Freitag, 09. Juli 2004

Halligen Langeness

An den beiden letzten Tagen mussten wir ja ziemlich früh aus den Federn steigen, doch heute konnten wir uns einen richtigen Ferientag mit Ausschlafen und ausgiebigem Morgenessen genehmigen. Wegen den ganzen Zusammenh?ngen von Flut und Ebbe, konnte unser Schiff für die überfahrt nach Langeness erst nach zw?lf Uhr Mittags auslaufen.





An den beiden letzten Tagen mussten wir ja ziemlich früh aus den Federn steigen, doch heute konnten wir uns einen richtigen Ferientag mit Ausschlafen und ausgiebigem Morgenessen genehmigen. Wegen den ganzen Zusammenh?ngen von Flut und Ebbe, konnte unser Schiff für die überfahrt nach Langeness erst nach zw?lf Uhr Mittags auslaufen. Für die überfahrt konnte es wegen der noch vorhandenen Ebbe nicht den direkten Weg w?hlen. Es musste in einer ziemlich grossen "S"-Kurve zwischen den Inseln übersetzen. Einen Vorteil hatte die Übung allerdings: die Ebbe legte teilweise riesige Sandb?nke frei. Darauf sonnten sich eine ansehnliche Anzahl Seehunde. So ein Tier wird ungef?hr zwei Meter lang, 30 bis 40 Jahre alt und mehrere 100kg schwer.

Langeness ist eine der Halligen-Inseln. Der Unterschied zwischen einer normalen Insel, wie zum Beispiel Sylt und einer Halligen ist der, dass eine Insel aus einer mehr oder weniger zuf?lligen Anh?ufung von Sand entsteht. Die D?nen werden von menschlicher Hand verst?rkt, bepflanzt und es werden in der Regel an den kritischen Orten D?mme und andere Befestigungen errichtet. Alle Bestrebungen laufen dahin, dass die Insel nicht mehr vom Meer überschwemmt werden kann. Die Halligen hingegen sind Schlickablagerungen im Wattenmeer, die sich über die Jahre hindurch angeh?uft haben. Ausser vielleicht bei der Hafenanlage gibt es keine D?mme oder andere Verst?rkungen. Hingegen sind für alle Häuser zus?tzliche Aufsch?ttungen vorgenommen worden. Diese Aufsch?ttungen nennt man Warft. So eine Warft ist aber nur gerade wenige Meter hoch. Es kommt regelm?ssig vor, dass solche Halligen mindestens teilweise von der Flut überdeckt werden. In schlimmen F?llen, wie der Flut von 1962 werden dann sogar Häuser weg- oder untersp?lt. Auf einer Halligen wird fast ausschliesslich Vieh- und Milchwirtschaft betrieben. Die zweite grosse Einnahmequelle ist der Tourismus.

An unserem Beispiel der Halligen Langeness: eine Kirche, achtzehn Häuser, ein Restaurant, 110 Einwohner, 10Km lang, 1Km breit, acht schulpflichtige Kinder, ein Schulhaus. Aus der Ferne betrachtet sehen die 18 Warften wie Maulwurfsh?gel aus.

Wir besuchten das ?rtliche Museum "Friesenstube". Es befindet sich in Privatbesitz. Die Eigent?merin zeigte uns allerlei Gegenst?nde aus dem t?glichen Leben von Halligens. Diese widmeten sich in früherer Zeit vor allem der Seefahrerei. Glücklicherweise brachten die damaligen S?hne und Ehem?nner einiges an Geschenken für Ihre Frauen und Freundinnen zurück, so dass sich einiges "Erinnerungsmaterial" bis fast zu aktuellen Zeiten zusammenfand.

Ein weiterer Besuch galt der örtlichenKirche. Interessanterweise wurden früher die Sch?ler in einem Raum, direkt angrenzend an den Chor, also hinter dem Altar, unterrichtet. Das Schulzimmer sozusagen in der Kirche. Heute hat die Schule ein eigenes Haus ganz in der N?he.

Nach einer kurzen Verpflegung bei Kaffee und Kuchen im einzigen Restaurant der Insel, mussten wir bereits wieder auf das Schiff, damit wir noch bei einem vern?nftigen Pegelstand heimfahren konnten. Dank der mittlerweile fast vollst?ndig aufgelaufenen Flut, konnte das Schiff einen viel direkteren Weg fahren. Die Fahrzeit betrug jetzt, statt der eineinhalb Stunden vom Mittag, nur noch knapp eine Stunde.

Wetter: Während des Morgenessens fielen ein paar Tropfen Regen, der Wind während des ganzen Tages zwar vorhanden, aber meist ziemlich vern?nftige St?rke. Während des ganzen Tages kaum Sonne, dafür mehr und mehr nebelartige Wolken. Heute Abend begann es dann auf dem Heimweg vom Hafen zum Hotel zu regnen. Der Regen w?chst sich zur Zeit zu einem namhaften Gewitter aus.





Ergänzungen nach dem ersten Posting:
19.03.2011: Feldinhalte an EE2.x angepasst



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von Urs, am 09.07.04 um 06:59
in Wandern

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