Mittwoch, 07. Juli 2004
im Schlick des Wattenmeeres
So direkt am Meer ist das ganze Leben von Ebbe und Flut beeinflusst. “Man” muss damit leben und sich den Gezeiten anpassen. So auch wir als Touristen und Ferieng?ste. Es macht keinen Sinn, eine Wattwanderung bei Flut durchf?hren zu wollen. Deshalb wurden wir heute morgen bereits um 7.45 Uhr mit dem Bus zum Leuchtturm Westerhever gefahren, um uns dort einmal richtig im Wattenmeer umzusehen.
Nachmittags dann eine Rundfahrt mit dem Boot auf den Grachten von Friedrichstadt.
So direkt am Meer ist das ganze Leben von Ebbe und Flut beeinflusst. "Man" muss damit leben und sich den Gezeiten anpassen. So auch wir als Touristen und Ferieng?ste. Es macht keinen Sinn, eine Wattwanderung bei Flut durchf?hren zu wollen. Deshalb wurden wir heute morgen bereits um 7.45 Uhr mit dem Bus zum Leuchtturm Westerhever gefahren, um uns dort einmal richtig im Wattenmeer umzusehen.
Der H?chststand der Flut war schon seit einiger Zeit vorbei, der Tiefststand der Ebbe aber noch nicht erreicht. Die Priels (Priel: so nennt man den Wasserarm im Meeresboden, in dem das Flutwasser abl?uft, oder eben auch wieder herangef?hrt wird) f?hren immer noch kn?cheltief Wasser. Die Wattf?hrerin kl?rt uns unter anderem natürlichauch über das Verhalten im Wattenmeer auf. Sie erkl?rt wie es zu Ebbe und Flut, hier genannt die Tieden, kommt. Wir erfahren viel über Pflanzen und Tiere im Watt. So zum Beispiel über Algen oder den Queller (die erste Pflanze am Strand, und erst noch essbar), oder diverses Kleingetier, wie Garnelen (nur wenige Millimeter gross), Schnecken, Wärmer, "Kleinst" Krebse und Krabben, sowie Muscheln. Nicht zu vergessen der grüsste Arbeiter im Wattenmeer, der Wattwurm. Im Vergleich zu unserem Regenwurm ein stattlicher, ca 30 cm langer Geselle, so dick ungef?hr wie ein kleiner Finger eines Büroangestellten. Er ist derjenige, der die Hauptarbeit am feinen Strand im Wattenmeer erbringt. Er frisst sich x-Mal durch den Sand, verdaut dabei s?mtliches Kleingetier und st?sst den Sand anschliessend "gereinigt" und verdaut wieder aus.
Allerlei Merkwürdiges und Interessantes gab es ebenfalls zu erfahren. Erw?hnt sei hier nur das Folgende: der Wattwurm hat rotes Blut mit richtigem H?moglobin (also wie wir Menschen auch). Das r?hrt daher, dass er jeweils zwischen zwei Fluten mehrere Stunden kein frisches Wasser erh?lt. Normalerweise nimmt er den Sauerstoff über seine Kiemen aus dem Wasser, wie die Fische auch. Im d?mmsten Fall, bei ung?nstigen Windverh?ltnissen und wenn er nicht allzu weit im Meer draussen ist, kann es passieren, dass er mehrere Fluten lang, "auf dem trockenen" bleibt. So ist er gezwungen, den Sauerstoff im Blut zwischen zu lagern und seinen Sauerstoffverbrauch auf ein Minimum zu beschr?nken. Dies gelingt ihm bis zu neun Tage lang. Mit anderen Worten: er kann bis zu neun Tage lang die Luft anhalten.
Das Wattenmeer hier in Nord- und Ostfriesland ist nebst einem ähnlichen Wattenmeer in Korea, einzigartig und steht deshalb weitestgehend unter Naturschutz.
Zum Abschluss hatten wir noch das Vergnügen, in einem Schlickwatt herumzuwaten. Ein eigenartiges Gefühl, aber nach all der Theorie und dem Wissen über Algen, Muscheln und anderem Getier, auch ein ganz besonderes Gefühl. Vor allem dann, wenn zum Waten keine Schuhe oder Socken an den Füssen klebten, sondern eben nur der Schlick. Jugenderinnerungen an den nassen Sandkasten wurden wach.
Nach einem Mittagessen aus dem Rucksack, beziehungsweise aus "Spar", dem lokalen Grossverteiler in Friedrichstadt, genossen wir eine Fahrt auf dem Boot, kreuz und quer durch die Grachten von Friedrichstadt. Dabei gab es natürlichallerlei Wissenswertes über die Stadt, die beiden Fl?sse Eider und Treene, zur Wirtschaftslage im Allgemeinen und natürlichspeziell von Friedrichstadt.
Als kleine Erinnerung an die Stadt stehe folgender Text, gefunden auf einer Ansichtskarte: "Der Name der Stadt bewahrt die Erinnerung an ihren fürstlichen Gründer (Herzog Friedrich III von Gottorf) und an ihre niederl?ndischen Erbauer. Das Bild der Stadt, deren schnurgerade Strassen sich rechtwinklig schneiden, wird noch heute von vielen sehenswerten Häusern mit Treppengiebeln der holl?ndischen Renaissance beherrscht. Die von den Holl?ndern angelegten Grachten, bilden einen kunstvollen Rahmen, in den die liebenswerte Kleinstadt hineingebaut wurde."
Den Tag schliessen wir auch heute wieder mit einem feinen Nachtessen in unserem Hotel Aquarium.
Wetter: Morgens und zu Beginn der Wattwanderung sehr kühl und sehr windig. Den obligaten Regenschauer konnten wir aus der Ferne beobachten. Dann zwar immer noch sehr, sehr windig, aber wenigstens trockener Himmel. Mit der Zeit wurde es immer wärmer, wobei die Angst vor einem Regenschauer nie ganz weggeblieben ist.
Ergänzungen nach dem ersten Posting:
19.03.2011: Feldinhalte an EE2.x angepasst
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