Montag, 28. Mai 2007
Büroschlaf hat ab sofort einen Namen
Inemuri heisst die Schlaftechnik. Kommt, der Name lässt es vermuten, aus Japan, und heisst soviel wie Anwesenheitsschlaf. Also schlafen, während man anwesend ist. Schlafen als parallele Aktivit?t zu etwas anderem.Nichts mehr da mit dem fallen lassen des Kopfes auf die Tischplatte des Arbeitsplatzes oder in der S-Bahn auf die R?cklehne des Vordermannes. Fertig mit dem Geklimper des herunterfallenden Schl?sselbundes am stillen ?rtchen. Inemuri, Anwesenheitsschlaf, ist ab sofort Kultur und damit salonf?hig. Auch gesund und lebensverl?ngernd soll er sein. Zwei Minuten "Lichterl?schen" für zwei weitere fitte Stunden. Und das erst noch in jeder Situation: im Zug, im Tram, am Arbeitsplatz, während der Sitzung und während dem Vortrag, im Kino und im Theater sowieso, sogar während dem Nachtessen oder beim Coiffeur. Einfach immer dann, wenn man gezwungen ist auf irgendetwas oder irgendwen zu warten.
Inemuri wird als Folge vorausgehender Anstrengung toleriert. Das wichtigste Gebot dabei ist allerdings: HALTUNG bewahren. Der Kopf darf höchstens nach vorne nicken, nicht aber auf des Nachbarn Schultern. Auch erschrecken sollte man beim Aufwachen nicht und sich erst zu Wort melden, wenn man den Gespr?chsfaden der Umgebung wieder gefunden hat. Sonst n?tzt dann die
In der NZZaS darÜbergestolpert, nach der Siesta an einem gründlich verregneten Pfingstmontag.
in Aus dem Leben gegriffen •
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