Donnerstag, 06. August 2009
6. Tag: Stroppo - Demonte
Ein weiterer wunderbarer Tag, mit einer Fahrt über weniger bekannte Pässe. Abseits des grossen Tourismus.Ein weiterer schöner Tag begann. Ich konnte es in diesem engen Tal vorerst nur ahnen, musste mich richtig zum Zimmerfenster hinauslehnen, um wenigstens ein kleines St?ck vom blauen Himmel ersp?hen zu können. Leider fand das gestrige feine Nachtessen im heutigen Morgenessen keine Fortsetzung mehr. Aber man weiss ja, dass die Italiener nicht die grossen Fr?hst?cker sind.
Die Fahrt f?hrte heute morgen ab Ponte Marmora direkt in den Aufstieg zum Esischie. Schmale kühle Schlucht, aber irgendwie noch romantisch. Das GPS brauchte eine ganze Weile, bis es endlich seine Satelliten gefunden hatte, da hatte ich dann schon die ersten Wegentscheidungen selber treffen müssen.
Gem?ss meinem Höhenmeterprofil, hatte ich mir einen schön regelm?ssigen Pass, mit einzelnen Verschaufpausen vorgestellt. Doch da waren viel mehr zus?tzliche flachere St?cke drin. Und irgendeinmal muss man daf?r "b?ssen". Denn die Höhenmeter müssen doch überwunden werden. Und wie!! Da waren selbst die Mountainbiker überfordert und haben geschoben. Ich selber musste mehr als einmal die Schieberei anhalten und dazwischen verschnaufen. Wenn das keine 20% waren. Ich trage Schuhe mit den Klickies die in die Gummisohle eingelassen sind. Normalerweise h?rt man nichts beim gehen. Doch heute, an den steilsten Rampen, rutschte ich auf dem Teerbelag. Ich konnte nur noch auf den Zehenspitzen gehen. Das vielleicht die schwierige Seite des Passes.
Die Strasse geteert, viel Flicken, viel abgerutschte Stellen, manchmal auch richtiger Schotter, mit richtig grossen Brocken. Kaum Verkehr: ein paar Mountainbiker, ein paar Rennvelo, sogar ein paar Motorradfahrer wagten sich hier hinauf. Nicht allzuviel Spitzkehren.
Die Aussicht wieder was vom Schönsten. Anfänglich dichter Wald, aber mit der Zeit und der Höhe wird der lichter und durchl?ssiger. Viele und schöne Ausblicke ins Tal hinunter oder an die anderen Hügel hinauf. Eigentlich wollte ich an einem kleinen See Mittagspause machen. Doch als ich den dann endlich sah, war ich schon langer darÜber. Der See w?re auch zu weit weg von der Strasse gewesen. Vorbei an verlassenen Häusern, auch an irgendeiner Alp wo etwas gefeiert wurde. Es standen jedenfalls alle mit Gl?sern auf der Strasse herum. Verschiedene Br?cken, wie wir sie vielleicht bei uns aus der Sch?llenen-Schlucht kennen. Schönes altes Steingem?uer.
Der Pass Esischie unspekatakul?r. Ein kleines Schildchen, viel gr?sser auf der gegenÜberliegenden Seite eine Erinnerung an Coppi, vemutlich ist da auch schon mal der Giro d'Italia darÜber.
Ich halte mich nicht lange auf, denn ich m?chte ja auch noch den dei Morti, den Fauniera wie er auch noch genannt wird, überrollen. Auf dem Weg zum Fauniera fahre ich noch an einem weiteren Passschildchen vorbei. Auch den Vallonetto nehme ich natürlichgerne mit.
Auf dem Fauniera, welcher nur etwa ein Kilometer weiter und 100 Meter h?her als der Esischie ist, steht eine riesengrosse Statue von Pantani, neben einem mikrigen Passschildchen.
Die Abfahrt wieder mal spektakul?r. Die Strasse leicht besser als beim Aufstieg, aber auch schmaler. Zuerst entlang von Felsw?nden, ziemlich steil. Enge Kurven auf einem Felsband, teilweise sogar ohne Randsteine. Mit der Zeit machen die Felsen den Wiesen Platz, die Kurven werden etwas Übersichtlicher. Doch die schmale Strasse bleibt die gleiche bis ins Tal hinunter. Ein paar Velofahrer kommen von untern herauf. Man sieht es Ihnen irgendwie an, dass sie am liebsten auch gleich umkehren m?chten und mit mir wieder hinunterfahren.
Auch die Abfahrt zeigt grandiose Einblicke in Seitentäler, oder auch talausw?rts. Mehrmals halte ich an, nicht nur wegen der heissen Felgen, sondern einfach um die Natur, das Tal, das Spektaktel einen Moment lang zu geniessen. So gefallen mir die Pässe: kein Touristenrummel, man ist unter Gleichgesinnten, zur Belohnung gibts mal einen herrlichen Blickfang und wenn es ganz hoch kommt, auch noch eine sprudelnde Quelle frisches Wasser, direkt neben dem Weg.
Weil mein Anhänger seit vielleicht zwei Tagen immer schiefer am Haken h?ngt, wollte ich heute mal der Sache richtig auf den Grund gehen. Ich vermutete irgendwas Unklares an den Kupplungen am Renner und stellte mal den Renner auf den Kopf um der Sache nachzugehen. Es dauerte keine zehn Minuten bis der erste Velofahrer dastand, ob ich ein Problem hätte. Und es dauerte ebenfalls nicht lange bis wir uns über meine Sommerferien und das Plakat am Anhänger unterhielten. Einmal mehr bin ich überrascht, wie einerseits die Schweizerfahne sofort erkannt wird und andererseits das Plakat der Anfang zu weiteren Gesprächen ist.
Übrigens glaube ich zur Zeit, dass nichts, weder am Renner noch an der Kupplung defekt ist. Ich versuche morgen mal die Sache gewichtsm?ssig anders zu packen.
| Details zur heutigen Velofahrt | ||||
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Vormittag |
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Nachmittag | ![]() |
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45.7 Kilometer 49.0 km/h Maximale Geschwindigkeit 1545 Höhenmeter 4:55 Stunden unterwegs 9.3 KM/h Durchschnitt Am Morgen in den engen T?lern und Schluchten, sowie durch den Wald eher k?hl, am Nachmittag dann trotz der H?he sehr heiss |
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gefahren in:
in 2009 Hautes-Alpes • in Ausflüge •
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