Donnerstag, 01. Oktober 2009
Herbstfahrt 2009
Eine sehr schöne, teilweise aber auch sehr anstrengende Fahrt. Teile der Fahrt führten durch den Parco Nazionale dello Stelvio.Heute Morgen war es nun so weit. Die Wetterprognose liess nichts bef?rchten. Als einer der ersten G?ste im Hotel suchte ich mir mein Morgenessen am Buffet zusammen und fuhr wenig später mit dem Auto über die Bernina nach Tirano hinunter und ein St?ck weit im Tal der Adda in Richtung Bormio das Tal hinauf. Bis etwa an den Fuss des Mortirolopasses.
Es war noch sehr kühl als ich den Renner auf die Strasse stellte. Leichtes Einfahren Bergab bis nach Mazzo brachte heute wegen der Kälte nicht viel.Bereits in Mazzo geht die Steigung schon recht bald ziemlich heftig los, und bleibt f?r die ersten zwei Drittel der Strecke fast immer über 10% Steigung. Die Passstrasse ist von allem Anfang an sehr schmal. Dies wird in Mazzo auch mit besonderen Markierungen kundgetan. Nur Autos, die dazwischen passieren können, haben anschliessend auch die Gew?hr, ohne Kratzer oben anzukommen.
Auch an diesem Pass haben die Italiener die Spitzkehren nummeriert. Es beginnt mit der "Tornante 33". Die Strasse verschwindet schon bald im Wald. Es ist die schattige Seite des Berges, es bleibt somit weiterhin kühl. Die Arbeit der Beine bringt mich aber dennoch ordentlich ins Schwitzen. Zwischen den Kurven 24 bis 20 scheint mir die Steigung am ?rgsten zu sein. Ab und zu gew?hrt ein Loch im Wald einen Blick ins Tal hinunter.
Verkehr hat es heute Morgen tatsächlichkeinen. Ein paar Waldarbeiter mit ihren Autos, das ist alles. Keine Motorr?der, nicht einmal andere Velofahrer. Es ist so ruhig und einsam, dass f?r eine kurze Zeit sogar ein Fuchs vor mir her trab. Offensichtlich hatte er überhaupt keine Eile, im Unterholz wieder zu verschwinden. Fast zu oberst fahre ich nun doch plötzlich aus dem Wald heraus. Eine schon fast spektakul?re Aussicht pr?sentiert sich mir heute. Weiterhin keine Wolke, nur der blaue Himmel, ein paar farbige Birken, die Bergwelt und ich. So habe ich mir eine Herbstfahrt vorgestellt.
Auf der südlichen Seite des Passes, ist das Wetter nicht mehr ganz so schön. Vom Tal herauf dr?ngeln sich Nebelschwaden. Über dem ganzen liegt ein ziemlicher Dunst. Doch gl?cklicherweise muss ich nicht so weit hinunter und biege unten im Tal angekommen links weg, in Richtung Ponte di Legno, Gaviapass und Tornalepass. Die Strasse f?hrt an der Sonnenseite des Tales in die Höhe. Deshalb entledige ich mich schon bald der Thermokleider. Wie vermutet hat "Ponte di Legno" etwas mit einer Holzbr?cke zu tun. Jedenfalls werden alle Ortstafeln mit einer riesigen, schönen Holzbr?cke überdacht. Die richtige Holzbr?cke, das eigentliche Bauwerk, sehe ich aber nirgends. Dazu hatte ich mit der Umfahrungsstrasse möglicherweise auch den falschen Weg gew?hlt.
Die Abzweigung zum Gaviapass ist schnell erreicht. Der Anstieg beginnt ziemlich sachte. Die Strasse befindet sich jetzt auf der Sonnenseite des Tales. In der ersten Spitzkehre mache ich einen längeren Halt, mit Verpflegung aus dem Rucksack und "Profilstudium".
Nach einer ersten Serie von Spitzkehren, meist durch Wald, wird die Strasse auf einer Art Hochebene plötzlich schmal. Ein oder zweimal steht eine 14%-Tafel am Strassenrand. Ich vermute allerdings, dass da noch mehr so steile St?cke drin waren. Glücklicherweise sind die alle aber nur sehr kurz.
