Im Gegensatz zu anderen Tagen auf dieser Fahrt, kam ich nie richtig in meinen Rhythmus. W?rde schon fast sagen: ein mühsamer Tag. Die Abfahrt in Montgenèvre verlief noch nach Plan. Schönes Wetter, erstaunlich warm f?r diese Höhe von gut 1800 Metern. Die Fahrt hinunter nach Claviere (Italien) war wunderbar. Doch hier beginnt das ?bel.
In Claviere lautes Motorengebr?ll. Schlecht eingestellte Motoren dr?hen, heulen, knattern auf der Strasse nach Sestriere hinauf und hinunter. Die Leitplanken sind stellenweise mit alten Pneus gesch?tzt. In den Kurven oftmals riesige Strohballen. Ich frage mal einen mit einer gelben Fahne in der Hand, ob das gut sei, wenn ich da mit dem Fahrrad noch hinauffahre. Schliesslich f?hrt ja zwischen frisierten Porsches, BWM's, Fiat's und Oldtimern auch noch Zivilverkehr herum. "Allez-y" hat er gesagt.
Als es dann doch plötzlich ruhig wurde, beziehungsweise das Motorengebr?ll nur noch vom Tal herauf kam, Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen in ihre Stellungen entlang der Strecke fuhren, fragte ich nochmals einen Streckenposten. Denn langsam wurde mir auf Grund der Reklame entlang der Strecke klar, dass hier und heute ein Bergrennen bis nach Sestriere stattfinden würde. Der Streckenposten meinte: "ja die Strecke wird in einer Viertelstunde geschlossen und bleibt dann zu bis 16:00 Uhr.". Das reichte f?r mich nun gar nie, noch nach Sestriere zu kommen. Ich wendete, vernichtete die knapp 300 Höhenmeter und fuhr wieder zurück nach Claviere. Dort hielt die Polizei bereits bergw?rtsfahrende Fahrzeuge auf.