Samstag, 05. Juni 2004

Persönliche Eindrücke Euroride 2004 Calpe - Kallnach (Wolfgang Waldenmaier)

Einer, f?r den die Rückfahrtnicht nur Erholung war, sondern ... ?? Sonntag, 16. Mai 2004. Calpe - Sagunt Nun ist also der erste Tag geschafft und während der 170Km Calpe nach Sagunt hatte ich prim?r Probleme mit dem Nacken, vermutlich auch noch vom der langen Carfahrt herr?hrend und auch wie erwartet mit meiner lieben Archillessehne, wobei diese nicht beim Abtasten schmerzt, sondern komischerweise prim?r beim Treten nach ca 4Std Fahrzeit. Habe mich für die schnellste von insgesamt 5 Gruppen entschieden. Wir sind zu zehnt inkl. Gusti, unserem Chef. Hans und Stefan, 2 Deutsche, Dario, ein Tessiner, Charli, F?gi, Harry, Fredy und ich aus der Deutschschweiz und Gabriel, ein Argentinier, verheiratet mit einer Schweizerin seit 5 Jahren und als Physiotherapeut mit eigener Praxis in Gstaad. Alle 5 Gruppen müssen natürlichjeden Tag das gleiche Ziel erreichen. Es ist nur eine Frage des Durchschnittstempo, welches in unserer Gruppe bis zu 5Km h?her ist und natürlichwerden in allen anderen Gruppen Rythmuswechsel vermieden, damit niemand "verheizt" wird, bei uns dagegen gehören diese schon zum guten Ruf. Unser Duchschnittstempo heute betrug gut 30Km/Std und dies, obwohl wir fast die erste ? Stunde ein kleines P?sschen hochfuhren, danach immer im Gegenwind, dafür flach mit Tempo 32 bis 36 Km, je nach Wind und Laune. Grunds?tzlich geh?re ich zu den J?ngeren, bin aber nicht der J?ngste. Unser Chef Gusti Zollinger wird nächsten Sonntag bereits 60 Jahre, aber er ist ja auch Seniorenweltmeister in seiner Altersklasse, einfach ein richtiger Vollblutvelofahrer, was Ern?hrung, Training und Gewicht betrifft. Wenn er vorne das Tempo macht, das tut er zu mindestens 80%, dann kann man das mit einer Lokomotive vergleichen, immer schöner Tramp und manchmal ein bisschen mehr Gas geben. Er macht mit uns auch fast regelm?ssig sogenannte "Umk?rzungen", also weitere Strecken, damit wir auch immer wieder die anderen Gruppen sehen und überholen d?rfen. Beim Velofahren in der Gruppe bedarf es vollster Konzentration auf die Strasse und den Vordermann, ausser man f?hrt selbst, was aber keine 10% der ganzen Strecke vorkommt. Die ersten beiden Etappen sind nur selten von landschaftlicher Schönheit, eher dominieren schlechte Strassen und einige Defekte, ich wurde bisher verschont. Leider hat einer aus unserer Gruppe ca 400 Meter vor dem Hotel mit seinem Vorderrad das Hinterrad des Vordermannes ber?hrt und ist ziemlich hart zu Boden gegangen, zum Glück nicht gerade vor ein Auto oder Lastwagen, aber die Prellungen am Ellbogen und am Becken sind stark geschwollen. Er f?hrt aber auch Morgen, hat er zumindest gesagt Beim Hotel angekommen, muss man als erste Gruppe zuerst den Gep?ckwagen ausladen helfen, danach fasst man sein Gep?ck, bekommt den Zimmerschl?ssel und richtet sich ein, w?scht seine verschwitzte W?sche, sich selbst, lernt kurz die Umgebung kennen und schon ist Zeit für Nachtessen, Infos zum neuen Tag und dann, so ca 22.30 Uhr, ins Bett für den nächsten Tag gut ausschlafen. Man bekommt einen fixen Zimmerpartner zugwiesen, ich übernachte mit Norbert, ein Gleisbauer aus Freibung, sehr angenehm und wir haben ein problemloses Zusammenleben. Montag, 17. Mai 2004. Sagunt - Tortosa Wir sind in Tortosa angekommen, die Etappe von Sagunt aus führte statt über 160 für unsere Gruppe über 170Km, soviel hat sich Gusti beim Finden der Strecke vertan. Überhaupt war bereits der 2.Tag für mich ein erster Test in der Spitzengruppe, die wir nur noch zu 8 starteten, da einerseits Freddy, der Gest?rtzte von gestern, aber auch Gabriel, der Argentinier, sich eine Stufe runtergesetzt haben, Gusti nennt das die Feinjustierung, denn er hasst nichts mehr, als wenn die schnellste Gruppe zu starke Leistungsunterschiede aufweist. In Castellion begann das ?bel mit dem Falschfahren, danach ein erster kurzer, aber sehr intensiver Aufstieg, "S'Oferohr dureruesse", auch so ein Ausdruck von Gusti, alle mit H?chstpuls und der Gewissheit, in der zweiten Woche in den Bergen wird es noch viel h?rter. Danach in gutem Rythmus einen kleine Pass mit nur ca 400 Höhenmeter rauf, eine Gruppe locker wieder überholt und