Sonntag, 23. Juli 2006
Swiss Border Ride 2006; 9. Tösens nach Nenzing(A)
Das Paznauntal ist sehr langgezogen. Etwas über 40 Kilometer lang. Überall wird gebaut. An der Strasse, an Tunnels, an Bachverbauungen. Es gelang mir nicht ein schönes Foto von dem eigentlich idyllischen B?chlein, Trisanna, zu schiessen. Im Gegenteil: Viele Spuren lassen darauf schliessen, dass vor nicht allzulanger Zeit (vielleicht auch August 2005) hier die Naturgewalten gew?tet haben. Ich durchfahre hier offensichtlich eine Wintersportgegend. Ischgl ist ja bekannt, vielleicht auch noch Galt?r. Dazwischen immer wieder kleinere Weiler mit Skivermietung und (wirkt irgendwie improvisiert), Motorenservice für Motorr?der. Auch Klettern an der Hallenwand scheint hier beliebt zu sein und selbstverst?ndlich Mountainbike-Vermietungen bis zum Abwinken. Die Landschaft, die Häuser vielerorts eigentlich idyllisch, bis eben auf die Narben vom August 2005. Das Profil der Strasse: ist klar bergauf gerichtet, aber immer relativ sanft, bis auf wenige "Treppenstufen", und der letzte Teil, ab etwa 1700 Meter den ich dann doch abwechselnd mehrheitlich schieben und zwischendurch auch mal kurbeln konnte. Kurz nach Galt?r beginnt die Maut-Strasse. Gr?sstenteils super schöner und feiner Belag, f?hrt auch hier durch eine Art Seenlandschaft. Die einen eher grün (vermutlich Wasser aus dem Berg) die anderen eher weisslich / grün, vermutlich Gletscherwasser. Aber auch hier: überall Baumaschinen wegen Kiesabbau und Steingewinnung(?). Das Mittagessen nehme ich heute in Galt?r ein. Zufällig anwesende Schweizer interessieren sich sogar für den Swiss Border Ride. Nach Drei Uhr erreiche ich die Bielerhöhe. Ein kräftiger, kalter Wind weht über die Passhöhe. Der Bootsverleih und der Verkauf für Rundfahrten auf dem Stausee haben heute keine Kunden. Ein Niederl?nder hat sich dennoch am Ufer königlich eingerichtet und liegt auf seinem Badetuch. Die müssen irgendwie dickere Haut haben als wir. Über den Bergen braut sich unheilvolles zusammen und ich verlasse die Passhöhe ziemlich rasch wieder auf der Silvretta-Hochalpinstrasse hinunter in das Montafon. Diese Seite ist deutlich steiler, hat jede Menge Spitzkehren, scheint ein Eldorado für Radfahrer zu sein. Auch von den Naturgewalten weit weniger gesch?digt als das Paznauntal. Landschaftlich ebenfalls sehr reizvoll, mit vielen hohen und zackigen Bergen. Weil das Regenwetter immer mehr zu dr?cken beginnt, konzentriere ich mich mehr darauf, möglichst schnell von hier zu verschwinden. Vom Tal herauf bl?st ein warmer, trockener Gegenwind. Kurz vor Bludenz ist es dann so weit. Vom Hügel herunter kommt der Regen, sichtbar in grauen Schwaden und von vorne her dr?ckt ebenfalls eine Regenwolke ins Tal hinein. Ich mache einen kurzen Halt in irgendeinmal W?ldchen, ausgangs einer Kurve der Hauptstrasse. Ein komisches Gefühl beschleicht mich, als ich all die Kreuze von verstorbenen Motorradfahreren an den Bäumen sehen. Scheint wohl nicht eine besonders schlaue Ecke zu sein, um sich längere Zeit aufzuhalten. Glücklicherweise h?rt der Regen bald auf und ich fahre meine "Flucht" fort. Wieder einigermassen angetrocknet finde ich hier in Nenzing, kurz vor Feldkirch auf Anhieb eine Bleibe.
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in 2006: Fahrradpatenschaft in Uganda • in Bielerhöhe •
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und als Einzelfahrer
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