich in etwa die gleiche Steigung wie gestern, nur etwas länger. Anfänglich war das auch so. Doch ab etwa Kilometer f?nf, also noch fast ganz unten, setzte ein Gegenwind ein. Ich hoffte es sei die Thermik, die dann mit der Zeit von einem Fallwind in einen steigenden Wind und damit grüsstenteils auch in einen Rückenwind, wechsle. Weit gefehlt: der Fallwind wurde immer st?rker. Selbst auf flachen, vielleicht sogar leicht abfallenden Strassenabschnitten war Kurbeln in kleinsten G?ngen angesagt. Kein Wunder, dass der pampige Gipfel, das bisschen Zwieback und die Aprikosen-Schnitte in k?rzester verbrannt waren. Ich schaffte es gerade noch nach Bourg Saint Rhemy, der letzten Verpflegungsm?glichkeit bis zu Passhöhe.Es war im Hotel Suisse, wo ich meine Kr?fte wieder neu auftanken konnte. Wobei ich hier vermutlich ein Insider-Restaurant der besseren Klasse erwischt habe. Mitten im Dorfteil (an der alten Passstrasse), ein Rustico, von aussen vielleicht nichst Besonders, aber Innen: einsame Klasse. Der Speisesaal, eine Art von Saal mit Gallerie, auf der einen Seite all die alten Steine des Rusticos noch sichtbar, im inneren Teil, alles neu gemacht, aber stylistisch genau passend zu einem Rustico. Auch das Essen: nicht zu viel, auch als Tagesmenu zubereitet, nicht einfach nur durch die Mikrowelle geschoben. Rasche und sehr freundliche Bedienung. Sehr schade, dass ich ein so feines Essen, nur gerade als Stärkung für den weiteren Weg nach oben "missbrauchte".
Übrigens der Weg nach oben war sehr abwechslungsreich. Die Strassenf?hrung im unteren Teil für den Radfahrer vielleicht etwas langweilig, weil oftmals lange und gerade St?cke bew?ltigt werden müssen. Daf?r aber hat man die Gelegenheit, immer wieder in andere T?ler hineinzuschauen, bis sich dann nach der Abzweigung auf die Tunnelstrecke, die alte Passstrasse auf ein bestimmtes Tal fixiert.
Bereits in diesem Moment, machen einem grosse Tafeln darauf aufmerksam, dass die Strasse nicht mehr unterhalten wird, und stellenweise abgerutscht ist. So schlimm ist es dann allerdings doch nicht, denn etwa bei 2000 Metern über Meer, wird kräftig an der Passstrasse herumgewerkelt. Über die neuen Betonst?tzmauern werden kunstvoll W?nde aus Bruchstein hochgezogen. Auch die Pfosten der Gallerie sind mit Bruchsteinen verklebt. Vielleicht versucht man hier doch, den Charakter der alten Passstrasse stielgerecht in Schwung zu halten.
Mehrere Lichtsignalanlagen regeln den Verkehr. Wobei man als bergw?rtsfahrenden Velofahrer keine Chance hat, in einer Grünphase durchzukommen. Zu lange sind die Strecken. Hingegen die Offroader dürfenhier mal über Schotterpiste fahren und zeigen was sie können, oder vielleicht auch was noch fehlt zum K?nnen. (die andern natürlichauch!) Jedenfalls mussten die Bauarbeiter einen mit einem "HH-Nummernschild" wieder befreien. Auch als Mountainbiker kam ich natürlichin den Genuss mehrer hundert Meter aufgerissener und geschotterter Passstrasse.
Wie dem Profil zu entnehmen ist, zeigt die Passstrasse doch überraschend viel Stellen mit einem Gef?lle von über 10%. Zusammen mit dem Gegenwind zehrt das natürlichziemlich an den Kr?ften.
Kam dann aber doch oben an, nicht ohne noch eine Foto in der letzten Gallerie vor der Passhöhe zu machen. Die gleicht n?mlich einer Vogelkolonnie. Überall, auf Kabelkan?len, Lampenk?rpern und andern Winkeln und "Ablagefl?chen" nisten sich die Bergdohlen ein und ziehen ihre Jungen gross.
Auf der Passhöhe, der mittlerweile schon bekannte, z?gige und sehr kalte Wind. Ich bleibe nicht lange, schiesse die Passphoto und schaue mir kurz den kommerziellen Teil um die Bernhardiner an. (Fotos folgen)
Die Abfahrt ins Wallis, ist optisch und erlebnism?ssig deutlich weniger wertvoll als der Aufstieg von Aosta her. Die Strasse ist zwar in sehr gutem Zustand, trifft sich aber schon bald mit der Strasse aus dem Tunnel. Ab dann geht es zuerst kilometerlang durch Gallerien und weitere Tunnels, Höhenmeter werden zu hunderten in k?rzester Zeit vernichtet. Kommt heute noch der Kampf mit dem Gegenwind dazu, so bleibt kaum noch Zeit für einen Blick neben die Strasse.
Ich k?mpfe mich dann nach Martigny doch noch bis St. Maurice gegen den Walliser Wind. In der Hoffnung, dass ich morgen dann den Sprung aus dem Wallis noch ohne Gegenwind schaffe.
Restaurant und Menu:
Hotel - Restaurant Suisse
in Saint Rh?my en Bosses
Hotels:
Hotel du midi
in St. Maurice
?bernachtung und Morgenessen: Fr. 85.--
| Details zur heutigen Velofahrt | ||||
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Vormittag |
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Nachmittag | ![]() |
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97.2 Kilometer 58.4 km/h Maximale Geschwindigkeit 2003 Höhenmeter 7:08 Stunden unterwegs 13.6 KM/h Durchschnitt am Morgen eher k?hl, auf der Passh?he kalt, im Wallis angenehm warm |
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Ergänzungen nach dem ersten Posting:
05.08.08: Erg?nzungen an Hotel und Restaurant, Bilder erg?nzt
gefahren in:
in 2008 Savoyen-Rundfahrt • in Grosser Sankt Bernhard •
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und als Einzelfahrer
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