dann, nach einem Kaffeehalt die grosse Jagd über ca 30Km. Volle Pulle, mit Abl?sungen gefahren immer zwischen 40 und 45 Km, also richtig die Sau rauslassen. Danach Mittagessen(Wie immer Pasta) in einem kleinen Ort bei schönstem Sommerwetter und dann mit "faulen" Beinen die letzten 50Km unter die R?der nehmen. Ein Defekt, zum Glück nicht bei mir und dann mit Durchschnitt 35Km bis hier zum Hotel Corona, ein wirklich h?bsches und ?usserst freundliches Hotel in Tortosa. Dienstag, 18. Mai 2004 Tortosa - Comarruga Eine weitere sogenannte überf?hrungsetappe mit nur noch 145Km liegt hinter uns. Wir sind in Comarruga an der Costa Dorado angekommen und nachdem wir die erste Stunde nur mit Tempo 25Km, dafür mit allen Eurorideteilnehmern gestartet haben, dies zur Aufnahme von Fotos für die nächsten Prospekte, fuhren wir eher gem?tlich weiter und dies im Wissen von Gusti, dass da einige ganz nette Hügelchen auf uns warten. Immer Bergab und dann in eine Gegensteigung, ähnlich wie auf Autobahnen, nicht zu lang aber doch so, dass es wunderbar in den Oberschenkel schmerzt, weil man mit einem eher gr?sseren Gang die Gegensteigung angreift. Apropos gr?sserer Gang, auch ich habe meine Technik auf Anraten der Spezialisten ge?ndert und fahre um einiges gr?ssere G?nge, was ich aber wirklich nur positiv werten kann, denn einerseits bleibt mein Puls tiefer und anderseits ziehe ich nun bewusster ?nd st?rker auch beim hinten hinaufpedalen, was meine Archillessehne bisher viel besser entlastet. Ob sich das dann nach vielen Km doch negativ auswirkt, weiss ich natürlichnoch nicht, aber momentan ist es tip top. Wir kommen nach 110 Km zum obligaten Mittagshalt mit Pasta und müssen dann h?ren, dass in der Gruppe 5 einer bei einer Abfahrt mit Temp 50-60 einen schweren Sturz getan hat, die Schulter ausgrenkt, einen Zahn verschlagen, die ?blichen Sch?rfungen, aber dank Helm keine Kopfverletzungen. Er darf nach einer Kontrolle das Spital verlassen und schliesst sich uns bereits wieder im Begeleitfahrzeug an, Glück im Unglück und der Helm! Nach dem Essen weiter, eher gem?tlich fahren wir in Comarruga ein und beziehen im Hotel Europ unser schönes Zimmer, geniessen ein Super Buffet mit allem was das Herz begehrt, sowohl zum Abendessen wie auch zum Fr?hst?ck und erh?hen unser K?rpergewicht ungewollt um ein paar Pfunde! Mittwoch, 19. Mai 2004 Comarruga - Lloret de Mar Eine der längsten Etappen des Euroride über ca 180Km rund um Barcelona liegt hinter uns, wir sind hier im Gran Hotel Monterrey angekommen. Und es war eine Etappe, wo die Spreu zum ersten Mal vom Weizen getrennt wurde. Einerseits wurde in unserer Gruppe richtig Tempo gebolzt, wir nahmen auf der zweiten Hälfte nach dem Mittagessen(Pasta, Getr?nk, Dessert und Kaffee für 6Euro!!!) jeder Gruppe mindestens 1 bis 21/2 Stunden ab und anderseits zeigten bei uns die einen so richtig Muskeln und die anderen erste Schw?cheanzeichen. Ich hielt mich in der Mitte, liess nicht abh?ngen, gl?nzte aber auch nicht mit überm?ssiger Föhrungsarbeit, aber wenn man jemanden vor sich hat, der auf gerader Strecke bei heftigem Gegenwind zwischen 42 und 45 Km/Std zu dr?cken vermag, da kommt der Respekt auf. Wir schafften Km 120 bis 165 in knapp einer Stunde. Endlich mal keine Meldungen von gr?sseren Blessuren, im Gegenteil, der gestern schwer gest?rzte will sogar morgen wieder auf das Rad steigen, er f?hle sich gut und denke überhaupt nicht daran, nach Hause zu fahren. Rund um Barcelona ist die Gegend sehr h?gelig und wir mussten Hauptstrassen nehmen, welche von den Lastwagen benutzt werden, was in der Hitze und vor allem in den Aufstiegen ?usserst "angenehm" ist... Auch waren viel Strassen in einem wirklich schlechten Zustand und dass wir keinen Defekt erwischten, erachte ich als Unterst?tzung der G?ttin Fortuna. Eingentlich müsste man in Lloret de Mar so richtig ins Nachtleben st?rzen und so machten wir uns zu dritt ins St?dtchen und an den Strand, wo wir gen?sslich Rotwein tranken und die bereits beachtliche Anzahl Touristen beobachteten. Dazu spielte eine Jugendkapelle schöne spanische Lieder, es war wie in den Strandferien. Um 23.30 Uhr war dann aber doch h?chste Zeit für ins Bett, denn es wartet Morgen bereits die nächste Etappe auf uns und