Samstag, 22. Juli 2006
Swiss Border Ride 2006; 8. Promontogno nach Tösens (A)
In den letzten Kehren des Maloja herrschte ein grosses Verkehrsaufkommen. Klar: Samstag = T?fftag und Ferienverkehr zusammen. Doch später im Engadin beruhigte sich dies allerdings wieder. Keine Ahnung wo die Ausfl?gler sich alle verdr?ckt hatten. Am See von St. Moritz, vermutlich auf dem einzigen Bank im Schatten, verarztete ich meine Füsse, verpflegte mich, studierte die Karte. Denn es standen jede Menge Entscheide aus: Variante 1: Pontresina - Bernina - Stilfserjoch - Umbrail - Reschenpass - Landeck, oder Variante 2: Pontresina - Bernina - Livigno - Ofenpass - Reschenpass - Landeck, oder Variante 3: Zernez - Susch - Fl?ela - Davos - Bodensee (die CH-Grenze innenherum) oder Variante 4: Zernez - Schuls - Landeck - Paznauntal - Silvrettahochalpenstrasse (die CH-Grenze aussenherum)? Bald war klar: bei dieser Hitze wollte ich etwas "oben durch". So entschloss ich mich für die Variante 4, also CH-Grenze aussenherum. Bald sass ich wieder auf dem Renner, immer mit leichtem Druck auf die Pedale, so dass die Füsse die Kette gerade noch sp?rten, nach Zernez hinunter. Ein leichtes auf und ab, etwas Gegenwind, ein kleiner Regenschauer und kurz nach 14 Uhr Mittagessen in Zernez. Es ging alles sehr schnell, so dass ich nach einer knappen Stunde schon wieder auf dem Renner in Richtung Österreich sass. Das Engadin ist echt schön. Immer wieder die Ausblicke vom Haupttal in die Seitentäler, dann auch die vielen Seen im obersten Teil. Überall werden Wiesen mit Wasser besprengt. Wasser hat es überhaupt überall. In Jedem Dorf, ein bis zwei Brunnen. Die Baumvegetation wechselt unmerklich von anf?nglich fast ausschliesslich Lerchenw?lder, mit der Zeit durchmischt mit Laubb?umen und dann immer mehr auch normalen Tannen. Der Inn, im obersten Teil noch ein kleines B?chlein, wird mit jedem passierten Seitental merklich gr?sser, bis er hier unten schon fast ein ausgewachsener Fluss ist. Merkwürdig allerdings seine Farbe. Ist die doch meist weisslich / grün. Auch die Strassenf?hrung ist irgendwie merkw?rdig: Mal hoch oben über dem Inn, dann meist nach einer steilen Abfahrt wieder auf der selben Höhe, nur um bald wieder weit über dem Inn zu sein. Ein paar heftige Gegensteigungen müssen schon kassiert werden, aber die Tendenz bleibt ja logischerweise dennoch bergab. Ab fünf Uhr halte ich Ausschau nach einem Bett. Ein paar Möglichkeiten in wirklich kleinen Nestern lasse ich passieren und werde dann hier in Tösens, etwa 20 Kilometer vor Landeck, auf Anhieb fündig. Scheint ein T?fffahrer-Hotel zu sein. Heisst "zum wilden Mann", hat eine Superk?che, jedenfalls schmeckte die "Jagdherrenpfanne" schon mal sehr fein (Kn?pfli, etwas Gem?se, 2 Schweinsfilet, Preiselbeerkonfi, serviert in einer kleinen Bratpfanne und zum Dessert Heidelbeerkn?del mit Vaniellenglac?). Wie weit ich morgen komme, werde ich dann sehen. Von Landeck bis auf die Bielerhöhe stehen ewta 1200 Höhenmeter an. Glaube nicht, dass ich es bis Arbon schaffen werde, sondern werde mir dann vermutlich irgendwo im Rheintal ein Bett suchen.
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und als Einzelfahrer
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