Sonntag, 06. August 2006

Nachlese zum Swiss Border Ride 2006

Grosse und schöne Erlebnisse, in meinem Fall der Swiss Border Ride 2006, haben es verdient, nach ein paar Tagen nochmals darauf zurückzukommen und mit ein paar abschliessenden Bemerkungen gew?rdigt zu werden. Die nachfolgende Aufstellung ist vielleicht trotzdem nicht in ganz allen Punkten sehr objektiv. Im Gegenteil: sie widerspiegelt mein Empfinden in diesem Moment des Erlebens:

Die Planung
  • Gr?sster Planungsfehler:
    • Höhenmeter UND Kilometer UND Kilogramme waren zu viel für diese kurze Zeit der Fahrt. Deshalb mussten vor allem an den Höhenmetern Kürzungen vorgenommen werden.
  • Gut hingegen war:
    • nicht alle Hotels im voraus reserviert zu haben, das liess noch etwas Spielraum offen.
    • alles Gep?ck immer dabei zu haben, erh?hte die Flexibilit?t in der Routenwahl / Routen?nderung
    • die Last mit einem Anhänger zu transportieren, statt direkt am Rad montiert, erlaubte trotz allem im flachen und abfallenden Gel?nde ein z?giges Vorwärtskommen.
Die Fahrt
  • war sehr erlebnisreich
  • war sehr abwechslungsreich
    • alle paar Kilometer eine neue Gegend
    • Fl?sse, T?ler, Berge und Engnisse, schmale Abschnitte und breite, weitl?ufige Gegenden wechselten sich ab
    • viele interessante Blicke auf die Schweiz bekommen
  • war manchmal auch überraschend
    • habe im Engadin mehr Pferde als im Jura gefunden. Im Jura stand n?mlich kein einziges Pferd auf dem Feld
    • Aprikosenplantagen gibt es nur links der Hauptstrasse
    • Sonnenblumen wenden den Kopf immer vom Fotografen ab
    • Wenn Du ein Foto machen willst, dann mach es jetzt, nachher ist immer zu spät
    • Wenn man deutschsprachige Formulare ausf?llt, die Dame an der Reception auf Mundartfragen antworten kann und man dann doch plötzlich realisiert, dass man Ausl?nder ist
    • ein bestellter Kaffee im Westen, sieht anders aus als ein Kaffee im Süden oder im Osten des Landes (andere Menge, mal mit Milch, mal mit Kaffeerahm, mal nur mit Zucker)
  • viele Leute kennen gelernt
    • N?rdlich der Alpen fahren alle Rennvelofahrer in Phonak-Kleidern
    • Südlich der Alpen fahren alle in Mapei-Kleidern
    • CSC-Bekleidung s?dlich der Alpen scheint im kommen zu sein.
    • Alle Radrennfahrer in den Bergen sind grunds?tzllich d?nn, abgemagert, italienischen oder mindestens südlichen Ursprungs
    • Auch norddeutsche Velorennfahrer gibt es, die Freude an unseren Bergen haben
    • Velofahrer und Mountainbiker gr?ssen grunds?tzlich nur am Morgen, am Nachmittag / Abend sind sie wahrscheinlich zu abgek?mpft dazu
Die Strecke
  • Habe ein paar wunderbare Ecken in und am Rande der Schweiz entdeckt
    • St-Hippolyte (am Doubs)
    • Tal der Dranse zum Portes du Soleil (Aufstieg von Thonon zum Pas de Morgins)
    • die riesigen Kornkammern im Jura
    • der Bodensee ist unendlich lang, jedenfalls am Montag, wenn die Restaurants Wirtesonntag haben
    • einzelne versteckte Winkel an Seen, Fl?ssen, Rastpl?tzen
    • wunderbare Brunnenanlagen mit kühlem, frischem, sprudelndem Wasser, auch ausserhalb von D?rfern
  • Es gibt Strecken, die ich k?nftig meiden m?chte:
    • Simplon: ab Mitte des Morgens viel zu viel Verkehr
    • Magadinoebene: am Nachmittag brandheiss
  • Manchmal tut es weh, schwer erk?mpfte Höhenmeter in einer kurzen steilen Abfahrt wieder zu verlieren
  • Das "Oben ankommen" ist ein super schönes Gefühl
  • Ich liebe lange Abfahrten
    • Bielerhöhe -> Bludenz (Silvrettahochalpenstrasse)
    • Maloja -> Landeck (Engadin und Inntal)
  • ... aber auch lange regelm?ssige Anstiege haben ihren Reiz
    • Vall?e de joux
    • Monthey -> Brig (Wallis)
    • Landeck -> Bielerhöhe (Paznauntal)
GPS-Erfahrung
  • bin auf sehr viele, verkehrsame Strassen gelockt worden, viele mit Radwegen. Ohne GPS hätte ich deutlich verkehrsreichere Strassen befahren, da oftmals einfacher beschildert.
  • einfachere Planung, Kilometer lassen sich im voraus ziemlich genau berechnen
  • ersetzt die Karte aber trotzdem nicht
  • Hat interessante Features
    • zum Beispiel laufend aktualisierte Restdistanz bis zum Ziel (bei eingeschalteter Navigation)
    • Hotelsuche am Zielort
  • lebt von der Qualität der Strassendaten
    • Navigationsfehler sind in der Regel Datenfehler und nicht Programmfehler
    • "nat?rliches" Misstrauen sch?tzt vor Kilometer und Höhenmeter
  • Umleitungen / Baustellen werden dann zum Problem, wenn sie sehr grossr?umig angelegt sind.
  • G?be es ein Feature: "Höhenmeter gegen Kilometer", ich würde nicht lange mit einem Update z?gern.
  • Wahrscheinlich f?hrt GPS in Zukunft immer mit
Aktion KM gegen die Armut
  • War ein Riesenerfolg
gibt es ihn noch einmal? Den Swiss Border Ride?
  • schwer zu sagen





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von Urs, am 06.08.06 um 13:44
in 2006 Swiss Border Ride

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