diese wird wieder 170Km lang und vor allem noch mehr Höhenmeter haben! Donnnerstag, 20. Mai 2004, Lloret de Mar - Argel?s Adios Espana, vive la France, so kann man kurz die bisher landschaftlich mit Abstand schönste Etappe nach Argel?s über 175Km und einer Höhendiffernz von 1700m beschreiben. Bei uns hat sich Hans, der ?ltere der beiden Deutschen in eine schw?chere Gruppe abgemeldet, er meinte nur, mit uns erreicht er die Schweiz nie, zu oft m?sse er an das und über das Limit gehen. Weil wir im Verh?ltnis zu den anderen Gruppen mit noch 7 Leuten zu wenig sind, bestimmt Gusti Franz, einen Zuger, der immer ein wenig den Mund zu voll nimmt, m?sse nun bei uns mindestens diese Etappe mitfahren. Zuerst radeln wir während etwa 30Km alles auf der K?stenstrasse ca 100 Meter über dem Meer, vorbei an diversen Schweizer Velogruppen aus dem Feriensport-Ort Giverola (diese wunderten sich, wie man so z?gig durch die Gegend radeln kann) nach St Feliu, danach Richtung Frankreich durch lange Talebenen mit z?gigem Rückenwind und Tempo 45-50 und kurz vor Frankreich die ersten 3 Berge dritter Kategorie und damit auch das erste Abtasten in unserer Gruppe, wer den wohl am Berg stark f?hrt. Vorne beschleunigt zuerst Gusti, danach auch noch Charli, auch schon 57 Jahre alt, aber bereits 11'000Km in diesem Jahr in den Beinen. Sofort fallen die schw?cheren zurück, denn das Tempo wird forciert und auf dem Berg gibt es, wie es sich gehört einen Sprint, den ich mir für diesmal sichere. Aber wie gesagt, es war nur die Vorspeise der Berge, die wir nächste Woche bezwingen werden, obwohl man natürlichzufrieden ist, wenn die anderen nicht überm?chtig sind am Berg. Endlich, nach ca 850Km überqueren wir die Grenze nach Frankreich und fahren auf einer wundersch?nen Aussichtsstrasse dem Meer entlang bis nach Argel?s, wo wir ausserhalb der Stadt ind eine überbaunung mit Ferienh?uschen im Grünen unser heutiges Nachtlager einrichten. Alles in Frankreich ist etwa doppelt so teuer wie in Spanien ausser Bastis und Wein und die figurieren zum Glück nicht auf der Dopingliste...!! Freitag, 21. Mai 2004 Argel?s - Cap d'Agde Als erstes schw?re ich mir beim Aufwachen, dass ich ab sofort nur noch ganz seri?s leben will, denn es waren zuviele der Bastis und Spezialweine, die ich mir im Kreise der Kollegen genehmigt hatte. Und es wurde überhaupt nicht mein Tag. Plötzlich sp?rte ich auch die Achillessehne wieder, der Nacken schmerzt sowieso seit Tagen, meine Oberschenkel brennen schon nach ein paar Tritten aus dem Sattel und die Strassen erinnern uns alle an Paris-Roubaix, also entweder Kopfsteinplaster oder so schlecht, dass man regelrecht durchgesch?ttelt wurde. So suchte ich denn in meiner Krise immer wieder das Hinterrad von einem der 2 gr?sseren Gruppenkollegen, damit ich wenigstens einen anst?ndigen Windschatten nutzen konnte, denn Wind hat es hier unten an der französischen K?ste im sogenannten Langedoc/Roussillons immer genug. Bereits nach 75Km gab es dann unseren ersten Pasta-Halt in Frankreich und danach ging es mir doch ein klein wenig besser, zudem blieben auch die Angriffswellen aus, so dass wir um 16.00 Uhr in Cap d'Agde ankamen und ich erstmal froh bin, dass Morgen Samstag der einzige Ruhetag ist und wir nur gerade etwa 50Km geplant haben um gem?tlich nach S?te zu radeln, denn ganz ohne Bewegung sollte man den K?rper doch nicht ruhen lassen, aktive Erholung nennen das die Spezis. Gut 1000Km liegen nun hinter uns, es fehlen also noch etwa 900 bis nach Kallnach und diese werden sehr viele Höhenmeter beinhalten. Zuerst kommt aber noch die letzte Flachetappe nach Orange und dann am Montag werden wir den sagenumworbenen Mont Vontoux angreifen. Noch machen uns für die Alpen die Schneemengen auf den Bergen sorgen, denn es ist möglich, dass wir gewisse Pässe, die geplant sind, gar nicht überqueren können, w?re zwar sehr schade, aber schliesslich können wir nicht warten bis aller Schnee geschmolzen ist. Jetzt heisst es aber vorerst Beine hochlagern, Nacken massieren und am Meer flanieren. Viele Franzosen sind hier an der K?ste, weil sie wegen Auffahrt ein paar Tage frei genommen haben. Es hat bereits richtige Autolawinen und Staus in den Strassen. Aber uns st?rt das ja nicht gross. Wir