Dienstag, 18. Oktober 2011
Man(n) und Frau wird gläsern
Ein paar Aufzeichnungen von Googles Latitude im Vergleich, mit meiner Schlussfolgerung zur Aufzeichnungs- und Auswertungsqualität von Google.Kürzlich war ich ja ziemliclh überrascht, als ich feststellte, mit welcher Genauigkeit Google's Latitude neuerdings arbeitet. Sie erinnern sich vielleicht noch an die Aufzeichnung meines Arbeitsweges nach Zürich-Nord, alleine und lückenlos durch die Positionsmeldungen meines Androiden an Google.
Ich machte mich auf die Suche nach weiteren Beispielen meiner Velofahrten, die diese neuerliche Qualität entweder belegen oder allenfalls halt auch widerlegen würden.
Es ist relativ einfach: Im Normalfall und in der Nähe von halbwegs dichter Überbauung und unterwegs mit dem Rad oder zu Fuss sind die Aufzeichnungen sehr zuverflässig und schon fast beängstigend genau. Ist man mit dem Zug oder im Auto unterwegs, so dürfte es doch ziemlich draufankommen, wo sich das Handy befindet. Zum Beispiel unter dem Sitz im Rucksack, da schaffen es nur noch einzelne Positionsmeldungen durch die Kommunikationsnetze bis zu Google. Einzelne Ausreisser oder schlichtweg falsche Positionsmeldungen können aber immer wieder vorkommen.
Die anschliessende Fahrt über den Klausenpass nach Altdorf, dann südlich weiter nach Wassen und wieder westwärts weiter über den Sustenpass bis Innertkirchen lässt sich wenigstens erkennen. Sie führt, ausser im Reusstal, kaum an Ortschaften, Autobahnen oder Zuglinien entlang. Also auch für das Handy praktisch Niemandsland.
Übernachtet habe ich damals in Innertkirchen, auf der Karte sind dies die Punkte unter den letzten Buchstaben von Meiringen. Der Punkt südlich von Lungern, hat sich mein Handy selbst ausgedacht, da war ich nie in dieser Nacht.
Der Rest der Fahrt, alles im Zug, lässt sich einigermassen klar nachvollziehen. Ich bin damals über Schwyz, wie alle Züge auf der Gotthardlinie, gefahren. Blieb dann aber sitzen und entschied mich damit für die Variante Luzern - Olten (umsteigen) - Aarau - Brugg, statt über Zug und Zürich (umsteigen) nach Hause zu fahren.
Im Sommer 2010, anschliessend an meine Dolomitenferien, hatte ich schon mal eine ähnliche Untersuchung gemacht. Seither hat sich einiges getan. Die Aufzeichnungsqualität ist zwar ausserhalb der Ballungszentren, Autobahnen und Zuglinien immer noch relativ dürftig, aber man sieht in der Zwischenzeit doch mehr als nur ansatzmässig, wo man sich bewegt hatte.
Damit wird auch die Auswertungsqualität der Aufzeichnungen besser. So behauptet Google, ich befände mich durchschnittlich pro Woche 50 Stunden in Zürich-Nord bei der Arbeit, etwa 6 weitere Stunden in Zürich-Süd ebenfalls bei der Arbeit. So unrecht hat er dabei nicht. Daneben liegt er aber mit der Aussage, ich sei wöchentlich 51 Stunden unterwegs.
Es gibt auch noch weitere Ungenauigkeiten: Liechtenstein hätte ich letztmals im 2010 besucht. Da hat Google wohl meine Fahrt nach und zurück aus Österreich in diesem Jahr nicht mitbekommen. Ein weiterer Ausreisser lässt vermuten, dass ich mich ein paar 100 Kilometer südlich von Marseille auf dem offenen Mittelmeer bewegt hätte. Aber eben: langsam werden diese Ungenauigkeiten zu Einzelfällen.
Den schönsten Track allerdings, ohne Ausreisser, regelmässig fast wie eine Perlenkette, gibt eine unserer Nordic-Walking - Übungen um den Klingnauer-Stausee ab.
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