Foto zum heutigen Tag:

Mit Reet Schilf gedecktes Friesenhaus
Quartierstrasse auf F?hr
Wattenmeer, Meeeresboden zur Ebbezeit
Sommerferien Nordfriesland 2004
Als Aargauer unterwegs
(Spass auf schmalen Reifen)

Samstag, 10. Juli 2004

Kulturkurs zur Insel Föhr

Im Bus wurden wir von einem örtlichen Reiseführer über die Insel Föhr gefahren. Wir erhielten dazu jede Menge Informationen und Hintergrundberichte zur Insel im allgemeinen, dann aber auch gezielt über einzelne Gegenden, Häuser, Baustile, Kirchen, D?mme, die Bevölkerung und das Leben auf der Insel.





Der heutige morgen hatte einen kulturellen Schwerpunkt. Im Bus wurden wir von einem örtlichenReiseführer über die Insel Föhr gefahren. Wir erhielten dazu jede Menge Informationen und Hintergrundberichte zur Insel im allgemeinen, dann aber auch gezielt über einzelne Gegenden, Häuser, Baustile, Kirchen, D?mme, die Bevölkerung und das Leben auf der Insel. Der Reiseführer war ein einheimischer, eher ?lterer Mann. Er schw?rmte logischerweise für seine schöne Insel, aber dies dafür mit einer ansteckenden Wärme und Leidenschaft für seine Insel. Es fehlten auch ein paar kritische Bemerkungen über die aktuelle Zeit nicht.

Das wichtigste daraus in absoluter K?rzestform: die Insel ist ebenfalls eine D?neninsel und verdankt ihr Dasein einer Mor?nenablagerung aus der letzten Eiszeit, als sich die Gletscher wieder zurückzogen. Ursprünglich waren Föhr, Sylt und Amrun ein einziges St?ck Land. Das heutige Wattenmeer entstand erst bei den beiden Sturmfluten im zw?lften und dreizehnten Jahrhundert. Die Flut zerst?rte das Land zwischen den heutigen drei Inseln Amrun, Sylt und eben Föhr.

Gegen Ende des achtzehnten Jahrhundert machte der damalige D?nenk?nig auf der Insel Föhr Ferien und richtete sich hier eine "B?derstatt" ein. Föhr gehörte denn auch zu D?nemark. Die Sprache allerdings war immer Deutsch und Friesisch. Man sprach nie und unterrichtete in der Schule auch nie auf D?nisch. Es gab diverse Kriege zwischen den Deutschen, den Holl?ndern und den D?nen, bis dann irgendwann mal die Inseln wieder zu Deutschland gelangten.

Die Bevölkerung lebte lange Zeit ausschliesslich vom Fischfang. Die M?nner fuhren meist mit den Holl?ndern, manchmal mit den Engl?ndern auf die See zum Walfischfang. Leider muss davon ausgegangen werden, dass vermutlich ein Drittel aller Seefahrer nie mehr nach Hause zurück gekehrt ist. Die daheim gebliebenen Frauen und T?chter hatten sich der Landwirtschaft zu widmen.

Eine Besichtigung der Kirche Nieblum, und insbesondere ein Studium der dortigen Grabsteine, ist sehr interessant. Viele der Grabsteine der M?nner tragen Schiffe und diejenigen der Frauen Gegenst?nde aus der Landwirtschaft. Bei einzelnen Grabsteinen ist die ganze Geschichte des Verstorbenen aufgeschrieben und gibt damit viel von dem Preis, wie eben früher gelebt wurde.

Die Insel Föhr wird auch als die "gr?ne Insel" bezeichnet. Grün wegen der vielen grünen Fl?chen, dann aber auch wegen der blühenden Landwirtschaft. Die Insel lebt auf einer riesigen S?sswasserlinse und hat daher kaum Probleme mit dem Frischwasser. Die Insel ist, vergleichsweise mit Sylt und Amrun, bewohnt von den ?rmsten Bewohnern. Der Zufall wollte es, dass wir den Friedhofg?rtner in einem neueren Mercedes-Benz vorfahren sahen (;-).

Nach dem Mittagessen in einem kleinen, feinen Restaurant in Nieblum, (D?nische Waffel mit Kirschen, Glac? und Sahne, dazu die Teemischung: Friesengold), wanderten wir dem Meer entlang wieder zurück in das Hotel. Zu dieser Zeit herrschte gerade Ebbe und das ganze Wattenmeer lag ausgetrocknet vor uns. Ein einziger Sandstrand von vielleicht 5Km L?nge und hunderten von Metern Breite bis zum Meer. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, auf dem Meeresgrund zu wandern, im Wissen, dass hier in ein paar Stunden vielleicht wieder zwei Meter Wasser stehen.

Nach dem wir im Hotel angekommen waren, platzierten wir uns in einem der typischen Strandk?rbe der Nordsee-Badestr?nde und schauten dem Meer zu wie es immer näher heranr?ckte. Kaum ein Wellengang, nur ein langsames Voranschreiten der Flut.

Wetter: Den ganzen Tag ein Superwetter, bei sicherlich über 20 Grad. Fast g?nzliche Windstille, nur ab und zu ein Luftstoss.





Ergänzungen nach dem ersten Posting:
19.03.2011: Feldinhalte an EE2.x angepasst



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von Urs, am 10.07.04 um 06:59
in Wandern

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