freuen uns über das bisher erreichte und das stetige N?hern an die Schweiz. Soviel zur ersten Woche beim Euroride. Weitere Infos findet ihr jeden Tag neu aktualisiert unter www.funforbike.ch oder von einem Teilnehmer, n?mlich Urs Himmelrich ebenfalls geschrieben unter www.himmelrich.ch Samstag, 22. Mai 2004, Ruhetag in Cap d'Agde Zuerst W?sche waschen und Velo pflegen, danach eine Ausfahrt zum 25Km entfernten S?te, man nennt dies aktive Erholung, dort Muscheln und gegrillten Fisch genossen und wieder zurück, dem Meer entlang nach Cap d'Agde, wo man noch gem?tlich durch die G?sschen schlenderte, so vergeht der Ruhetag schnell und schon ist es wieder Zeit, an den nächsten Tag zu denken. Am Abend zu unserer Überraschung der erste Regen, aber keine Regenfront k?ndigt sich an, sondern es handelt sich "nur" um ein Gewitter. Sonntag, 23. Mai 2004, Cap d'Agde - Orange Heute ist Gustis Tag, er feiert seinen 60sten Geburtstag und für ihn ist es das schönste Geschenk, diesen Tag auf dem Velo zu verbringen. Charli und ich singen ihm zum Fr?hst?ck Kurt J?rgen's "Sechzig Jahre und kein bisschen weise..." Die Sonne lacht uns, wie bisher jeden Tag, entgegen und wir beginnen die zweite Hälfte des Euroride so, wie wir den Ruhetag beendet haben, n?mlich mit der Fahrt nach S?te dem Meer entlang und dieses bzw. die K?ste verlassen wir dann definitiv Richtung Nord-Osten um bald festzustellen, dass der angekündigte Mistral loslegte. Und wie!! Es war der Kampf gegen Windm?hlen, Spitzengeschwindigkeiten, die sich manchmal bei 20Km einpendelten, Abl?sungen und immer die gleiche Erkenntnis, an der Spitze ist es brutal hart Und dann in Montpellier begann die Irrfahrt unseres Geburtstagskind. Er fand einfach nicht die richtige Strecke und als wir dann doch noch nach langem hin und her zur Mittagsrastst?tte kamen, waren wir die Letzten. Weil der Wind immer st?rker blies und Gusti kein Vertrauen in seine Kartenleserk?nste hatte, bildeten wir eine Gruppenallianz mit Team 2 und fuhren noch viele Stunden, gesamthaft deren 8 mit Total 195Km 20Km mehr als geplant, bis nach Orange, gleich neben Chateaux neuf du Pap und damit war auch klar, was wir diesen Abend so alles degustieren müssen, obwohl im Hinterkopf immer die morgige Etappe herumgeisterte, Mont Ventoux und total 2700 Höhenmeter. Mit mindestens einer Degustation zu viel war um 24.00 Uhr endlich Lichterl?schen. Mein Zimmerkollege schlief zu der Zeit schon lange, er hatte viel Glück bei einem Sturz in ein Br?ckengel?nder bei dem er das Bewusstsein verlor und neben einem sehr blauen Auge viele harte Prellungen abbekam, aber sich nichts brach und die nächste Etappe wieder fahren will. Es war sowieso der Tag der St?rze, 4 an der Zahl und dies hat wohl mit der stetig gr?sseren M?digkeit und damit auch Konzentrationsschw?che zu tun. Mir geht es eigentlich immer noch sehr gut, nur mein Nacken will sich überhaupt nicht mehr erholen und das Nomadenleben ist halt nicht unbedingt meine Sache. Gusti kann kein Franz?sisch und fragte mich, ob ich ihn unterst?tzen k?nne; Hauptproblem sind die grossen Essmengen, die unser Tross verschlingt. Er m?chte sicher sein, dass gen?gend aufgetischt wird. Zudem geht es auch um das Lagern der Velos über die Nacht, dass keines geklaut wird. So habe ich immer ein wenig die Insiderinfos, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte..! Montag, 24. Mai 2004, Orange - Mont Ventoux - Sisteron 8te Etappe und jetzt ist es soweit, die Berge beginnen. Alle sind entsprechend nerv?s und als wir um 9.00Uhr wie jeden Tag abfahren, wird nicht einfach gem?tlich eingerollt, nein es wird sofort Dampf gemacht, denn nach 35Km beginnt der Aufstieg zum legend?ren 1950 Meter ?.M. gelegene Radrennfahrerpass Mont Ventoux. Und Gusti m?chte, dass wir die 21Km mit 1530Höhenmeter bis zur Hälfte in der Gruppe fahren, aber das interessiert niemanden, sofort in den ersten ansteigenden Metern wir angegriffen, dies mit einem Tempo, das mich bereits nach weniger als einem Km überfordert und ich entschliesse mich, meinen eigenen Rythmus zu fahren. Es ist sehr warm und zuerst ziemlich steil und zuerst muss mal die ganze Vorarbenddegustation rausgeschwitzt werden. Auch Charli k?mpft mit den gleichen Problemen und so bilden