Die Sicht auf die umliegenden Berge wird je länger desto trüber. Der Dunst scheint sich langsam in die Berge erheben zu wollen. Dazu gesellen sich nun auch noch ein paar w?hrschafte Wolken. Die Strasse schl?ngelt sich den Berg hoch. Die Bergflanke scheint stellenweise fast senkrecht zu sein denn immerwieder sieht man fast senkrecht auf den Talboden hinunter. Bis zuletzt müssen das gegen 500 und mehr Höhenmeter sein.
Kurz vor der letzten Serie von Spitzkehren muss noch ein unbeleuchtetes Tunnel durchquert werden. Es soll 800 Meter lang sein, aber dafür schnurgerade. Bei der Einfahrt sieht man, oder vielleicht besser erahnt man ganz hinten und weit oben einen hellen Fleck, der spätere Tunnelausgang. Nach dem Tunnelausgang und weiteren Spitzkehren hat man nochmals einen schönen Blick durch das ganze Tal, bis vielleicht zurück nach Ponte di Legno. Unter den Spitzkehren liegen zwei Bergseelein. Eigentlich sollten sie wie zwei Perlen leuchten. Doch heute liegt da bereits ein feiner, leichter Dunst darÜber. Wenig später erreiche ich die Passhöhe des Gavia.
Die Passhöhe ist eine langgezogene, holprige Ebene. Doch nach ein paar Spitzkehren wird die Strasse plötzlich besser. Kaum eine Flickstelle, nur die h?ufigen Spitzkehren, hindern an einer noch z?gigeren Talfahrt. In Santa Caterina, bekannt vielleicht aus den Skimeisterschaften, ist noch eine letzte Stelle über Kopfsteinpflaster zu meistern. Doch dann gibt es kein Bremsen mehr bis nach Bormio. Was in den Alpen selten vorkommt: schönste Strasse, kaum Kurven, kaum Verkehr, kein Gegenwind, keine Gegensteigung, das Gef?lle meist so, dass kaum gekurbelt werden muss und trotzdem mit sehr hohem Tempo runtergebraust werden kann.
Kurz nach Bormio ist fertig mit der Herrlichkeit: starker Gegenwind, trotz dem leichten Gef?lle muss ich wieder ziemlich kräftig kurbeln. Zu allem überfluss fallen jetzt auch noch erste Regentropfen. Wegen einer Baustelle und damit auch wegen einer Umleitung, geht es nochmals den Hügel hinauf. Für einmal hoffe ich auf den Gegenwind, n?mlich dass er es schafft den Regen nach Bormio hinaufzudr?ngen. Auf dem höchsten Punkt der Umleitungsstrecke steht eine Gallerie, vermutlich wegen Steinschlags. Ich rette mich vor dem immer heftig werdenden Regen und mittlerweile v?llig ausser Atem, hinein. Nach mehreren hundert Metern gesch?tzter Fahrt komme ich auf der anderen Seite wieder raus. Der Gegenwind ist zwar noch kräftiger geworden, aber dafür regnet es nicht mehr und die Strasse geht jetzt wieder ins Tal hinunter. Die letzten gut zehn Kilometer bis zum Auto fahre ich dann tatsächlichim Trockenen. Sogar der Gegenwind lässt mit der Zeit nach.
Glücklich und zufrieden, trotz der letzten Regentropfen, eine schöne Herbstrunde hingefahren zu haben und dabei erst noch einen neuen 2000er-Pass bew?ltigt zu haben, fahre ich mit dem Auto über die Bernina wieder zurück ins Hotel.
| Details zur heutigen Velofahrt | ||||
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am fr?hen Morgen |
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Nachmittag | ![]() |
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114.8 Kilometer 65.2 km/h Maximale Geschwindigkeit 3260 Höhenmeter 7:27 Stunden unterwegs 15.4 KM/h Durchschnitt zwischen knapp 20 Grad in der Ebene und sehr k?hl in der H?he |
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gefahren in:
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