wir eine Zweckgemeinschaft. Aus unserer Gruppe sind 3 vor und 3 hinter uns, aber schon bald kommt der Chef von Gruppe 2 und dann noch 2 weitere Fahrer aus dieser Gruppe. Diese haben sich aber beim Aufholen doch übernommen und so kann ich mich nach halbem Aufstieg mit meinem Tempo lösen und wegziehen. Weitere 5Km später sehe ich zu meiner Überraschung einen der Schnellstarter vom Anfang, der sich ebenfalls übernommen hat. So komme ich nach 80Minuten mit ziemlich harten Oberschenkeln als Dritter oben in der bitteren Kälte an, was für mich eine ansprechende Leistung ist. Gusti hat uns alle mit einem Tempo abgeh?ngt, dass seinesgleichen sucht. Er meinte nur, "s'R?nnfiÜber isch mit mer durebr?nnt". Der Mann ist absolut Spitze. Wir ziehen uns was Warmes an und verlassen den hohen Berg in der Provence um uns noch kurz beim Todesdenkmal des Rennfahrers Simpson gemeinsam fotografieren zu lassen und dann die 25Km Abfahrt unter die R?der zu nehmen. Mit jedem Km wird es endlich wieder wärmer und so kommen wir nach einigen Minuten zu unserem Mittagshalt mit einem grossen Teller Spagetti, die wir uns wahrlich verdient haben. Als wir weiterfuhren, waren noch nicht mal alle Gruppen zum Mittagessen angekommen, zudem haben gemässGusti der eine oder andere den Bus am Mont Ventoux bestellt, das war dann doch zu viel nach 8Tagen Velofahren. Wir packen die nächsten 2 Pässe 2ter und 3ter Kategorie und rasen dann ein Tal entlang die letzten 30 der insgesamt 155Km, mit leichtem Rückenwind und einem sprichw?rtlichen T?ff vor uns, n?mlich Gusti. Der f?hrt permanent an der Spitze immer zwischen 43 und 50Km schnell wir konnten nur noch staunen und noch mehr staunten wir, als er meinte, alles zwischen 110er und 120er Puls gef?hrt zu haben...!!! Dank ihm wurde es am Schluss trotz dieser Höhenmeter noch ein knapper 26er Schnitt, gar nicht überl oder? Hier in Sisteron übernachten wir in einem Hotel der Kette IBIS, aber die Qualität ist nur 2Sterne und alles ist eng und klar schlechter als bisher. Die ersten Murrenden sind zu h?ren, man merkt, die Leute werden m?der und m?der. Noch wartet aber übermorgen die Königsetappe auf uns, Morgen solls dafür ein bisschen ruhiger zu und hergehen. Schauen wir mal..? Dienstag, 25. Mai 2004, Sisteron - Guillestre Wetter gemässStandard wie immer schön, mit ca 10Grad um 9.00 Uhr nicht sehr warm, aber für Velofahrer eine wirklich unglaubliche Schönwetterperiode seit Beginn der Tour. Gusti in bester Laune und doch noch etwas m?de, da er ausnahmsweise erst um 0.30 Uhr ins Bett kam(Der Internetauftritt und sonstige organisatorische Arbeiten hinderten ihn pünktlich schlafen zu gehen). Er begr?sst alle mit der Information, dass es sich heute um ein "Blueschtf?hrtli" von nur knapp 120Km mit wenig Höhenmetern handelt. So fahren wir denn los und man merkt sehr schnell, dass der Mont Ventoux und die anderen Höhenmeter doch starke Spuren in den Beinen hinterliess, denn es will keiner so richtig Tempo machen und wir geniessen die Gegend mit einem Durchschnitt von 25Km. Aber dann kam eine unerwartete Wende. In einem Tal, durch das nur eine Strasse f?hrt, werden an Felsen Sprengungen vorgenommen und darum ist diese Strasse den ganzen Tag gesperrt. Das heisst für uns, wir müssen alles zurück und zus?tzlich einen Umweg von ca 20Km in Kauf nehmen, sowie ein ungeplantes P?sschen überqueren. Grosse Begeisterung brandete auf und wir durften uns bei dem Tempo auf einen ganz normalen Arbeitstag wie die 8 Vorherigen einstellen. Man muss aber erw?hnen, dass die Gegend Provence und dann Richtung C?te du Rh?ne wirklich sehr schön ist, aber auch sehr coupiert. So k?mpften wir uns durch die Felder und Berge, am grüssten Stausee Europas entlang und kamen nach einem normalen Spagetti-Halt nach 5 ? Stunden in Guillestre an. Hier ist das Hotel zwar schon ?lter, aber nach dem gestrigen kleinen "Schlag" im IBIS gefällt es uns sehr gut, zudem haben wir eine geniale Aussicht übers ganze Tal. Leider muss ich feststellen, dass in Frankreich bisher die Möglichkeiten einen PC mit Internetanschluss zu finden, sehr schwierig ist. Alle erw?hnen, dass dies jetzt am kommen ist, aber momentan noch nicht existiere. Frage mich, ob die Franzosen wirklich zum G8-Gipfel gehören..... Man merkte beim Nachtessen allen Teilnehmern an, dass es Morgen auf die Königsetappe geht, keine grossen Bier- oder Weingelage, nur Wasser und Essen und viel Worte über die Total 3500 Höhenmeter, die uns erwarten. Mir geht es eigentlich immer noch recht gut auch wenn ich zugeben muss, dass sich die Beine einfach nicht mehr so erholen, wie ich mir das w?nsche, aber da habe ich gute Gesellschaft. Sicher werde ich Morgen nicht bereits am Col d'Izoard, dem ersten Pass angreifen, sondern sofort min Tempo suchen und dann schauen, wie es den anderen geht. Jedenfalls treffen wir uns alle von der Gruppe immer wieder auf den Passgipfeln(deren 4 erwarten uns!), so auch auf dem Dach der Tour, der Col du Galibier (2647m ?.M.). Beschliesse unseren heutigen Tag schon um 22.00 Uhr. Gute Nacht! Mittwoch, 26. Mai 2004, Guillestre - St.Jean-de-Maurienne (Königsetappe) So, das war sie also, unsere Königsetappe, wobei ich gleich vorwegnehmen kann, es war bei weitestem nicht die härteste Etappe der Tour, obwohl wir die meisten Höhenmeter bew?ltigen mussten. Grund dafür war ein Nichtangriffs-Wunsch unseres Chef's, der in der Gruppe bis ca 2Km vor den PassÜbergang in einem durchschnittlichen Tempo fahren wollte, um dann noch einen Kampf für die Besten der Gruppe freizugeben, damit die St?rkeverh?ltnisse sichtbar wurden. So konnte ich den Col de l'Izoard (2361 m ?.M) lange Zeit im Grundlagenbereich rauffahren und als es dann zur Sache ging, wir sind immer die gleichen 4, die um die ersten 3 Pl?tze k?mpfen, blieb für mich nur der 4 Platz. Danach Abfahrt nach Briancon und Mittagessen im Tal Richtung Galibier um dann wieder gemeinsam bis auf den Col du Lautaret (2058m ?.M) zu fahren, dort zweigt man dann rechts ab um auf den Galibier, unser Dach der Tour zu gelangen. Zwischen den hohen Schneemauern wurde dann das Tempo beschleunigt und Gusti sowie Harry, die beiden besten Kletterer unserer Gruppe mussten wir ziehen lassen, aber den 3.Platz konnte ich mir diesmal sichern, wobei ich erw?hnen muss, dass wir nicht auf den Hospitz fahren durften(Lawinengefahr) und so der Bergpreis bei 2550m ?.M. vergeben wurde. Nach den obligaten Gipfelfotos gings durch einen Tunnel auf die Nordseite, wo sich noch viel gr?ssere Schneemauern entlang der Strasse auft?rmten (bis zu 6Meter hoch!). Dann die lange Abfahrt nach Valoire und noch 200 Höhenmeter rÜber auf den C?l du T?l?graph (1960m ?.M). Jetzt nur noch runter, dazu im Tal auf einer Strasse parallel zur Autobahn gegen den Wind bis nach St-Jean-de-Maurienne wo unser heutiges Ziel liegt. Wie gesagt, die Kr?fte wurden gut eingeteilt, da wir Morgen nochmals eine Alpenetappe auf dem Programm haben, wobei nur für unsere sowie Gruppe 2 zwei Pässe auf dem Programm stehen, dies mit einer Gesamth?hendifferenz von ca 2700m. Somit heisst es weiterhin seri?s leben und die Muskeln lockern. Donnerstag, 27. Mai 2004, St.Jean-de-Maurienne-Megève Na also, nun fand doch noch die sportliche Königsetappe mit angriffiger Fahrweise bereits in den ersten Kehren der Steigung auf den Col de la Madeleine statt. Vorerst aber noch ein paar Worte zum Hotel. Es war das mit Abstand schlechteste Nachtlager dieses Euroride. Das Bett war mehr ein altes Sofa und es war so heiss im Zimmer, dass man das Fenster unbedingt offen lassen musste, aber dies wiederum brachte grossen L?rm von der Strasse und vor allem vom direkt gegenÜberliegenden G?terbahnhof, wo die ganze Nacht über Z?ge hin und her fuhren. Ich f?hlte mich wie ger?dert. Heute fuhren alle Gruppen miteinander, so dass jederman die gleichen Chancen hatte, nach den 1560 Höhenmeter zuerst oben zu sein. Vorne machten die Chefs der Gruppe 1 und 2 (Gusti und Peter) das Tempo und hinter ihnen vielen sofort Dutzende ab. So entstand eine Gruppe von ca 15 Fahrern, die versuchte das viel zu hohe Tempo mitzugehen. Ich hielt mich sehr dicht an der Spitze und musste k?rperlich wie auch auf dem Pulsmesser erkennen, dass es so eindeutig zu schnell war, also liess ich nach ca 3Km abreissen und stellt zu meiner Verwunderung fest, dass hinter mir gar niemand mehr war und vorne nur noch Gusti, Peter, Harry und Stefan wegzogen. Zuerst musste ich meinen Puls wieder in den 150er Bereich runterbringen und dann den Rythmus finden. Diese Anpassung erm?glichte es Fran?ois und Christof zu mir aufzuschliessen und gemeinsam gings in flottem Tempo weiter. Endlich waren meine Beine wieder bereit, intensiver zu treten und so erh?hte ich das Tempo nach ca der Hälfte wieder und nur noch Fran?ois folgte mir. Gemeinsam st?rmten wir Richtung Gipfel, holten sogar noch fast Stefan wieder ein und kamen ca 5 Minuten nach der Spitze oben an. Gesamthaft blieb der Eindruck der vergangenen Tage. Am Berg geh?re ich zu den besten 5 und das ist doch ganz ansprechend? Mit mehreren Minuten Abstand folgten die nächsten, aber bereits die Schw?chsten unserer ersten Gruppe verloren auf mich bis zu 20 Minuten, andere bis zu einer Stunde..!! Dann die m?hsame, 26Km lange Abfahrt, zuerst durch Schnee und Schmelzwasser, danach mit viel Nackenproblemen weiter nach Albertville, wo nach dem Mittagshalt bald schon der Aufstieg zum Col du Saisies folgte, der nur noch von Gruppe 1 und 2 bew?ltigt wird. Und diesmal kam etwas dazu, dass uns bisher wirklich verschont hatte, der Regen! Es kühlte stark ab und am Spurt nach weiteren 1000 Höhenmeter konnte ich nicht mehr zulegen, aber erstmals gewann nicht Gusti, sondern Harry und so wurde unser Chef doch noch mal geschlagen. Jetzt wurde es auf der Abfahrt schwierig, denn erstens war die Strasse schlecht und natürlichnass, was uns zur Vorsicht mahnte, aber alle kamen gesund unten an, noch 10Km leichtes auf und ab bis wir nach 6 harten Stunden in Megève ankamen. Das Dorf ist zur Zeit wie ausgestorben, aber ein sehr schönes Hotel empfing uns mit allem, was man nach einer Anstrengung sch?tzt: Heisse Dusche, schönes Zimmer, sehr gutes Nachtessen, feiner Wein aus der Provence und dann, sehr m?de, ein ruhige Nacht in einem anst?ndigen, wenn auch wie immer in Frankreich, zu kurzem Bett! Freitag, 28. Mai 2004, Megève-Col de la Forclaz - Bex Der erste Morgen, an dem ich unten wie oben lang trage, es ist 9 Grad kalt und die Strassen noch feucht. Dicker Nebel liegt oberhalb Megève und wir starten wie jeden Tag um 9.00 Uhr. Die Ruhe ist ins Feld eingekehrt, niemand versp?rt Lust, anzugreifen, Fotos werden geschossen und die Gegend angeschaut, auch diejenigen, welche seit Tagen über m?de Beine klagen, können das Tempo halten. Somit ist die zweitletzte Etappe schnell erz?hlt. In Chamonix ein Kaffeehalt bei der Konditorei, welche Gusti gut kennt und seit Jahren ansteuert, weil es den besten Kaffee und die grüsste Auswahl an leckeren Kuchen und Gebäck gibt. Danach ein letzter kurzter Aufstieg in Frankreich, eine Abfahrt und die Grenze zur Schweiz liegt vor uns. Der Z?llner empf?ngt uns mit der Frage: "Vous ?tes les Argoviens?" Wir bejahen und können in unsere Heimat einreisen, 2 Wochen, nachdem ich in den Bus nach Calpe eingestiegen bin. Noch ein kurzer Aufstieg auf den Col de la Forclaz, danach die lange Abfahrt durch die Rebbergen von Martigny, der Rh?ne entlang in heftigem Gegenwind bis nach Bex, wo uns das wirklich schöne 4Stern Hotel Le C?dre nach 110Km mit grossen Zimmern und 2m Betten nach 4 ? Stunden Fahrzeit empf?ngt. Es ist Zeit ein Resum? zu ziehen über ein Abenteuer, bzw. eine sportliche Herausforderung, wie ich sie in der Art noch nie zuvor erlebt habe. Wichtig scheint mir die Feststellung, dass man nicht ein vergifteter "G?mmeler" sein muss, um den Euroride zu bestehen. Es haben Velofahrer der absoluten Volksklasse, mit zuviel Gewicht am K?rper und mit nicht sehr sportlichen Figuren diese knapp 2000Km ebenso bew?ltigt, wie die ambitionierteren Teilnehmer. Für mich gibt es in etwa 3 Kategorien. Die Sportorientierten, Gruppe 1 und 2 gehört zu diesen, wollen sich wirklich messen in den einzelnen Etappen, sie suchen den sportlichen Zweikampf gegen ebenb?rtige "Gegner" und fahren in einem knappen 30er Schnitt die ganze Strecke. Aus der Gruppe 3 und der halben Gruppe 4 sind Velofahrer, die gewohnt sind, längere Ausfahrten in eher gem?tlichem Durchschnittstempo zu fahren und die nicht an ihre k?rperlichen Grenzen gehen, nur um zuerst auf einem Berg anzukommen. Und dann noch die restlichen Teilnehmer, die wirklich gem?tlich, immer im untersten Pulsbereich einfach das Ziel "Ankommen" haben. Wenn sie, wie in den Alpenetappen, 20 Minuten vor uns starten, so holen wir sie nach ca 5/4 Stunden ein, also kein Stress, die Gegend anschauen und immer das nächste Etappenziel im Visier. Auch mal Einsteigen ins Begleitfahrzeug gehört bei einzelnen dieser Gruppe dazu. Wenn ein(e) Leser(in) meines Berichtes sich auch für einen nächsten Euroride anmelden m?chte, so sei erw?hnt, dass man mit meiner K?rpergr?sse (194cm) in vielen ausl?ndischen Betten zu kurz liegen muss, dass man sich auf ein 14t?gig befristetes Nomadenlebeinstellen muss, dass aber die Organisation wirklich gut ist und dass man, so zumindestens bei uns, viele aufgestellte und angenehme Kollegen kennenlernt. 14 Tage sind einerseits lang, aber wenn man dann, so wie heute, in die Schweiz zurückkehrt, stellt man einhellig fest, es ging doch eigentlich ganz flott vorbei. Die erste Woche mit den langen Etappen in Spanien können langweilig und auch Substanzraubend werden, vor allem der Kopf wird durch die Konzentrationsanforderungen im Gruppenfahren m?de, aber danach in den Bergen, wechseln gute und schlechtere Beine fast t?glich ab. Wir hatten ein unglaubliches Wettergl?ck, was natürlichvon grossem Vorteil ist. Jedenfalls kann ich mir vorstellen, es wiedermal zu machen, aber jedes Jahr brauche ich es dann doch nicht..!! Ein herzliches Dankesch?n an unsere Gruppe 1 mit unserem Chef Gusti, dem alten Hasen und Geniesser Charli, dem schnellen Harry, dem lauten, aber stets lustigen Franz, dem leisen, aber starken Stefan, dem sonnenhungrigen und smarten Ticinesi Dario, dem stets einen passenden Spruch klopfenden und grossen Guggenmusikfan F?gi und dem sturzgeplagten Rückkehrer Freddy. Wir waren eine verschworene und aufgestellte Crew und nachdem Gusti ganz am Anfang die Tarife bekannt gab, blieben bis auf einen Sturz bereits in der ersten Etappe und 2 Defekten, alle gesund und kommen hoffentlich auch Morgen noch schadlos über die letzte Etappe nach Kallnach. Samstag, 29. Mai 2004, Bex - Kallnach Noch ein letztes Mal das ganze Prozedere vor einer Etappe mit 6.30 Uhr aufstehen, 7.00 Uhr frühst?cken, danach alles einpacken, Eurorideleibchen montieren, sich einschmieren, letzte Toiletteng?nge, Kontrolle ob nichts im Hotelzimmer liegen geblieben ist, auschecken, verladen der Taschen und Rucks?cke, auff?llen der Bidons, Verpflegung in die Trikottaschen, Luftkontrolle am Velo, dem Chef zuh?ren, was heute alles so speziell läuft und Abfahrt, für diesmal mit der ganzen Euroride-Armada eine Stunde dem Genfersee entlang nach Vevey. Strahlend blauer Himmel, aber empfindlich Kalt und Bise, so dass ich richtig froh bin, als Gusti beim Aufstieg ab Vevey endlich wieder im Gruppetto fahren will und wir uns durch z?giges Bergauffahren w?rmen können. Es geht Richtung Freiburg und in Romont wird der traditionelle Kaffeehalt direkt neben dem Schloss gemacht, diesmal offeriert uns F?gi feine Fruchtw?hen und Cr?mschnitten. Weiter im Gegenwind und doch z?gig zum letzten Mal mit unserer Lokomotive Gusti, fahren wir dem Murtensee entlang und erreichen um ca 14Uhr nach 112Km Kerzers, wo wir auf die anderen Gruppen warten und uns bereits zur erfolgreichen Euroride gratulieren. Dann, um 14.30 Uhr Start mit allen Teilnehmern und einigen zus?tzlichen Besuchern hinter dem Materialwagen her im Tempo 15 die letzten 6Km nach Kallnach, wo uns unsere Verwandten, die Blasmusik und eine Delegation der Firma Marti empfangen. Letzte Ansagen, einige Marschlieder sowie Hotdog's, Sandwiche's und Getr?nke und schon heisst es Abschied nehmen und versprechen, dass man sich mailt und hofft, sich mal wiederzusehen. Meine letzten Worte widme ich den vielen Radprofis, die nicht wie die Stars das grosse Geld verdienen, sondern jeden Tag auf den Rundfahrten für diese Chefs die sogenannten Wassertr?ger sind. Es ist eine noch viel h?rtere Sportart, als ich sie vor dem Euroride schon empfunden habe. Man muss nicht nur Talent und Glück haben, sondern viel Energie und Bereitschaft zu leiden, ansonsten hat man keine Chancen. Diese Sportler verdienen grosse Anerkennung und sind meiner Meinung nach nicht zu beneiden, aber trotzdem es hat mir viel Spass gemacht. Buttwil, 1.6.2004




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von Urs, am 05.06.04 um 02:32
in 2004 Euroride

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